Airbnb erhebt Kurtaxe für Zug Tourismus

  • Der Pilatus, der See und die Stadt Zug haben im letzten Jahr 2000 Airbnb-Gäste angelockt. Die privaten Gastgeber zahlen nun die entsprechende Kurtaxe automatisch. (Archiv)
    Der Pilatus, der See und die Stadt Zug haben im letzten Jahr 2000 Airbnb-Gäste angelockt. Die privaten Gastgeber zahlen nun die entsprechende Kurtaxe automatisch. (Archiv) (KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI)
18.06.2017 | 06:00

TOURISMUS ⋅ Airbnb, die Internetplattform für private Ferienunterkünfte, erhebt ab 1. Juli die Kurtaxe für Zug Tourismus. Die Vereinbarung zwischen Airbnb und Zug Tourismus ist die Erste in der Schweiz.

Künftig wird Airbnb über seine Plattform automatisiert die Berherbergungsabgaben für alle Gastgeber im Kanton Zug einziehen und an die Zuger Tourismusorganisation weiterleiten, wie Airbnb und Zug Tourismus gemeinsam am Sonntagmorgen mitteilten.

Damit sei Zug der erste Schweizer Kanton, in dem ein solches automatisiertes Verfahren zum Einsatz komme. "Das digitale Einziehungsverfahren vereinfacht das Handling für Zuger Gastgeber und uns gleichermassen", lässt sich Seraina Koller, Geschäftsführerin von Zug Tourismus in der Mitteilung zitieren.

Mit der Vereinbarung gelingt es Airbnb erstmals in der Schweiz, einen Schlusspunkt unter einen Jahre dauernden Zwist um die Kurtaxe zu setzen. Denn seit langem fordern Hotels gleichlange Spiesse für professionelle und private Wohnungs- und Zimmeranbieter.

Im Dialog mit weiteren Kantonen

Airbnb kündigt denn in der Mitteilung auch weitere solcher Vereinbarungen an. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagt eine Sprecherin, sie rechne bereits im laufenden Jahr mit weiteren Partnerschaften. Man sei mit verschiedenen Kantonen im Dialog.

Weltweit hat Airbnb mit über 270 Städten und Kommunen eine solche Vereinbarung zur automatisierten Erhebung und anschliessenden Ausschüttung der Beherbungssteuern. Wie es in der Mitteilung weiter heisst, seien seit dem Start des Modells im Jahr 2014 insgesamt 240 Millionen Dollar erhoben und wieder abgeführt worden.

Zug Tourismus wie auch Airbnb versprechen, dass die Abgaben für Massnahmen und Einrichtungen genutzt werden, die "vorwiegend im Interesse der Abgabepflichtigen liegen". Will heissen: Die kantonale Tourismusorganisation nutzt das Geld für ihre Dienstleistungen und Angebote, für Marketing und um den Markt für den Zuger Tourismus zu bearbeiten.

Über Airbnb haben 2016 rund 2000 Touristen aus aller Welt bei Gastgebern in Zug übernachtet. Zug Tourismus schätzt, dass dies einem Anteil von rund 3 Prozent an der Gesamtzahl der Logiernächte im Kanton entspricht.

Der typische Zuger Gastgeber vermietete sein Zuhause im Durchschnitt für 26 Tage im Jahr und nahm damit 2900 Franken ein, wie Airbnb in der Mitteilung angibt. (sda)

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