• Ein Drittel des Schweizer Bestands der Flussregenpfeifer lebt im Gebiet des Alpenrheins.
    Ein Drittel des Schweizer Bestands der Flussregenpfeifer lebt im Gebiet des Alpenrheins. (Fotolia)
20.04.2017 | 06:31

Pfiffige Läufer im Kies


ARTENSCHUTZ ⋅ Im Gebiet des Alpenrheins lebt ein Drittel des Schweizer Bestandes der seltenen Flussregenpfeifer und Flussuferläufer. Sie sind Meister der Tarnung, was zu Konflikten mit Spaziergängern führt.

Bei ersten Sonnenstrahlen im Frühling zieht es viele nach draussen. Beliebt bei Spaziergängern sind dabei auch Naherholungsgebiete, wie der Rhein eines ist. Seine Kiesbänke verlocken Mensch und Tier, darauf zu verweilen. Wer sich einen Moment der Ruhe gönnt und aufmerksam die Umgebung beobachtet, könnte meinen, dass einzelne Kieselsteine sich bewegen. Bei genauerem Hinsehen wird jedoch klar: Das sind keine Steine, sondern Vögel. 

Die Watvögel Flussregenpfeifer und Flussuferläufer sind Meister der Tarnung. Das führt jedoch zu Problemen: "Viele Spaziergänger wissen gar nicht, dass in den Kiesbänken Vögel leben", sagt Hannes Schumacher von der neu gegründeten überregionalen Interessengemeinschaft (IG) zur Förderung von Flussuferläufern und Flussregenpfeifern. Die IG will durch gezielte Information die Nutzer des Alpenrheins auf die stark gefährdeten Tiere aufmerksam machen. "Hier lebt etwa ein Drittel des Schweizer Bestandes", sagt er. Besonders zur Brutzeit von April bis Juni reagieren die Vögel empfindlich auf Störungen. Die Tiere sind geschützt, weshalb die Menschen verpflichtet seien, auf die Vögel Rücksicht zu nehmen, sagt Schumacher. Deshalb wolle die IG sensibilisieren: "Wir appellieren an die Vernunft der Spaziergänger." Dazu gehöre beispielsweise, aufmerksam zu sein und Hunde gerade auf den Kiesbänken an der Leine zu führen.

Auch im Thurgau gibt es die seltenen Watvögel. Allerdings brüte im Thurgau nur der Flussregenpfeifer, sagt Roman Kistler, Amtsleiter der kantonalen Jagd- und Fischereiverwaltung. "Sie kommen an der Thur im Grenzgebiet zum Kanton Zürich vor." Seit 15 Jahren brüten die Vögel dort mit Erfolg, auch dank Absperrungen der Kiesbänke. (sba) 
Sein Gefieder ist braun-weiss, der gelbe Ring um sein Auge leuchtet dafür umso heller. Der Flussregenpfeifer fühlt sich auf Kies am wohlsten. Denn die Steine schützen sein Gelege, das fast nicht vom Kies zu unterscheiden ist. Der etwa 18 Zentimeter grosse  und 55 Gramm schwere Vogel trippelt mit schnellen Schritten über das Kies. Um Beutetiere aufzuscheuchen, trampelt er manchmal energisch im Sand und Schlamm. Von November bis Februar ist er im Süden. (sba) 
Beschwingt wippt der Flussuferläufer mit seinem Hintern, wenn er auf dem steinigen Boden steht und nach Futter Ausschau hält. Er gehört zur Familie der Schnepfen und ist in der Schweiz sehr selten. Maximal 120 Paare gibt es hier laut Vogelwarte noch. Er ist etwa 20 Zentimeter gross und wird bis zu 60 Gramm schwer. Seine Hauptnahrung sind Spinnen und Insekten, die er zwischen den Steinen findet. Er kann schwimmen und bis zu einem Meter tief tauchen. (sba)
Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Was wird am 31.12 jeden Jahres gefeiert??
 

Meistgelesen

Zur Bergung musste ein Spezialkran aufgeboten werden.
Unfälle & Verbrechen: 26.04.2017, 06:56

Lastwagen war viel zu schwer

Zwischen St.Margrethen und Rheineck blockierte am Mittwochmorgen ein Lastwagen eine Fahrbahn auf ...
Der Basler Jurist Bernhard Heusler soll der Wunschkandidat von Dölf Früh sein.
FC St.Gallen: 26.04.2017, 06:03

Früh will Heusler

Weil Dölf Früh im Mai gesundheitsbedingt zurücktritt, braucht der FC St.Gallen einen neuen ...
Fühlt sich geehrt, dass Dölf Früh ihn als Nachfolger will: FC-Basel-Präsident Bernhard Heusler.
FC St.Gallen: 26.04.2017, 14:57

FCSG-Präsidium: Aufregung um Heusler

Am Mittwoch ist publik geworden, dass sich Dölf Früh den scheidenden FC-Basel-Präsidenten ...
In der Kirche Vogelherd in Wittenbach werden sich nach der Freistellung des Pfarrers bis auf weiteres verschiedene Pfarrer von Evangelisch Tablat mit Predigen abwechseln.
Region St.Gallen: 25.04.2017, 18:40

Pfarrer freigestellt, um ihn zu schützen

Mit viel Elan und neuen Ideen: So wirkt Daniel Kiefer seit zwei Jahren als Pfarrer.
Die Freunde des Schiesssports können in der Schweiz auf eine starke Lobby zählen.
Schweiz Import: 26.04.2017, 12:57

Schützen rüsten zum Kampf

Die EU hat ihr Waffenrecht verschärft. Die Schweiz muss die neuen Regeln übernehmen, will sie ...
Alles Dunkel in der St.Galler Yendi-Filiale im Neumarkt. Kleider können hier vorerst nicht mehr gekauft werden.
Wirtschaft Ostschweiz: 26.04.2017, 18:22

Lichter löschen für Ostschweizer Yendi-Filialen

Das Freiburger Modehaus Yendi hat vor rund zwei Wochen Konkurs angemeldet.
Mitten auf der Autobahn ging das Benzin aus: Doch das Auto neu zu starten ging gründlich schief.
Unfälle & Verbrechen: 26.04.2017, 11:57

Während voller Fahrt plötzlich ohne Benzin

Am Dienstag, um 18.30 Uhr, ist ein 28-Jähriger mit seinem Auto auf der Autobahn A13, ...
St.Galler Kantonsangestellte demonstrieren für die 200-Millionen-Einlage in die Pensionskasse.
Kanton St.Gallen: 26.04.2017, 09:41

"Das Parlament betreibt eine Hinhaltetaktik"

Die Entscheidung über die Einmaleinlage in die St.Galler Pensionskasse ist vom Kantonsparlament ...
Hat FCSG-Coach Joe Zinnbauer noch Rückhald in der Mannschaft?
FC St.Gallen: 26.04.2017, 16:38

Kann man gegen den Trainer spielen?

Die ketzerischen Fragen mögen nach dem jüngsten Absturz des FC St.
Die St.Galler Kantonspolizei hat Hinweise zu den Böllerwerfern erhalten (Symbolbild).
Kanton St.Gallen: 26.04.2017, 08:30

Böllerwürfe: Sachschaden beträgt rund 3000 Franken

Nach den Böllerwürfen auf ein Postauto und einen Stadtbus am Rande der Offa sucht die Polizei ...
Zur klassischen Ansicht wechseln