«Kombinationen fliegen mir zu»

  • Sie zeigt, wie’s geht: Cathrin Michael produziert Kochvideos.
    Sie zeigt, wie’s geht: Cathrin Michael produziert Kochvideos. (Bild: PD)
19.03.2017 | 13:03

OSTSCHWEIZ ⋅ Die sozialen Medien sind voll mit Kochvideos. Die Kreuzlingerin Cathrin Michael steht für Bluewin am Herd. Sie war damit eine der ersten Food Blogger in der Schweiz.

Nicole D'Orazio

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Die Kochvideos von «Tasty» sind der Renner in den sozialen Medien. Mittlerweile gibt es viele Nachahmer aus aller Welt, die vor der Kamera ein Gericht zaubern. Cathrin Michael hat sich den Traum eines Food Blogs ebenfalls verwirklicht. Die gebürtige 34-jährige Kreuzlingerin darf für das Onlineportal der Swisscom, Bluewin, vorkochen.

Frau Michael, Sie stehen hinter den Kochvideos von Blue Kitchen. Wie sind Sie zur Food Bloggerin geworden?

Ich wollte schon immer über Essen und Trinken schreiben. Die Videos sind nun ein weiterer Schritt. Der Trend mit den Tasty-Videos ist nach zwei Jahren von Amerika nach Europa rübergeschwappt. Bluewin hat das sozusagen als Erste in der Schweiz erkannt und suchte jemanden, der eigene Videos produziert. Über meine Firmenwebseite sind die Verantwortlichen auf mich gekommen. Das ist ein Glücksfall.

Ist es kompliziert, ein Kochvideo zu drehen?

Am Anfang schon. Zusammen mit meiner Partnerin Nadine Faeh musste ich zuerst ausklügeln, wie es am Besten geht, auf einer mobilen Herdplatte unter einer Kamera zu kochen. Nadine hat schliesslich eine Aufhängung konstruiert. So kommen wir uns nicht in die Quere.

Kochen Sie bei sich zu Hause oder in einer Showküche?

Wir dürfen die Küche in Nadines Elternhaus benutzen. Dort haben wir genügend Platz. Dennoch sieht es am Abend immer aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Überall stehen Teller, Pfannen und Essen rum.

Wie viele Videos produzieren Sie an einem Tag?

In einer Woche filmen wir 20 Episoden. Mit Rezepteplanung, Einkauf, texten und schneiden dauert es aber fast drei Wochen, bis eine Staffel komplett fertig ist.

Essen Sie die Gerichte nach dem Kochen alle selber?

Das schaffen wir nicht. Die Nachbarn freuen sich aber immer, weil wir das Essen verteilen.

Kochen Sie ein Gericht jeweils einmal oder benötigen Sie mehrere Versuche?

Das Ziel ist, es in einem Mal zu schaffen. Doch das klappt nicht immer. Einmal ist mir zum Beispiel das Caramel angebrannt. Ein anderes Mal habe ich mir in den Finger geschnitten und alles war voller Blut. Es gehört dazu, dass mal was danebengeht. Wir benötigen aber keine Farbe oder sonstige Hilfsmittel, damit das Essen perfekt aussieht. Es soll authentisch wirken.

Stört es Sie, dass oft nur Ihre Hände zu sehen sind?

Nein. Darüber bin ich sogar froh. Wir machen ja keine Kochsendung, sondern wollen kurze Videos drehen und die Leute gluschtig machen, selbst zu kochen. Ein Video sollte nicht länger als 60 Sekunden dauern.

Gehen Sie vor den Aufnahmen zur Maniküre?

Nein. Aber das sollte ich wohl. Nadine schimpft jedes Mal, wenn ich vor Beginn eine Nagelfeile ausleihen muss. Aber ich habe einen Trick: Mit einer Mischung aus Olivenöl und Salz bekommt man im Nu schöne Hände.

Welche Gerichte kochen Sie für Ihren Blog?

Für Blue Kitchen soll es eine bodenständige Küche sein. Wir peppen dafür oft Schweizer Klassiker auf. Zum Beispiel eine Spätzlipfanne mit Lauch und Ricotta. Aber ich wähle auch gerne moderne und einfache Gerichte aus wie Quesadillas mit Feta und Avocado.

Wo holen Sie sich Inspiration?

Ich habe viele Kochbücher und liebe es, in ihnen zu schmökern. Von meiner Mutter habe ich einen Ordner mit Lieblingsrezepten aus meiner Kindheit. Auf Social Media lasse ich mich auch gerne inspirieren. Meistens aber öffne ich den Kühlschrank und schaue, was da ist. Irgendwie fliegen mir die Kombinationen einfach zu.

Die Videos findet man unter:

www.bluewin.ch/de/leben/life

style/blue-kitchen.html

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