MELANI pocht auf sicheres Internet der Dinge

  • Laut der Melde- und Analysestelle für Informationssicherung (MELANI) wird beim Internet der Dinge der Sicherheit zu wenig Beachtung geschenkt.
    Laut der Melde- und Analysestelle für Informationssicherung (MELANI) wird beim Internet der Dinge der Sicherheit zu wenig Beachtung geschenkt. (Keystone/EPA DPA/DANIEL NAUPOLD)
20.04.2017 | 11:36

KOMMUNIKATIONSTECHNOLOGIE ⋅ Ob Fitnesstracker, selbstfahrendes Auto oder Steuerungen für Gebäude: Beim Internet der Dinge wird Sicherheitsaspekten oft zu wenig Interesse geschenkt. Die Melde- und Analysestelle für Informationssicherung (MELANI) des Bundes macht nun Empfehlungen.

Gemäss Schätzungen seien 2016 rund 6 Milliarden Geräte ans Internet angeschlossen gewesen, schreibt MELANI im am Donnerstag veröffentlichten Halbjahresbericht. 2020 dürften es mehr als drei Mal so viele sein, nämlich etwa 20 Milliarden. Doch: "Oft kümmern sich Hersteller und auch Benutzer zu wenig um Sicherheitsaspekte."

Manipulation als Gefährdung

Gefährdungspotenzial sehen die Autoren des Berichts in der Manipulation solcher Systeme. Gerade in der Logistikbranche, wo ans Internet angeschlossene Geräte einen Boom erlebten, könnten durch Manipulation herbeigeführte Schäden enorm sein.

Der Bericht nennt ein Beispiel: "Liefert eine manipulierte Arzneimittellogistik die dringend benötigten Medikamente an den falschen Ort, kann dies sehr schnell zu einer Frage von Leben und Tod führen." Solche Angriffe könnten genutzt werden, um Geld zu erpressen oder gar um Verunsicherung in der Gesellschaft auszulösen.

Laut im Bericht zitierten Fachleuten verzichten einige Betreiber "schlichtweg" auf den Schutz durch Passwörter oder Verschlüsselung. Ungeschützt über das Netz kommunizierende Sensoren steckten unter anderem in Autos, Erdbebensensoren, Geldautomaten, Klimageräten, Leuchten und Medizintechnikgeräten.

Update und Passwörter wichtig

MELANI hat für ein sichereres Internet der Dinge Empfehlungen publiziert: Vor dem Installation von netzwerkfähigen Gegenständen nach Software-Updates gefragt werden. Nicht nur ein PC oder ein Smartphone, sondern auch ein intelligenter Lichtschalter brauche ein regelmässiges Software-Update.

Mögliche Gefahren bestehen auch bei Geräten und Gegenständen, auf welche mit Standard-Zugangsdaten zugegriffen werden kann. Sie können laut MELANI von jedem gefunden werden. Auch hier müsse nach Schutzmechanismen gefragt werden - etwa, ob die vom Hersteller voreingestellten Zugangsdaten angepasst werden können.

MELANI empfiehlt dazu eigene, komplexe Passwörter sowie Firewalls und separate Netzwerk-Segmente für Geräte des Internets der Dinge. Über diese Geräte sollte nicht unbefugt auf persönlichen Daten aus dem internen Netz zugegriffen werden können. Nicht benötigte Geräte sollten vom Netz getrennt werden. (sda)

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Was ist das Gegenteil von Weiss??
 

Meistgelesen

Christoph Blocher BaZ-Holding AG wird neben der Basler Zeitung neu die insgesamt 25 Zehnder-Wochentitel herausgeben und setzt dabei auf Kontinuität.
Wirtschaft: 16.08.2017, 11:14

Blochers BaZ Holding kauft den Wiler Zehnder-Verlag

Die BaZ Holding AG übernimmt rückwirkend per Anfang Jahr die Zehnder Regionalmedia AG und die ...
Der Fall Hefenhofen beschäftigt den Thurgauer Grossen Rat.
Ostschweiz: 16.08.2017, 10:02

Fall Hefenhofen: Thurgauer Regierung gibt Fehler zu und entschuldigt sich

Der Thurgauer Regierungsrat hat zu Beginn der Sitzung des Grossen Rates zum Fall Hefenhofen ...
Beim Unfall erlitt die E-Bike-Fahrerin so schwere Verletzungen, dass sie daran starb.
Unfälle & Verbrechen: 16.08.2017, 10:23

E-Bikefahrerin stürzt, wird von Anhänger überrollt und stirbt

Am Dienstagnachmittag ist eine in der Region wohnhafte 35-jährige Frau auf der Dorfstrasse in ...
Die Villa Jacob muss rund 20 Meter überwinden.
St.Gallen: 16.08.2017, 11:55

Villa Jacob: Züglete abgeschlossen

Spektakuläre Hausverschiebung am Rosenberg: Um Platz zu schaffen für den Neubau des ...
Bei Vorfällen auf dem See kommt die Wasserschutzpolizei zum Einsatz.
Unfälle & Verbrechen: 15.08.2017, 19:01

Schwerer Schiffsunfall auf dem Bodensee

Beim Zusammenstoss zwischen einem Motor- und einem Segelboot auf dem Bodensee sind am ...
Der ausgesetzte Welpe hat sich im Tierheim erholt
Region St.Gallen: 16.08.2017, 06:25

Ausgesetzter Dalmatiner: Paar unter Verdacht

Die Suche nach dem Besitzer des ausgesetzten Dalmatiners hat eine neue Wendung genommen.
Der Skandal-Hof in Hefenhofen wird geräumt. Der Besitzer konnte sich zuvor Jahrelang über ein Tierhalteverbot hinwegsetzen. Das soll im Thurgau kein Einzelfall sein.
Ostschweiz: 16.08.2017, 08:21

Kanton Thurgau setzt Tierhalteverbote nicht durch

Ein weiterer Thurgauer Bauer soll sich schon jahrelang über ein Tierhalteverbot hinwegsetzen.
Regierungsrätin Carmen Haag, Stellvertreterin von Walter Schönholzer, spricht am Rande der heutigen Sitzung des Thurgauer Grossen Rates mit Demonstranten vor dem Rathaus.
Ostschweiz: 16.08.2017, 18:08

Warten auf die Konsequenzen

Die Thurgauer Regierung bedauert den Fall K., gibt aber keine Fehler zu.
Arthur "Turi" Honegger posiert anlässlich der Verleihung des Menschenrechtspreises der Anna-Göldi-Stiftung, aufgenommen am 13. Juni 2015 in Ennenda.
Panorama: 16.08.2017, 15:56

Der Toggenburger Verdingbub ist verstummt

Am Dienstag ist der Schriftsteller und Journalist Arthur Honegger in Nesslau 92jährig gestorben.
Der grünweisse Glücksmoment: Albian Ajeti (Nr. 27) trifft zum goldenen 1:0 für die Espen.
FC St.Gallen: 16.08.2017, 20:44

Ajeti schiesst den FC St.Gallen zum Sieg

Der FC St.Gallen hat im Wiederholungsspiel in Lugano eine wesentlich bessere Figur abgegeben als ...
Zur klassischen Ansicht wechseln