Vierjähriger in Mietboot auf Kollisionskurs mit der Fähre

  • Das Mietboot nach der Kollision mit der Fähre.
    Das Mietboot nach der Kollision mit der Fähre. (Kapo TG)
19.06.2017 | 14:57

ROMANSHORN ⋅ Vater und Sohn wollten am Sonntagnachmittag einen friedlichen Ausflug mit einem gemieteten Motorboot unternehmen. Der Ausflug endete mit einer Kollision mit der deutschen Fähre Friedrichshafen. Die beiden Hobbykapitäne wurden dabei leicht verletzt.

Kurz nach 14.30 Uhr waren ein 42-jähriger Vater und sein 4-jähriger Sohn mit einem gemieteten Motorboot mehrere hundert Meter vor dem Hafen Romanshorn unterwegs. Gemäss den bisherigen Erkenntnissen der Kantonspolizei Thurgau liess der Vater seinen Sohn ans Steuer des Mietbootes. Nach einer Richtungsänderung befanden sie sich plötzlich in der Fahrrinne der ausfahrenden Fähre. Wie die Polizei mitteilt, griff der Vater noch ein und wollte das Boot wenden. Der Fährenkapitän stoppte die Fahrt, als er den Kollisionskurs feststellte. Dennoch kam es in der Folge zum Zusammenstoss.
 

Beim Aufprall leicht verletzt

Der Vater und sein Sohn wurden beim Aufprall leicht verletzt, sie begaben sich selbständig in ärztliche Behandlung. Am Motorboot entstand Sachschaden von rund 3'000 Franken. Die Fähre wurde nicht beschädigt.

Die genaue Unfallursache wird durch die Seepolizei der Kantonspolizei Thurgau abgeklärt. Zudem werde die Schuldfrage von der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen geklärt, sagt Mario Christen, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. Ob der Bub und sein Vater eine Schwimmweste getragen haben, sei nicht bekannt. Obligatorisch sei lediglich, Schwimmwesten im Boot mitzuführen.

Die Fähre Friedrichshafen konnte die Kollision trotz Stopp nicht mehr verhindern. (Reto Martin/Archiv)

An schönen Tagen sehr gefordert

Wie Erich Hefti, Kapitän bei der Schweizerischen Bodenseeschifffahrt (SBS) auf Anfrage sagt, seien Kapitäne von Kursschiffen gerade im Sommer an schönen Tagen sehr gefordert. "Bei Mietbooten passen wir aus Erfahrung besonders gut auf", so Hefti. Seit 31 Jahren sei er jetzt Kapitän, zu einer Kollision sei es in dieser Zeit aber nie gekommen. "Nur zweimal musste ich einen Vollstopp einleiten, um Kollisionen zu verhindern, und natürlich x-mal ausweichen und Signal geben." Obwohl eine Fähre rund 700 Tonnen schwer sei, lasse sie sich recht gut manövrieren. Die Bootsvermieter instruierten in der Regel ihre Kunden sehr genau. Am besten sei es, wenn Bootsmieter möglichst schnell nach der Hafenausfahrt nach rechts oder links wegfahren und so aus dem Gefahrenbereich kommen. (kapo/chs)
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