FLUGZEUGABSTURZ NAHE KONSTANZ

In Bodensee gestürztes Flugzeug geborgen - Polizei geht von zwei Toten aus

Die Bergung des gestern in der Nähe der Insel Mainau in den Bodensee gestürzten Kleinflugzeugs läuft weiter. Die Polizei geht vom Tod des 74-jährigen Piloten und seiner 75-jährigen Partnerin aus, die sich als Passagierin im Flugzeug befand.
09.08.2017 | 15:09
Aktualisiert:  09.08.2017, 18:00
«Aufgrund der vorgefundenen Trümmerteile sowie der vorgefundenen Spuren an der Unglücksstelle gehen die Ermittlungsbehörden derzeit davon aus, dass Pilot und Passagierin den Absturz nicht überlebt haben», teilen die Staatsanwaltschaft Konstanz und das Polizeipräsidium Konstanz in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom späten Nachmittag mit. Beide Personen hätten aber bislang nicht aufgefunden werden können.

Nachdem gestern aufgrund einer Starkwindwarnung die Bergung unterbrochen werden musste, gelang es Schweizer Polizeitauchern am Dienstagnachmittag, an der Flugzeugkanzel Spanngurte zu befestigen. Anschliessend konnte die Kanzel mit einem Bergekran und der Autofähre der Stadtwerke Konstanz in flacheres Wasser gezogen werden.

Beim anschliessenden Versuch, das Wrackteil zu heben, sei es allerdings auseinandergebrochen, so die Pressemitteilung. Bei einem erneuten Tauchgang habe dann ein Teil der Flugzeugkanzel befestigt und an Bord der Autofähre gehoben werden können, wo das Wrackteil von Kriminaltechnikern und den Vertretern der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Augenschein genommen und auf einen Transport-Lkw verladen wurde.
Bildergalerie: Flugzeugabsturz bei der Insel Mainau



Das einmotorige Geschäftsflugzeug Piper Malibu stürzte am Dienstag, von Zürich herkommend, gegen 12 Uhr etwa 200 Meter nordöstlich der Insel Mainau laut Augenzeugen senkrecht in den Bodensee.
 

Zeitweiliges Flugverbot

Während den Bergungsarbeiten war über der Absturzstelle ein Flugverbot erlassen worden. Das Gebiet sei zudem grossräumig abgesperrt worden, teilte die Polizei mit. An dem Einsatz waren nach Polizeiangaben auch das Technische Hilfswerk sowie die Seepolizei des Kantons Thurgau beteiligt.

Die Einsatzkräfte hatten am Dienstag ihre Arbeit an der Absturzstelle unweit von Konstanz wegen schlechten Wetters abbrechen müssen. Laut Polizei ist der Bodensee in dem Gebiet etwa 60 Meter tief − das machte es Tauchern schwer, das Wrack zu erreichen. Nach Angaben der Feuerwehr war bei dem Unglück nur wenig Treibstoff ausgelaufen. (cla./sda)
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