Schon 1600 folgen Schadenersatz-Klage

  • VW-Besitzer zeigen grosses Interesse an der Schadenersatzklage der Konsumentenschützer gegen den Generalimporteur Amag.
    VW-Besitzer zeigen grosses Interesse an der Schadenersatzklage der Konsumentenschützer gegen den Generalimporteur Amag. (KEYSTONE/WALTER BIERI)
13.09.2017 | 11:35

ABGAS-SKANDAL ⋅ Das Interesse der VW-Fahrzeughalter an der Schadenersatzklage der Stiftung für Konsumentenschutz hat die Erwartungen übertroffen. Knapp eine Woche nach Bekanntgabe haben sich bereits 1600 Autobesitzer der Klage angeschlossen.

Unter den 1600 Klagewilligen befinden sich 100 Vertreter von Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU), wie Alex von Hettlingen, Sprecher der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), am Mittwoch auf Anfrage der sda sagte.

Um genügend Rückhalt für die Schadenersatzklage gegen den Generalimporteur Amag und VW zu haben, wollte die SKS bis Mitte November 2000 Klagewillige an Bord haben. "Wir sind überrascht von der grossen Nachfrage und überzeugt, dass wir die 2000 rechtzeitig erreichen", führte von Hettlingen aus.

Viele Besitzer der Marken VW, Skoda und Audi hätten sich sehr erleichtert gezeigt, dass sich die SKS einsetze und das Prozessrisiko übernähme.

3000 bis 7000 Franken pro Autobesitzer

Das Klageprojekt wendet sich an rund 180'000 betroffene Autobesitzer in der Schweiz. Die SKS geht von einem Schaden von rund 15 Prozent des Kaufpreises aus, den die Autobesitzer zu viel bezahlt haben dürften. Demnach sollen die Fahrzeughalter Anspruch auf je 3000 bis 7000 Franken Schadenersatz haben.

Die Schadenersatzklage will die SKS bis Ende Jahr einreichen, weil ab Januar die Ansprüche der betroffenen Halterinnen und Halter zu verjähren drohen.

Bereits letzte Woche hatten die Konsumentenschützer beim Handelsgericht des Kantons Zürich eine Verbandsklage gegen Amag und den Volkswagenkonzern eingereicht. Die Klage lautete auf widerrechtliche Täuschung bei den Abgas-Manipulationen. (sda)

Kommentare
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geschrieben am 13.09.2017 14:46 | von Hans C. Wuhrmann

Ein Schadenersatz steht m.E. nicht den "Geiz ist geil" Dieselfahrern zu, sondern der Öffentlichkeit. Die hat nämlich den Dreck.

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geschrieben am 14.09.2017 12:57 | von christine weiss

Diesefahrer sind - zumindest in der Schweiz - kaum über "Geiz ist geil" zu erklären: In der Anschaffung sind Dieseautos teurer als Benziner und in der CH ist Dieseltreibstoff auch nicht verbilligt. Er ist teurer als Benzin. Allerdings stossen Dieselfahrzeuge deutlich weniger Kohlendioxid aus als Benziner, was erwünscht ist. Viele Diesel-Käufer gingen davon aus, dadurch im Hinblick auf die Umwelt etwas Positives zu tun. Feinstaub war lange kein Diskussionsthema, CO2 dagegen spielt(e) in allen Klimazielen eine grosse Rolle. Kommt dazu, dass Dieselmotoren langlebiger sind und weniger Treivstoff verbrauchen - was auch hinsichtlich der Energiebilanz erwünscht ist. Die Dieseleigner sind auch nicht daran schuld, dass die Hersteller den Feinstaubausstoss falsch angegeben haben.

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