Längere Carsharing-Fahrten werden teurer

  • Ab Dezember gelten neue Tarife für Mobility-Kunden.
    Ab Dezember gelten neue Tarife für Mobility-Kunden. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Zürich, 23. September 2014))
10.10.2017 | 08:08

MOBILITY ⋅ Eine Tarifänderung des Carsharing-Dienstes Mobility verärgert einen Teil der Kundschaft. Die Änderungen widerspiegeln das Nutzungsverhalten der meisten Kunden, wehrt sich das Unternehmen.

Maurizio Minetti

Maurizio Minetti

Per 6. Dezember wird alles neu bei Mobility. Das Carsharing-Unternehmen mit Hauptsitz in Luzern hat letzte Woche die Kunden in einem Schreiben über mehrere Veränderungen bei den Tarifen informiert. Patrick Marti, Geschäftsführer der Genossenschaft, formuliert es so: «Wir machen Ihren Mobilitätsalltag auf einen Schlag einfacher, übersichtlicher, bedienerfreundlicher und kalkulierbarer.»

Für einen Teil der Kunden heisst das aber, dass für sie die Nutzung des Mobility-Angebots teurer wird. «Eine massive Preiserhöhung, die missverständlich kommuniziert wurde», schreibt zum Beispiel ein Kunde auf Twitter. Und auf Facebook liest man einige Kommentare wie: «Sehr, sehr frech eure Neuerungen.» – «Diese Tarifveränderung ist wirklich saublöd.» – «Bin schwer enttäuscht. Meine Fahrten werden bis zu 32 Prozent teurer.» – «Das ist eine sehr schlechte Sache mit der Tarifveränderung für weite Fahrten.»

 

Verweis auf Hertz und Europcar

Tatsächlich werden längere Fahrten ab Dezember teurer, wie Mobility-Mediensprecher Patrick Eigenmann bestätigt. ­Allerdings kosten dafür kürzere Fahrten künftig weniger. «Dies widerspiegelt das Nutzungs­verhalten der meisten Mobility-Kunden: Sie nutzen Mobility-Fahrzeuge kurzzeitig», sagt Eigenmann. Unter dem Strich würden deshalb viele Kunden von den Änderungen profitieren, so der Mediensprecher.

Grundsätzlich ändert sich per 6. Dezember Folgendes: Die Stundentarife sinken tendenziell. Man bezahlt künftig je nach Autokategorie zwischen 2 und 4 Franken. Bislang waren es 2.80 Franken bis maximal 4.40 Franken tagsüber. Die Nachttarife und eine kilometerbasierte Stufung wird es nicht mehr geben. Hingegen steigen die Kilometertarife: Sie betragen neu 55 bis 95 Rappen. Bislang war man schon ab 50 Rappen dabei. Ein Beispiel für die Budget-Kategorie (Citroën C1 oder VW up): Privatkunden bezahlen für das Ausleihen eines Autos in dieser Kategorie bis Anfang Dezember 50 Rappen pro Kilometer für die ersten 100 Kilometer, danach nur noch 25 Rappen. Der Stundentarif bewegt sich zwischen 80 Rappen (23 bis 7 Uhr) und 2.80 Franken (7 bis 23 Uhr). Neu beträgt der Stundentarif für dieses Beispiel immer 2 Franken. Der Kilometertarif beträgt immer 55 Rappen. Wer also das Auto tagsüber acht Stunden braucht und damit 200 Kilometer fährt, bezahlte bis anhin 97.40 Franken. Neu sind es 126 Franken.

Dieses Rechenbeispiel eines Kunden hat Mobility in einer Antwort auf Twitter als korrekt bezeichnet. Für lange Fahrten lohne sich ein Vergleich mit den Autovermietern Hertz und Europcar, schreibt Mobility. Dort profitieren Mobility-Kunden von Vorzugspreisen. Mobility betont ­zudem, dass Kunden mit einem ­Jahresabo auch eine Fahrten­gut­- schrift von 30 Franken er­halten. Somit würden die Kosten in dem Beispiel neu insgesamt 96 Franken betragen.

Das Abo wird günstiger

Die Abonnementskosten sinken grundsätzlich von 290 oder 190 Franken (für SBB-Abonnenten) neu auf einheitlich 129 Franken. Alle Jahresabonnenten und Genossenschafter bekommen neu eine jährliche Fahrtengutschrift von 30 Franken, Testabonnenten eine von immerhin 10 Franken. Ausserdem gibt es neu ab Dezember dieses Jahres diverse Sparpakete zur Auswahl.

Den Verantwortlichen bei Mobility sei es bewusst, dass die Änderungen für viele, aber eben nicht für alle Kunden vorteilhaft sind, sagt der Sprecher: «Deshalb können wir deren negative Rückmeldungen natürlich verstehen.» Auf eine Kundenzahl von 131 000 gesehen habe es aber bislang nur vereinzelt negatives Feedback gegeben, sagt der Mobility-Sprecher.

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