Spar frischt alle Läden auf

  • Rob Philipson (rechts), designierter Chef von Spar Schweiz, zu Gast in der Spar-Schweiz-Zentrale in St.Gallen, mit seinem Vorgänger Stefan Leuthold.
    Rob Philipson (rechts), designierter Chef von Spar Schweiz, zu Gast in der Spar-Schweiz-Zentrale in St.Gallen, mit seinem Vorgänger Stefan Leuthold. (Urs Bucher)
21.04.2017 | 15:45

CHEFWECHSEL ⋅ Um die Wende zu schaffen, legt der Lebensmittelhändler Spar Schweiz ein umfangreiches Modernisierungsprogramm auf. Zudem übernimmt ein Südafrikaner das Kommando.

Thomas Griesser Kym

Vor gut einem Jahr, zum 1. April 2016, hat Spar Südafrika 60% an Spar Schweiz übernommen. «Nun ist die Wechselphase beendet», sagt Rob Philipson. Er war bis vor kurzem Manager bei Spar Südafrika und übernimmt per 1. Juni die operative Leitung von Spar Schweiz. Philipson, der seit Februar in der Schweiz lebt, löst den langjährigen Patron Stefan Leuthold ab, dessen Familie weiterhin 25% an Spar Schweiz hält (die übrigen 15% gehören einer Beteiligungsgesellschaft von Spar Österreich). Zudem bleibt Leuthold Verwaltungsrat. Dessen Präsident ist derzeit Philipson, der dieses Amt im Zuge seines Wechsels in die operative Leitung an Graham O’Connor abgibt, Chef von Spar Südafrika.

Der personelle Wechsel sei «seit Anfang an so vorgesehen» gewesen, betonen Philipson und Leuthold und versuchen so den Verdacht zu entkräften, die Rochaden hätten zu tun mit der unbefriedigenden Entwicklung des Umsatzes und der als viel zu gering empfundenen Profitabilität. Schliesslich hatte sich O’Connor Ende vergangenen Jahres unzufrieden gezeigt mit der Leistung von Spar Schweiz und dem Management unter Leuthold Versäumnisse bei der Lösung mehrerer Probleme vorgeworfen (vgl. Ausgabe vom 2. Dezember 2016).

Kein Stein bleibt auf dem andern

«Im vergangenen Jahr haben wir Möglichkeiten identifiziert, um zu wachsen und mehr Geld verdienen zu können», sagt Philipson nun. So sei zum Beispiel die Lieferkette von Spar Schweiz «nicht optimal»; sowohl der internen Logistik als auch im Betrieb der Lastwagenflotte mangle es an Effizienz. Hier will man Kosten sparen und produktiver werden.

Ein zweites Vorhaben werden die Spar-Kunden direkt spüren. Philipson will sämtliche gut 160 Spar-Supermärkte und gut 20 Spar-Express-Läden modernisieren. Pro Laden ist ein Investitionsbetrag von rund einer Million Franken budgetiert, wobei die Expressshops, die an Tankstellen und an anderen Hochfrequenzlagen zu finden sind, etwas weniger Geld verschlingen werden. Philipson stellt in Aussicht, dass die Kunden das Ladeninnere nach der Auffrischung «kaum mehr wiedererkennen werden». Geplant sei, mit Hilfe eines Designers das ganze Interieur zu ersetzen. Gleichzeitig will Spar künftig mehr auf Frischprodukte und auf Convenience setzen, und man will die lokale Zusammenarbeit mit Bauern, Milchprodukteherstellern usw. vertiefen. Das tun andere Detailhändler auch; dennoch äussert sich Philipson überzeugt, die Verkäufe steigern zu können, auch «weil wir überall präsent sind in der Deutschschweiz».  Unverändert bleibt die Positionierung Spars im Lebensmitteldetailhandel als Nahversorger in Dörfern und Quartieren.

Erste Schritte ins Tessin, die Romandie folgt später

Die ersten neu gestalteten Spar-Läden sollen diesen August oder September bereit sein. Danach will man die Reaktionen der Kunden auswerten und gegebenenfalls in die weiteren Auffrischungen einspeisen. Angelegt ist das Modernisierungsprogramm, das aus dem eigenen Cashflow finanziert werden soll, laut Philipson auf «fünf bis sieben Jahre». Der designierte Spar-Schweiz-Chef will «binnen 18 Monaten» die Wende zu stärkerem Wachstum und höherer Profitabilität geschafft haben. Neben dem Kernland Deutschschweiz streckt Spar ferner die Fühler in die lateinische Schweiz aus. Im Tessin hat man nach dem Ausstieg eines Grosshändlers mit der Belieferung dreier unabhängiger Detaillisten begonnen, und Mitte Mai öffnet in Lugano der erste Spar Express im Südkanton. Ausserdem hat man in der Westschweiz laut Leuthold erste Kontakte geknüpft, damit Spar dereinst in der Romandie Fuss fassen kann.
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