Elektronische Identität auf dem Vormarsch

  • Immer mehr im Trend: Geschäfte übers Handy abwickeln. Die digitale Identität ist auf dem Vormarsch. Nun will der Kanton Schaffhausen eine elektronische ID einführen.
    Immer mehr im Trend: Geschäfte übers Handy abwickeln. Die digitale Identität ist auf dem Vormarsch. Nun will der Kanton Schaffhausen eine elektronische ID einführen. (KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)
17.07.2017 | 11:50

DIGITALE IDENTITÄT ⋅ Über eine App sollen die Bewohner des Kantons Schaffhausen künftig Dienste der Einwohnerkontrolle oder des Steueramtes in Anspruch nehmen können. Als einer der ersten Kantone will Schaffhausen eine Bürger-ID einführen. Ähnliche Projekte laufen auch anderswo.

Die integrierte E-Government-Plattform soll noch dieses Jahr im Rahmen eines Pilotprojekts in Schaffhausen lanciert werden, wie es in einer Mitteilung vom Montag heisst. Die Schaffhauser Bürger sollen auf diesem Portal dereinst identitätsbezogene Online-Dienste in Anspruch nehmen können. Zugriff erhalten sie über eine App.

Mit einer persönlichen ID melden sie sich an und können in einem ersten Schritt etwa die Dienste der Einwohnerkontrolle oder jene des Steueramtes nutzen, wie Procivis, das Zürcher Startup, welches hinter dem Projekt steht, schreibt. Das Unternehmen ist auf die elektronische Erbringung von behördlichen Dienstleistungen spezialisiert.

Zusammen mit dem Kanton Schaffhausen wird das Pilotprojekt in den nächsten Monaten entwickelt, um an den "eGovernment Days Schaffhausen" im Dezember präsentiert werden zu können. "Ab dann sollen die Bürgerinnen und Bürger eine e-ID erhalten können", sagte Christoph Ruedt von Procivis gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Online-Geschäfte erleichtern

Das Thema digitale Identität ist derzeit hoch aktuell. Auch auf Bundesebene wird der elektronische Ausweis diskutiert. Dieser soll künftig auf verschiedenen Ebenen die Online-Geschäfte erleichtern. Dabei geht es auch etwa um eine digitale Unterschrift unter einem Vertrag, das elektronische Abstimmen oder auch Online-Shopping.

Ziel ist dabei die Einführung eines virtuellen Passes, der idealerweise für alle Anwendungen gültig sein soll. Wie dies genau geregelt und die Sicherheit gewährleistet sein soll, will der Bund in einem Gesetz regeln. In der Vernehmlassung stiess dieses auf breite Zustimmung. Umstritten war jedoch die Frage, ob der Bund die Aufgabe selbst übernehmen oder an Private delegieren soll.

Post und SBB präsentierten im Mai mit der "SwissID" ebenfalls eine digitale Identität, welche sie gemeinsam lancieren. Das neue Standard-Login soll Privatpersonen, Unternehmen und Behörden künftig erlauben, diverse Logins und Passwörter auf ein einziges zu reduzieren.

Mit der "SwissID" soll so ein einfacher und sicherer Zugang zu möglichst vielen Online-Angeboten gewährleistet werden - vom Einkaufen über das Abwickeln von Post- und Bankgeschäften bis hin zum Buchen von Reisen. Es ist geplant, das neue Login ab Herbst 2017 den Post-Portal-Kunden und ab 2018 den SwissPass-Kunden zur Verfügung zu stellen.

Auch die Gemeinden sind aktiv: So bietet Zug nach eigenen Angaben als "erste Gemeinde der Welt" ab September ihren Einwohnern die Möglichkeit einer digitale Identität. Auch diese basiert auf einer App, über die sich die Benutzer identifizieren. Neben verschiedenen behördlichen Dienstleistungen will Zug im Frühling 2018 zudem eine erste e-Voting-Abstimmung durchführen. (sda)

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