MANSER UND FUCHS MOLKEREIEN

Sepp Manser: "Die ganze Situation ist sehr emotional"

Die beiden Ostschweizer Molkereien Manser aus Mörschwil und Fuchs aus Rorschach gehen in Zukunft gemeinsame Wege. Die Molkerei Manser wird in die Molkerei Fuchs integriert. Für Sepp Manser ist das eine traurige Trennung. Und ohne Entlassungen wird es nicht gehen.
11.01.2018 | 17:39
Sandro Zulian
Dieser Artikel erschient am 19. Dezember zuerst auf FM1Today.

«Choge gueti Sach!» Mit dem Slogan der Manser Molki beginnt die gemeinsame Medienmitteilung der beiden Traditionsmolkereien Manser und Fuchs. Die Familienunternehmen gehen bald gemeinsame Wege, der Name Manser wird ab dem Sommer 2018 aus den Kühlregalen verschwinden. Die Gebrüder Manser, die sich die Geschäftsleitung teilen, konnten keinen geeigneten Nachfolger finden. Der über 70 Jahre alte Familienbetrieb wird deshalb eingestellt. Der bald pensionierte Geschäftsleiter Sepp Manser im Interview.

Herr Manser, wie geht es Ihnen nach der Ankündigung?
Es sind gemischte Gefühle. Die ganze Situation ist sehr emotional. Es ist ein definitiver Entscheid über etwas, in das wir über lange Jahre viel Energie gesteckt haben und stets mit Herzblut dabei waren. Es ist nicht einfach, hier einen Schlussstrich zu ziehen.

Wie gross ist die Enttäuschung?
Die Situation ist schwierig. Wir beenden jetzt etwas, woran wir eigentlich unser ganzes Leben lang gearbeitet haben. Das Leben geht weiter und wenn man intern keine Nachfolge findet, muss man nach anderen Lösungen suchen. Das ist halt einfach so.

Gibt es positive Aspekte, die Sie aus dieser Fusion mitnehmen können?
Positiv ist sicher, dass die Molkerei Fuchs eine ähnliche Philosophie verfolgt, wie wir. Sie wollen einen Grossteil der Produktion in der Region absetzen und so eine gewisse regionale Wirkung erzielen. Dem wollten wir Rechnung tragen, indem wir die Lösung mit der Firma Fuchs angestrebt haben.

Eine solche Fusion hat viel mit Vertrauen zu tun. Schliesslich prangt nachher ihr Name nicht mehr auf den Produkten. Was erhoffen Sie sich von der Molkerei Fuchs in Zukunft?
Dominik Fuchs, der Sohn des jetzigen Inhabers Patrick Fuchs, steht sozusagen in der Pole Position für die Nachfolge. Das gibt uns eine gewisse Sicherheit. Die Kontinuität ist gegeben und auch unser Teil kann innerhalb der Molkerei Fuchs weiterleben. Hinzu kommt, dass auch mein Bruder nach der Fusion eine gute Aufgabe haben wird, indem er unsere Kunden weiterhin im Gastronomiebereich betreuen kann.

In der Medienmitteilung steht: «Weitere Mitarbeitende der Manser Molki werden, wenn möglich, ebenfalls durch die Molkerei Fuchs beschäftigt.» Was muss man unter «wenn möglich» verstehen?
Das bedeutet, dass die Molkerei Fuchs so viele Mitarbeitende aufnimmt, wie sie brauchen kann. Es wäre illusorisch, zu glauben, dass alle Mitarbeitenden übernommen werden könnten. Natürlich gibt es Synergien, die man nutzen kann. Deshalb wird es Leute geben, die bei der Molkerei Fuchs nicht weiter beschäftigt werden können.

Im Klartext sprechen wir also von Entlassungen.
Die wird es geben, ja. Wie viele von den knapp 20 Mitarbeitern betroffen sein werden, können wir noch nicht abschätzen.
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