• Securitas-Mitarbeiter sorgen für Sicherheit - ab und an geraten einige von ihnen aber selber in die Schlagzeilen.
    Securitas-Mitarbeiter sorgen für Sicherheit - ab und an geraten einige von ihnen aber selber in die Schlagzeilen. (Keystone (Symbolbild))
17.03.2017 | 05:38

Rabiater Sicherheitsmann


GERICHTSFALL ⋅ Stimmen die Vorwürfe, welche die Staatsanwaltschaft gegen einen ehemaligen Securitas-Mitarbeiter richtet, drohen ihm vier Jahre Haft. Er ist wegen zahlreicher Delikte angeklagt.

Claudia Schmid

Claudia Schmid

ostschweiz@tagblatt.ch

Der 37-jährige Italiener steht am Donnerstag, 30. März, vor dem Kreisgericht St.Gallen. Er ist wegen zahlreicher Delikte angeklagt. Darunter fallen schwere Körperverletzung, Unterlassen der Nothilfe, falsche Anschuldigung, Sachbeschädigung, Drohung, Beschimpfung, Tätlichkeiten, sexuelle Nötigung, Pornografie und pflichtwidriges Verhalten bei Unfall. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt allerdings die Unschuldsvermutung. Die Öffentlichkeit ist von der Teilnahme an der Verhandlung ausgeschlossen.

Dem Beschuldigten wird unter anderem vorgeworfen, er habe im Mai 2013 einem Postautofahrgast mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Laut Anklageschrift wollte er in seiner damaligen Funktion als Securitas-Mitarbeiter das Billett des angetrunkenen Mannes kontrollieren. Als sich dieser unkooperativ zeigte und ihm die Fahrkarte wieder aus den Händen riss, soll es zu einem Handgemenge gekommen sein. Nach dem Faustschlag hätten er und ein Arbeitskollege den Fahrgast an einer Haltestelle in St.Gallen aus dem Postauto geschubst, so dass dieser nach vorne stürzte und mit dem Kopf gegen eine Mauer prallte.

Mit der Faust ins Gesicht geschlagen

Im Juli 2013 arbeitete der Beschuldigte als Securitas-Mitarbeiter am Fussballspiel FC Luzern gegen FC Zürich. Er war mit der Personenkontrolle beauftragt. In diesem Fall lautet der Vorwurf, dass er einem FCZ-Fan im Laufe einer Auseinandersetzung mit der Faust gegen die rechte Gesichtshälfte geschlagen hat. Auch soll er vor Gericht unter Eid einen Fussballfan falsch belastet haben, der im August 2012 in der AFG-Arena war und ihn getreten haben soll. Die Videoaufnahmen zeigten jedoch einen anderen Verlauf der Geschehnisse.

Ein weiterer Vorfall, mit dem der Beschuldigte konfrontiert wird, ereignete sich im Februar 2014. Gemäss Staatsanwaltschaft beschimpfte er nach dem Verlassen einer Bar in Gossau drei deutsche Gäste und sprühte ihnen Pfefferspray ins Gesicht. Einem der drei soll der Beschuldigte zusätzlich ins Schienbein getreten und diesem mit einer Taschenlampe mehrfach auf den Kopf und auf die Stirn geschlagen haben, einem zweiten auf den Hinterkopf. Danach habe sich der Beschuldigte entfernt, ohne sich um die Verletzten zu kümmern oder einen Rettungswagen zu avisieren. Im April 2016 soll der Beschuldigte seine Ex-Freundin in alkoholisiertem Zustand mit einer Wasserflasche, einer Pfeffermühle aus Holz, Kleiderbügeln und einem Natel beworfen, sie an den Haaren um das Haus herum gezerrt und ins Badezimmer geschleift haben. Dort habe er mit dem Fuss in ihren Oberkörper getreten, auf ihren Bauch gekniet und sie mit beiden Händen gewürgt, heisst es in der Anklageschrift. Zudem habe er sie mit Fäusten und offenen Händen geschlagen und mehrfach schlimm beschimpft.

Die Staatsanwaltschaft listet eine Reihe weiterer Straftaten auf. Sie beantragt eine unbedingte Freiheitsstrafe von vier Jahren. Der Mann muss sich bereits an diverse Weisungen halten. So hat das Zwangsmassnahmengericht im Juli letzten Jahres Bewährungshilfe angeordnet und dem Beschuldigten verboten, sich seiner Ex-Freundin zu nähern. Er darf keinen Alkohol konsumieren und muss sich einer ambulanten Antiaggressionstherapie unterziehen.

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