Rolf Erb starb eines natürlichen Todes

  • Nach Rolf Erbs Tod hat die Thurgauer Kantonspolizei auch in Richtung Suizid ermittelt.
    Nach Rolf Erbs Tod hat die Thurgauer Kantonspolizei auch in Richtung Suizid ermittelt. (Keystone)
21.04.2017 | 14:42

TODESURSACHE ⋅ Die Todesursache Rolf Erbs ist geklärt. Er starb nicht durch eigene Hand, sondern an einem Herzleiden. Zudem wurde am Morgen bekannt, dass seine Familie bis Ende August im Schloss Eugensberg wohnen bleiben kann.

Eigentlich hätte die Familie Erb das Schloss in Salenstein bereits per 1. Mai verlassen müssen. So hatte es das Bundesgericht angeordnet. Die Familie äusserte jedoch den Wunsch, bis zum vorgesehenen Schulwechsel der Kinder im Schloss bleiben zu können.

Dieser Wunsch wurde der Familie zugestanden, wie die Staatskanzlei des Kantons Thurgau am Freitag mitteilte. Sie kann nun bis zum Ende des Schuljahrs und dem Bezug der neuen Wohnung im Schloss wohnen bleiben. Neuer Termin ist der 30. August.

Dieses Zugeständnis ist Teil einer Vereinbarung, die das Konkursamt − in Absprache mit den Gläubigervertretern − Anfang März mit der Familie getroffen hat. Das war rund einen Monat vor dem Tod von Rolf Erb am 8. April.

In der Vereinbarung ging es hauptsächlich darum, noch offene Fragen bezüglich verschiedener Vermögenswerte zu klären, die den Gläubigern zustehen. Durch den Abschluss könnten nun unter anderem "verschiedene Vermögenswerte in Millionenhöhe aus dem Fürstentum Liechtenstein unkompliziert in die Konkursmasse überführt werden", heisst es weiter.
 

Interessenten für Schloss und Villa

Zudem wurde vereinbart, dass nun über das gesamte und vollständige Schlossinventar verfügt werden kann. Dieses kann jetzt bei Bedarf zusammen mit dem Schloss verwertet werden.
Für das historische Anwesen Schloss Eugensberg und die dazugehörenden Gebäude und Liegenschaften im Umfang von über 80 Hektaren besteht gemäss Staatskanzlei bereits «eine umfangreiche Liste von Interessenten». Erste Vorbereitungshandlungen für den Verkauf wurden gemacht. Dieser soll im Sommer starten.

Auch für die Villa Wolfensberg in Winterthur gebe es bereits Interessenten. Momentan wird abgeklärt, was auf dem Grundstück baulich möglich ist, "um danach einen optimalen Verkauf der Liegenschaft erzielen zu können".

Bereits einen Schritt weiter ist man bei der Schlosshof Immobilien AG. Die Gesellschaft, zu der auch das Zentrum Töss und zahlreiche Mehrfamilienhäuser gehören, soll als Ganzes verkauft werden. Die Verhandlungen dazu sind weit fortgeschritten: Der Interessent mit dem besten Angebot hat bereits einen Vorvertrag abgeschlossen.

Am 21. Mai werden anlässlich der prestigeträchtigen Autoveranstaltung «Spa-Classic» auf der Rennbahn «Circuit de Spa-Francorchamps» in Belgien die Oldtimer der Familie versteigert. Unter den zwölf Fahrzeugen befinden sich ein Aston Martin V8 Volante, zwei Rolls Royce, mehrere Maserati, Mercedes Benz und Jaguar sowie ein Lamborghini und ein Ford Mustang.
 

An Herzkrankheit gestorben

Rolf Erb war der letzte Konzernchef der Winterthurer Erb-Gruppe, die 2003 Konkurs ging. Nach dem Swissair-Konkurs gilt dies als die zweitgrösste Firmenpleite der Schweizer Wirtschaftsgeschichte. Der Schaden soll sich auf mehrere Milliarden Franken belaufen haben, und Erb wurde zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Erst im März hatte das Bundesgericht eine Beschwerde des 65-Jährigen gegen den Haftantritt abgewiesen. Erb, der stets alle Vorwürfe abgestritten und die Schuld seinem verstorbenen Vater Hugo zugeschoben hatte, hatte sich dagegen gewehrt und akute Selbstmordgefahr geltend gemacht.
Rolf Erb wurde am 8. April tot an seinem Wohnort Schloss Eugensberg aufgefunden. Wie die Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau am Freitag nun mitteilte, starb er eines natürlichen Todes.
Die Untersuchungen beim Institut für Rechtsmedizin in St. Gallen hätten ergeben, dass Erb an einer Herzkrankheit verstorben ist. Es liegen keinerlei Hinweise für eine suizidale Handlung vor, ebenso wird Fremd- beziehungsweise Dritteinwirkung ausgeschlossen, heisst es weiter. (sda) 
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