Journalisten in Mexiko leben gefährlich

  • Erneut ist in Mexiko ein Journalist von Bewaffneten verschleppt worden - seit Jahresbeginn wurden im Land bereits fünf Medienschaffende getötet.
    Erneut ist in Mexiko ein Journalist von Bewaffneten verschleppt worden - seit Jahresbeginn wurden im Land bereits fünf Medienschaffende getötet. (KEYSTONE/EPA EFE/MARIO GUZMAN)
20.05.2017 | 05:55

MEXIKO ⋅ Wenige Tage nach der Ermordung des mexikanischen Journalisten Javier Valdez haben bewaffnete Männer einen anderen mexikanischen Journalisten verschleppt. Salvador Adame, der einen Fernsehsender besitzt, sei in der westmexikanischen Stadt Nueva Italia entführt worden.

Bewaffnete und vermummte Männer hätten Adame am Donnerstagabend aus einem Laden verschleppt, sagte ein Angehöriger, der nicht namentlich genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Nueva Italia liegt im Bundesstaat Michoacán, der besonders schwer von dem blutigen Drogenkrieg in Mexiko betroffen ist.

Im Bundesstaat Sinaloa war am Montag der 50-jährige Journalist Valdez auf offener Strasse erschossen worden. Ausser für die Nachrichtenagentur AFP hatte der Familienvater auch für die mexikanische Zeitung "La Jornada" und die von ihm mitbegründete Zeitschrift "Ríodoce" geschrieben. Das Magazin wurde eine massgebliche Quelle in der Berichterstattung über den Drogenkrieg in einem Land, in dem viele Medien aus Angst vor Gewalt Selbstzensur üben.

Nach Angaben von Journalistenorganisationen wurden in Mexiko seit dem Jahr 2000 mehr als hundert Journalisten ermordet. Allein in diesem Jahr waren es bislang fünf. Mehr als 90 Prozent der Journalisten-Morde bleiben den Angaben zufolge straffrei. Mexikos Staatschef Enrique Peña Nieto versprach den Journalisten im Land am Mittwoch einen besseren Schutz. (sda/afp)

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