Wild-Importe minimal gesunken

  • Auch wenn die Importe zuletzt leicht rückläufig waren, werden in der Schweiz immer noch mehr als zwei Drittel des konsumierten Wilds aus dem Ausland eingeführt.
    Auch wenn die Importe zuletzt leicht rückläufig waren, werden in der Schweiz immer noch mehr als zwei Drittel des konsumierten Wilds aus dem Ausland eingeführt. (KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA)
10.10.2017 | 16:43

ERNÄHRUNG ⋅ Mehr als zwei Drittel des Wilds, das im vergangenen Jahr auf Schweizer Tellern gelandet ist, stammte nicht von einheimischen Tieren. Insgesamt ging der Import von Wild 2016 jedoch leicht zurück.

Herbstzeit ist Wildzeit - zumindest für alle Nicht-Vegetarier. Eine Marktanalyse des Bundesamts für Landwirtschaft (BLV) vom Oktober zeigt, dass 94 Prozent des gesamten Wildabsatzes im Detailhandel in der zweiten Jahreshälfte erzielt wird.

Im Schweizer Detailhandel wurde laut BLV 2016 zwar weniger Wild abgesetzt als im Vorjahr, doch der Gesamtkonsum in der Schweiz stieg leicht an. 4'781 Tonnen Wild seien verzehrt worden - ein Plus von 1,1 Prozent. Am beliebtesten waren Hirsch und Reh.

"Bio" nur aus zertifizierter Zucht

Das liegt auch daran, dass im Inland geschossenes Wild meistens direkt bei der Gastronomie, Kleinmetzgereien oder bei Privatleuten landet. Der Detailhandel beziehe dagegen das Fleisch vorwiegend über Importe und aus "kontrollierter Zucht", so das BLV.

Davon ist wiederum nur ein Bruchteil in Bio-Qualität: 2016 lief nur 2,9 Prozent des Wilds mit diesem Label über das Ladenband. Gemäss BLV darf "Bio-Wild" nur aus kontrollierter Zucht angeboten werden - nur so könne sichergestellt werden, dass auch die Futtergrundlage der Tiere aus biologischem Anbau stamme.

Ein Problem für die Bio-Wild-Produzenten sei, dass sie zwar das ganze Jahr über Fleisch produzierten, die Nachfrage aber gerade in der klassischen Jagdsaison im Herbst hoch sei. Im Sommer stottert der Verkauf.

In der Schweiz gibt es 315 Landwirtschaftsbetriebe, die Hirsche halten, wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) in einer Meldung schreibt. Deren Bestand belaufe sich auf rund 12'000 Tiere. 85 Prozent der Hirsche sind Damhirsche, die restlichen 15 Prozent verteilen sich auf Rot- und Sikahirsche.

Viel Wild aus Österreich und Neuseeland

2016 seien rund 70 Prozent des Wildfleischs aus dem Ausland eingeführt worden. Der Rest stamme aus dem Inland. Der LID bezieht sich dabei auf Zahlen des Schweizer Bauernverbands sowie auf die Branchenorganisation der Fleischwirtschaft (Proviande).

Liegt importiertes Hirsch- oder Rehfleisch auf dem Schweizer Teller, kommt es häufig aus Österreich oder aus Neuseeland, wie aus einer Statistik der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) hervorgeht. Die Importe von Wildfleisch sind 2016 minimal zurückgegangen: Es wurden gemäss EZV rund 3739 Tonnen eingeführt - fünf Tonnen weniger als im Jahr zuvor.

Wild bleibt auch wegen seines Preises in der Schweiz ein Nischenprodukt: Im vergangenen Jahr habe der Preis im Detailhandel laut BLV bei 28.60 Franken gelegen - das waren 40 Prozent mehr als der Gesamtdurchschnitt für Frischfleisch. (sda)

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Wie viele Türen hat ein Adventskalender??
 

Meistgelesen

In diesem Haus an der Neugasse in Bazenheid kam es zum Streit.
Unfälle & Verbrechen: 17.10.2017, 09:11

Tödlicher Streit unter Brüdern: Der mutmassliche Täter galt als jähzornig

Am frühen Montagnachmittag hat sich in Bazenheid ein Familiendrama ereignet.
Der frühere spanische Topstar Fernando Hierro hat soeben die Schweiz aus dem Topf der gesetzten Teams gezogen.
Sport: 17.10.2017, 14:14

Die Schweizer Nationalmannschaft trifft in der WM-Barrage auf Nordirland

Das Los hat entschieden: Will die Schweizer Fussball-Nati an der WM in Russland dabei sein, muss ...
Ist eine Person vermisst, sind die ersten Stunden der Suche laut der Polizei die wichtigsten.
Kanton St.Gallen: 17.10.2017, 08:39

Spurlos verschwunden: Das Leiden der Angehörigen

Ende Oktober sind es 15 Monate, dass ein Mann aus der Ostschweiz verschwand.
Um diesen Vorfall geht es: Beim Spiel Luzern - St.Gallen vom Februar 2016 warf ein Anhänger Knallkörper auf den Rasen.
Ostschweiz: 17.10.2017, 11:28

St.Galler Pyrowerfer: Jetzt entscheidet das Bundesgericht

Der Fall eines Fans des FC St.Gallen, der in Luzern Knallkörper aufs Spielfeld geworfen hatte, ...
Die Büro- und Gewerbeliegenschaft an der Hungerbühlstrasse 15 im Westen von Frauenfeld brennt lichterloh.
Stadt Frauenfeld: 17.10.2017, 08:28

Immenser Schaden nach Vollbrand

Lichterloh brannte in der Nacht auf gestern ein altes Haus im Westen der Stadt.
Unfälle & Verbrechen: 17.10.2017, 16:40

Diebe klauen Wärmeschublade

An der Fürstenlandstrasse in St.Gallen haben sich unbekannte Täter über eine Baustelle Zutritt ...
Auch im thurgauischen Mattwil hatte der Mann einen Reitstall gemietet - das Geld blieb er zu einem grossen Teil schuldig.
Kanton Thurgau: 17.10.2017, 10:48

Reitstall-Betrüger gibt Urkundenfälschung zu

Um bei Gläubigern Kredit zu erhalten, hat ein hochverschuldeter Pferdestallbetreiber Dokumente ...
Die Arapaima schwammen am Dienstag bereits in ihren neuen Wasserbecken in der Aquatis-Anlage in Lausanne herum. Die in Südamerika heimischen Süsswasserfische können bis 4,5 Meter lang werden.
Panorama: 17.10.2017, 17:03

Am Samstag eröffnet in Lausanne das grösste Süsswasser-Aquarium Europas

Aquatis, das grösste Süsswasser-Aquarium-Vivarium Europas, wird am Samstag in Lausanne die Türen ...
Diese roten SBB-Loks werden Schritt für Schritt modernisiert. Bis 2022 sollen alle 119 Fahrzeuge in Yverdon-les-Bains VD für die nächsten zwanzig Jahren fit gemacht werden. (Archiv)
Schweiz: 17.10.2017, 11:24

Rote SBB-Loks werden moderner gemacht

Seit 25 Jahren verkehren auf dem Schweizer Schienennetz die roten Lokomotiven, die mit der ...
Vereinspräsident Bernhard Koch freut sich über die Auszeichnung für die «Freunde des Wasserschlosses Hagenwil» als Oberthurgauer des Jahres.
Amriswil: 17.10.2017, 17:51

Der Verein "Freunde des Wasserschlosses Hagenwil" wird Oberthurgauer des Jahres

Grosse Ehre für den Verein "Freunde des Wasserschlosses Hagenwil": Die Regionalplanungsgruppe ...
Zur klassischen Ansicht wechseln