ZAHLUNGSVERKEHR

Bargeldloses Zahlen wird immer beliebter

Bargeld bleibt zwar weiterhin erste Wahl beim Zahlen. Die Zahl der bargeldlosen Transaktionen steigt jedoch vor allem in Schwellenländern rasant. In der Schweiz hat das kontaktlose Zahlen für zusätzlichen Schub gesorgt.
09.10.2017 | 11:03

2014 und 2015 hat sich gemäss des am Montag veröffentlichten "World Payments Report 2017" des Beratungsunternehmens Capgemini die Zahl der bargeldlosen Zahlungen weltweit um jährlich 11,2 Prozent auf 433 Milliarden Transaktionen erhöht. Das ist gemäss dem Report das stärkste Wachstum in den letzten zehn Jahren.

Für die rasante Zunahme sind dabei vor allem die Schwellenländer verantwortlich. In diesen haben die bargeldlosen Transaktionen in diesem Zeitraum um jährlich um 21,6 Prozent zugenommen, wobei zum Beispiel China mit einem Wachstum von 63,2 Prozent einen markanten Schub beim bargeldlosen Zahlen verzeichnet. In den Industrieländern dagegen nahmen die Zahlungen mit Karten und Smartphones lediglich um 6,8 Prozent zu.

Die Schweiz ist in dieser Gruppe ein Land mit überdurchschnittlichem Wachstum. Sie sind um jährlich 11,3 Prozent auf rund 2 Milliarden Zahlungen angewachsen. Der Bericht führt dieses überdurchschnittliche Wachstum auf neue Zahlungsmöglichkeiten und auf tiefere Gebühren zurück. Das Zahlen mit Karte sei in der Schweiz besonders beliebt seitdem das kontaktlose Zahlen von den grössten Kartenherausgebern eingeführt und die Interbankenentgelte durch die Schweizer Wettbewerbskommission gesenkt worden seien, heisst es im Bericht.

Das Beratungsunternehmen sagt dem bargeldlosen Zahlen auch künftig ein starkes Wachstum voraus. Von 2015 bis 2020 soll diese Zahlungsart um durchschnittlich 10,9 Prozent pro Jahr wachsen. Für die Schwellenländer lautet die Prognose 19,6 Prozent, für die Industrieländer 5,6 Prozent.

Ungeachtet der stetigen Zunahme digitaler Zahlungen bleiben laut Capgemini Barzahlungen jedoch die Norm, wobei das Beratungsunternehmen das Volumen dieser Zahlungsart nicht angibt. Im Bericht steht dazu lediglich, dass trotz der Zunahme der elektronischen Zahlungen das weltweite Volumen des sich in Umlauf befindenden Bargelds weiter zugenommen habe. (sda)

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