Nur noch ein Jungschaf übrig

  • Die Wildtierkamera zeigt hinter den Schafen deutlich die Scheinwerfer eines Autos auf der Zufahrtstrasse.
    Die Wildtierkamera zeigt hinter den Schafen deutlich die Scheinwerfer eines Autos auf der Zufahrtstrasse. (Bild: PD)
19.04.2017 | 07:05

SALMSACH ⋅ Richard Neururer ist vom Unglück verfolgt. An Karfreitag ist ihm ein Lämmlein abhanden gekommen. Nachdem er ein paar Tage zuvor schon eines auf mysteriöse Weise verloren hatte.

Markus Schoch

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

Richard Neururer ist ein gesprächiger Mann. Doch im Moment ist ihm nicht mehr nach Reden zumute. «Es war eine schlechte Karwoche für mich», sagt er mit belegter Stimme.

Zuerst fand er am Montag ein totes Lämmlein bei sich im Stall in der Salmsacher Bucht. Und zwar ohne Schwanz. Die Polizei geht nach Abklärungen durch Experten von einem Wildriss aus. Konkret soll ein Marder dem zehn Tage alten Schaf den Tod gebracht haben. Neururer will es nicht recht glauben. Und mit seinen Zweifeln ist er nicht allein. Vor wenigen Tagen habe er mit einem Schafhalter aus dem Toggenburg geredet, dem genau das Gleiche passiert sei. Und der sage: Das könne kein Tier gewesen sein. Er habe seine Schafe sogar mit einem Elektrozaun geschützt. Auch andere würden die offizielle Version hinterfragen, sagt Neururer.

Kamera zeigt ein Auto

Dass Menschen ihre Hand im Spiel gehabt haben, hält auch der 87-Jährige durchaus für möglich. Denn an Karfreitag verlor er ein zweites Lämmlein. Die genauen Umstände sind zwar ungeklärt. Neururer geht aber von Diebstahl aus, den er bei der Polizei angezeigt hat. Sein Verdacht ist nicht unbegründet. Denn in der Zwischenzeit war bei ihm eine Wildtierkamera installiert worden, die an Bewegungssensoren gekoppelt ist und Indizien für seine Theorie liefert. Auf einem ersten Bild kurz vor Mitternacht sind die Schafe eng beieinander zu erkennen ebenso wie im Hintergrund die Lichter eines Autos auf der Zufahrtstrasse. Auf den nächsten Bildern 20 Minuten später ist nur noch eines der beiden Lämmlein zu sehen. Das andere scheint bewusst aus dem Bereich der Fotofalle in einen toten Winkel getrieben worden zu sein. Das fehlende Jungschaf bemerkte Neururer am nächsten Morgen, als er die Tiere füttern wollte.

Kommt hinzu: Es ist nicht der erste Karfreitag, an dem der Romanshorner ein Schaf verloren hat. Im letzten Jahr starb eines, nachdem ihm der Kopf abgetrennt worden war. Und davor kam schon einmal ein Lämmlein ums Leben. Neururer will nicht mehr ausschliessen, dass seine Tiere Opfer eines Okkultisten geworden sind.

Das letzte der Lammdrillinge sperrt Rudolf Neururer in der Nacht mit der Mutter im Stall ein. Auch wenn sich der Schafhalter bewusst ist, dass dieser möglicherweise nicht viel Schutz bietet. Aber mehr machen könne er im Moment nicht.

Warum gerade er beziehungsweise seine Schafe Zielscheibe eines Unbekannten sein sollten, kann sich Neururer nicht erklären. «Ich habe keine Feinde, und die Tiere haben es so gut bei mir.»

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Was ist das Gegenteil von Weiss??
 

Meistgelesen

Ermittlungen am Ort, wo mehrere Menschen bei einer Terrorattacke zu Tode gefahren wurden.
International: 17.08.2017, 17:21

Im Zickzack Menschen niedergemäht

Nach einem Terroranschlag im Zentrum Barcelonas mit einem Lieferwagen sind zwei Personen ...
Blick auf die Unfallstelle.
Unfälle & Verbrechen: 17.08.2017, 17:27

Lieferwagen fährt auf Postauto auf

An der Langgasse in St.Gallen ist am frühen Donnerstagabend ein Postauto in eine ...
Gegen die Mutter könnte ein Strafverfahren eröffnet werden.
Panorama: 17.08.2017, 09:42

17-Jährige lässt ihr Baby im Auto schlafen - Hitzetod

Tragischer Vorfall im vorarlbergischen Bludenz: Ein zweijähriger Bub ist tot im Auto gefunden ...
René Quellet - hier 2003 mit Franz Hohler an einer Gala im Zürcher Volkshaus - ist am Donnerstag 86-jährig gestorben.
Kultur: 17.08.2017, 20:32

Der Mime René Quellet ist tot

Einem breiten Publikum ist René Quellet bekannt als Partner von Franz Hohler in der Sendung ...
Auch dieses Pferd aus dem Bestand von Ulrich K. wurde verkauft.
Ostschweiz: 17.08.2017, 19:55

Entwurmt und geputzt in neue Hände

Hunderte Personen haben sich in der Nähe von Bern am Verkauf der Hefenhofer Pferde beteiligt.
Der Tatort: In der Seerheinbadi in Tägerwilen wurde am 15. Mai 2016 eine weibliche Leiche gefunden.
Kanton Thurgau: 17.08.2017, 15:02

Tötungsdelikt in Tägerwilen: Mutmasslicher Täter widerruft Geständnis

An Pfingsten 2016 hatte eine Spaziergängerin am Ufer der Seerheinbadi in Tägerwilen eine ...
Beliebte Exil-Thurgauerin: Mona Vetsch lebt und arbeitet in Zürich.
Ostschweiz: 17.08.2017, 14:27

Mona - das umtriebige «Faultier»

Die Thurgauer Moderatorin Mona Vetsch wird in der neuen SRF-Dok- Sendung ins kalte Wasser geworfen.
Standbild aus dem Skandalvideo
Schweiz: 17.08.2017, 15:54

Nach Skandalvideo aus Rekrutenschule: Sieben Tage Arrest für Armee-Vorgesetzten

In einer Schiessübung forderte ein Armee-Vorgesetzter seine Rekruten auf, einen Konflikt mit ...
Unter Druck: Der Thurgauer Kantonstierarzt Paul Witzig.
Ostschweiz: 17.08.2017, 20:11

"Über Witzig wurde nicht gesprochen"

Am Donnerstag gaben Regierungsrat Walter Schönholzer und Generalsekretär Andreas Keller der ...
Diese Stop-Signalisation in Bütschwil stammt nicht von offizieller Seite. Sie entstand in Eigenregie eines Anwohners.
Toggenburg: 17.08.2017, 13:07

Anwohner pinselt eigenes Verkehrssignal - verkehrt herum

Eine «Stop»-Signalisation in Bütschwil zieht derzeit die Aufmerksamkeit auf sich.
Zur klassischen Ansicht wechseln