Actares kritisiert SMI-Unternehmen

  • Weniger Zucker, weniger Fett - bei Nestlé gehört dies unter anderem zu den Nachhaltigkeitszielen. (Symbolbild)
    Weniger Zucker, weniger Fett - bei Nestlé gehört dies unter anderem zu den Nachhaltigkeitszielen. (Symbolbild) (KEYSTONE/GAETAN BALLY)
09.10.2017 | 08:49

NACHHALTIGKEIT ⋅ Bei lediglich sieben der 20 grössten an der Börse gehandelten Firmen müssen die Chefs Nachhaltigkeitsziele erreichen, um entsprechende Boni zu erhalten. Doch die Richtlinien sind wenig transparent.

Zu diesem Schluss kommt eine am Montag publizierte Umfrage der Aktionärsvereinigung Actares. Die Umfrage wurde bei 22 Unternehmen geführt, welche 2017 Teil des Leitindex SMI waren. Im Laufe des Jahres sind Syngenta und Actelion ausgeschieden.

Actares wollte von den Unternehmen wissen, ob ihre Vergütungspolitik für die Geschäftsleitung explizit Anreize setzt für die Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen, die über die finanzielle oder operative Nachhaltigkeit hinausgehen.

Unternehmen geben sich zugeknöpft

Für Geschäftsleitungsmitglieder von ABB, LafargeHolcim und Roche sind Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz ein Vergütungskriterium. Bei einem Mitglied der Geschäftsleitung von LafargeHolcim wird auch der CO2-Fussabdruck des Unternehmens und der Bau von bezahlbarem Wohnraum miteinbezogen, schreibt Actares. Keines der drei Unternehmen sei jedoch bereit, zu erläutern, welchen prozentualen Anteil diese Kriterien bei der Berechnung des Bonus haben.

Bei Syngenta werden Nachhaltigkeitskriterien nicht beim jährlichen Bonus wirksam, sondern bei der Zuteilung von Aktien im Rahmen der Langzeitvergütungen. Mit Nestlé, Novartis und Julius Bär nennen drei weitere Unternehmen Nachhaltigkeitskriterien, deren qualitative Beurteilung zur Berechnung des jährlichen Bonus dient.

Bei Nestlé etwa gibt es eine Selbstverpflichtung zur Reduktion von Zucker, Salz und gesättigten Fettsäuren in der Produktion. Bei Novartis spielt der weitere Zugang zu Medikamenten in ärmeren Ländern eine Rolle. Bei der Bank Julius Bär gibt es Kriterien zur Förderung von nachhaltigem Investieren. Wie stark die genannten Kriterien gewichtet werden, ist nicht bekannt.

Bekenntnis gefordert

Actares fordert, dass Boni und andere variable Vergütungen zum Guten genutzt werden müssten. Vergütungssysteme, die davon ausgehen, dass Führungspersonen auch ohne finanzielle Anreize das Richtige tun, seien sicher denkbar. Doch für Actares geht dies zu wenig weit.

"Wenn es die SMI-Unternehmen mit ihrer ökologischen und sozialen Verantwortung ernst meinen, dann sollten sie dazu auch das Instrument benutzen, das ihrer Meinung nach das Schiff auf dem richtigen Kurs hält: Die variable Vergütung der Geschäftsleitung", heisst es in dem Bericht. (sda)

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Welcher der folgenden Begriffe ist keine Farbe: Gelb, Blau, Tisch?
 

Meistgelesen

In diesem Haus an der Neugasse in Bazenheid kam es zum Streit.
Unfälle & Verbrechen: 17.10.2017, 09:11

Tödlicher Streit unter Brüdern: Der mutmassliche Täter galt als jähzornig

Am frühen Montagnachmittag hat sich in Bazenheid ein Familiendrama ereignet.
Ist eine Person vermisst, sind die ersten Stunden der Suche laut der Polizei die wichtigsten.
Kanton St.Gallen: 17.10.2017, 08:39

Spurlos verschwunden: Das Leiden der Angehörigen

Ende Oktober sind es 15 Monate, dass ein Mann aus der Ostschweiz verschwand.
Der frühere spanische Topstar Fernando Hierro hat soeben die Schweiz aus dem Topf der gesetzten Teams gezogen.
Sport: 17.10.2017, 14:14

Die Schweizer Nationalmannschaft trifft in der WM-Barrage auf Nordirland

Das Los hat entschieden: Will die Schweizer Fussball-Nati an der WM in Russland dabei sein, muss ...
Um diesen Vorfall geht es: Beim Spiel Luzern - St.Gallen vom Februar 2016 warf ein Anhänger Knallkörper auf den Rasen.
Ostschweiz: 17.10.2017, 11:28

St.Galler Pyrowerfer: Jetzt entscheidet das Bundesgericht

Der Fall eines Fans des FC St.Gallen, der in Luzern Knallkörper aufs Spielfeld geworfen hatte, ...
Die Büro- und Gewerbeliegenschaft an der Hungerbühlstrasse 15 im Westen von Frauenfeld brennt lichterloh.
Stadt Frauenfeld: 17.10.2017, 08:28

Immenser Schaden nach Vollbrand

Lichterloh brannte in der Nacht auf gestern ein altes Haus im Westen der Stadt.
Unfälle & Verbrechen: 17.10.2017, 16:40

Diebe klauen Wärmeschublade

An der Fürstenlandstrasse in St.Gallen haben sich unbekannte Täter über eine Baustelle Zutritt ...
Die Arapaima schwammen am Dienstag bereits in ihren neuen Wasserbecken in der Aquatis-Anlage in Lausanne herum. Die in Südamerika heimischen Süsswasserfische können bis 4,5 Meter lang werden.
Panorama: 17.10.2017, 17:03

Am Samstag eröffnet in Lausanne das grösste Süsswasser-Aquarium Europas

Aquatis, das grösste Süsswasser-Aquarium-Vivarium Europas, wird am Samstag in Lausanne die Türen ...
Auch im thurgauischen Mattwil hatte der Mann einen Reitstall gemietet - das Geld blieb er zu einem grossen Teil schuldig.
Kanton Thurgau: 17.10.2017, 10:48

Reitstall-Betrüger gibt Urkundenfälschung zu

Um bei Gläubigern Kredit zu erhalten, hat ein hochverschuldeter Pferdestallbetreiber Dokumente ...
Vereinspräsident Bernhard Koch freut sich über die Auszeichnung für die «Freunde des Wasserschlosses Hagenwil» als Oberthurgauer des Jahres.
Amriswil: 17.10.2017, 17:51

Der Verein "Freunde des Wasserschlosses Hagenwil" wird Oberthurgauer des Jahres

Grosse Ehre für den Verein "Freunde des Wasserschlosses Hagenwil": Die Regionalplanungsgruppe ...
Aus Lärmschutzgründen solle man Tempo-30-Zonen nicht einführen dürfen. Das fordert eine parlamentarische Initiative des SVP-Nationalrats Gregor Rutz.
Schweiz: 17.10.2017, 21:04

Bürgerliche bremsen Tempo 30 aus

Die Städte führen vermehrt auf Hauptverkehrsachsen Tempo 30 ein.
Zur klassischen Ansicht wechseln