Mühleberg-Stilllegung rückt näher

  • Blick auf die hydraulischen Steuerstabsantriebseinheiten im AKW Mühleberg.
    Blick auf die hydraulischen Steuerstabsantriebseinheiten im AKW Mühleberg. (Keystone/GAETAN BALLY)
12.09.2017 | 11:48

ENERGIE ⋅ Der bernische Energiekonzern BKW hat laut Atom-Aufsicht ENSI "nachvollziehbar dargelegt", wie er das AKW Mühleberg stilllegen will. Das ENSI schlägt in seinem Gutachten zum Stilllegungsprojekt aber 35 Ergänzungen vor.

Diese sogenannten Nebenbestimmungen betreffen unter anderem die Unterteilung der Stilllegung in drei Phasen sowie diverse Freigabepflichten. Dabei wird festgelegt, welche Arbeiten im Rückbau weitere Freigaben durch die Aufsichtsbehörden erfordern.

Wenn die Nebenbestimmungen berücksichtigt würden, sei der Weg frei für die Stilllegungsverfügung, erklären das ENSI und auch die Eidgenössische Kommission für nukleare Sicherheit (KNS).

Der Ball liegt nun beim Bund. Das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) wird die Stilllegungsverfügung voraussichtlich Mitte 2018 erlassen, wie das Bundesamt für Energie am Dienstag mitteilte. Das AKW Mühleberg soll Ende 2019 vom Netz gehen.

Kein technischer Vorbehalt

Für die BKW ist mit dem ENSI-Gutachten "ein weiterer Meilenstein" erreicht, wie das Unternehmen auf seiner Website festhält. Die sicherheitstechnische Prüfung des Stilllegungsprojekts sei damit abgeschlossen.

Im ENSI-Gutachten finde sich kein Vorbehalt zur technischen Vorgehensweise in der Stilllegung. Das sei positiv zu werten. Die vorgeschlagenen Nebenbestimmungen würden nun vom Bundesamt für Energie geprüft.

"Wir sind die Ersten in der Schweiz, die ein Gesuch für die Stilllegung eines Kernkraftwerks eingereicht haben", stellte der Gesamtprojektleiter Stefan Klute in einem Interview auf der BKW-Website fest.

Die Nebenbestimmungen beträfen vor allem Arbeiten in Mühleberg, die während der Stilllegung neu dazukommen und deren nukleare Aufsicht geregelt werden müsse. Zusätzlich müssten die komplexen Regelwerke für den sicheren Betrieb an die veränderten Rahmenbedingungen in der Stilllegung angepasst werden.

Mehrkosten durch Nebenbestimmungen

Die BKW gehen davon aus, dass die 35 Nebenbestimmungen Mehrkosten verursachen. Dabei handle es sich hauptsächlich um die umfangreiche Dokumentation, wie BKW-Sprecher Gilles Seuret auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda erklärte.

Die Mehrkosten seien allerdings "sehr gering" im Verhältnis zu den Gesamtkosten für die Stilllegung. Diese werden auf rund 950 Millionen Franken veranschlagt, wie Seuret am Dienstag festhielt. Die Gesamtkosten für Nachbetrieb, Stilllegung und Entsorgung der radioaktiven Abfälle wurden Ende vergangenen Jahres mit gut drei Milliarden Franken angegeben.

Das AKW Mühleberg ist seit 1972 in Betrieb. Die Betreiberin BKW hat vor vier Jahren die Abschaltung auf Ende 2019 beschlossen, weil sich eine Nachrüstung finanziell nicht mehr lohnt. (sda)

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Wie viele Türen hat ein Adventskalender??
 

Meistgelesen

Thomas Studer ist die Lust nach nur einem Meisterschaftsspiel mit Thurgau vergangen.
HC Thurgau: 26.09.2017, 06:06

Knallende Türen: Thurgau-Trainer wirft Stürmer aus der Kabine

Stürmer Thomas Studer gehört ab sofort nicht mehr zum Kader des HC Thurgau.
Attraktiv für die Zuschauer, aber nicht ungefährlich: Motocross.
Amriswil: 25.09.2017, 17:13

"Er ist noch nicht über dem Berg"

Nach zwei schweren Unfällen stehen die Veranstalter des Amriswiler Motocross am Pranger.
E-Mountainbikes erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit.
Panorama: 26.09.2017, 09:00

E-Bike: Feine Sache oder Sportgerät für Unsportliche?

Immer mehr Unfälle passieren mit E-Bikes. Gleichzeitig erobern die Velos mit Elektromotor die ...
Sollte Sonja Lüthi (GLP) gewählt werden, wäre der Sturz der CVP aus dem St.Galler Stadtrat historisch.
St.Gallen: 26.09.2017, 07:18

St.Galler Stadtratswahl: Eine Niederlage der CVP wäre historisch

Dass sich Jürg Brunner von der SVP aus dem Rennen um den freien Stadtratssitz genommen hat, ist ...
Diana Gutjahr rückt für Hansjörg Walter in den Nationalrat nach.
Kanton Thurgau: 25.09.2017, 13:23

Diana Gutjahr: "Ich will im Unternehmen bleiben"

Die 33-jährige Unternehmerin Diana Gutjahr rückt für Hansjörg Walter in den Nationalrat nach.
Alexander Stoffel (links) trat 1957 als Geschäftsleiter in das von seiner Familie gegründete Unternehmen Hügli Nährmittel ein. (Archivbild)
Wirtschaft Ostschweiz: 26.09.2017, 07:53

Hügli-Verwaltungsrat Alexander Stoffel verstorben

Unternehmer Alexander Stoffel ist tot. Er ist in seinem 89. Lebensjahr verstorben.
Andri Bösch.
St.Gallen: 26.09.2017, 15:44

St.Galler Juso-Kandidat Bösch: Rückzug und Breitseite gegen Tschirky

Jungsozialist Andri Bösch nimmt am zweiten Umgang der Ersatzwahl in den St.Galler Stadtrat nicht ...
Beim Wahlapéro übergibt der demissionierende Hansruedi Bänziger dem gewählten Gemeindepräsidenten Michael Litscher symbolisch den Schlüssel für das Gemeindehaus.
Appenzellerland: 26.09.2017, 08:23

Streit um die Wahl des Gemeindepräsidenten

Das Verfahren zur Wahl des neuen Gemeindepräsidenten Michael Litscher gibt weiter zu reden.
Blick in die heutige Sauna im Thermalbad Egelsee.
Kreuzlingen: 26.09.2017, 07:36

Rote Köpfe bei Kreuzlinger Saunagängern

Dass im neuen Projekt für das Schwimmbad Egelsee keine finnische Sauna vorgesehen ist, stösst ...
Die Froneri-Fabriken in Goldach und Rorschach produzieren im Jahr 30000 Tonnen Glace und Tiefkühlkost.
Wirtschaft: 25.09.2017, 12:35

Frostige Zeiten bei Froneri

In den beiden ehemaligen Frisco-Findus-Fabriken in Goldach und Rorschach wird jede dritte Stelle ...
Zur klassischen Ansicht wechseln