MEDIENNUTZUNG

Tagblatt.ch legt stark zu

Rund zwei Drittel aller Leser konsumieren Journalismus noch in gedruckter Form. Ein Drittel liest online. Dies dürfte sich in Zukunft ändern, denn Online-Plattformen gewinnen stetig neue Leser: Wie beispielsweise Tagblatt.ch, das in den vergangenen zwölf Monaten um 46,6 Prozent zulegen konnte.
10.10.2017 | 05:19

Der Strukturwandel in der Medienbranche schreitet vor­an: Gemäss neusten Zahlen der AG für Werbemedienforschung (Wemf) gewinnen Online-Plattformen mehr Leserinnen und Leser, während die gedruckten Zeitungen bestenfalls die Zahl der Leserschaft stabil halten können. So weisen die Tages- und Sonntagszeitungen der NZZ-Mediengruppe, die unter anderem das «St. Galler Tagblatt» und ihre Regionalausgaben umfasst, eine vergleichsweise gute Lesermarktentwicklung aus. Gemäss der Herbsterhebung der Wemf wird das «Tagblatt» (inkl. E-Pa­per) von 276'000 Personen gelesen. Das sind 3 Prozent mehr als im gleichen Befragungsabschnitt des Vorjahres.

Eine gute Botschaft

Christine Bolt, stellvertretende Leiterin der St. Galler Tagblatt AG, sagt, dass das eine positive Entwicklung sei, und es zeige, dass die Leserzahlen des «Tagblatts» stabil bleiben. «Das ist eine gute Botschaft.»

Erhebliche Rückgänge bei den Leserzahlen verzeichnen hingegen unter anderem «Tages-Anzeiger» und «Blick». Bei den Sonntagsmedien bleibt der gedruckte «Sonntagsblick» die beliebteste Lektüre, obwohl die Print-Reichweite auf noch 583000 schrumpft.

Von der Gesamtreichweite der Medientitel entfallen rund zwei Drittel auf die gedruckten Ausgaben, ein Drittel auf das Internet. Die Wanderung von der Druck- zur Onlineausgabe innerhalb einer printbasierten Medienmarke verlangsamte sich, blieb aber spürbar. Schaut man sich die Nutzerzahlen der Online-Plattformen der Bezahlzeitungen an (Tabelle unten), schwingt der «Blick» obenaus: Er erreicht 746000 Unique User und damit 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Online-Plattform tagblatt.ch konnte einen starken Zuwachs verzeichnen und um 46,6 Prozent zulegen. Das «Tagblatt» erreicht insgesamt über alle Kanäle hinweg in seiner Gesamtreichweite 320'000 Leserinnen und Leser. Das sind 7,4 Prozent mehr als 2016. Vor einem Jahr wa­ren es noch 298'000. (sda/bor)

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