Umweltschützer sehen Naturvielfalt in Gefahr

  • Umweltschützer zeichnen ein düsteres Bild von der Schweizer Moorlandschaft. Sie sehen die Biodiversität gefährdet. (Archivbild)
    Umweltschützer zeichnen ein düsteres Bild von der Schweizer Moorlandschaft. Sie sehen die Biodiversität gefährdet. (Archivbild) (KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)
17.07.2017 | 11:41

BIODIVERSITÄT ⋅ Verschiedene Umweltschutzorganisationen schlagen Alarm: In ihren Augen geht der Schwund der Naturvielfalt in der Schweiz ungebremst weiter, obwohl der Bundesrat vor fünf Jahren seine "Strategie Biodiversität" mit klaren Zielen bis 2020 verabschiedet hat.

Die Umweltverbände BirdLife Schweiz, Pro Natura und WWF Schweiz stützen sich bei ihrer Kritik auf einen eigenen detaillierten Zwischenbericht zur Umsetzung der Strategie. Dessen Fazit ist ernüchternd: Praktisch nichts zur Rettung der bedrohten Biodiversität sei geschehen, der Bund schaue nur zu, heisst es in einer Mitteilung vom Montag.

Von den 18 strategischen Zielen des Bundesrats kann gemäss dem neuen Bericht nur ein einziges erreicht werden. Nur bei 14 von 120 Teilzielen werde genug getan, um sie zu erreichen. Für die 106 anderen Teilziele werde nichts oder viel zu wenig unternommen.

Schutzlose Schutzgebiete

Als eines von vielen Beispielen nennt der Bericht die Fläche und die Qualität der Schutzgebiete. Seit Jahren stehe die Schweiz diesbezüglich am Schluss der Rangliste in ganz Europa, schreiben die Umweltverbände. In den vergangenen fünf Jahren seien gerade einmal 0,1 Promille der Landesfläche als zusätzliche Biodiversitätsvorrangflächen hinzugekommen.

Bei vier von fünf Hochmooren und drei von zehn Flachmooren bestehe grosser Handlungsbedarf: Ungenügender Unterhalt, zu wenig Wasser und hoher Stickstoffeintrag aus Landwirtschaft und Verkehr zerstörten die Moore der Schweiz.

Die Verbände fordern nun "einen griffigen Aktionsplan mit konkreten Massnahmen". Gehe es weiter wie bisher, werde die Schweiz das einzige Land Europas sein, das bis 2020 das internationale Schutzgebietsziel der Biodiversitätskonvention nicht erreiche.

Umweltschützer wollen selbst handeln

Bereits vor drei Wochen hatten Fachleute an einer Arbeitstagung beschlossen, selber einen Rettungsplan für die Biodiversität in der Schweiz zu entwickeln. Die 120 vom Bundesrat definierten Teilziele sollen auf die 25 wichtigsten verdichtet und nach den Sommerferien Bundespräsidentin Doris Leuthard vorgelegt werden.

Der Rettungsplan soll sowohl die öffentliche Hand als auch Wirtschaft, Forschung und Bildung ermutigen, dem Verlust der Lebensgrundlagen und der einheimischen Natur sinnvoll entgegenzuwirken. Denn dieser gefährde die Ökosysteme und ihre vielfältigen Leistungen für Mensch und Wirtschaft. (sda)

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Wie viele Türen hat ein Adventskalender??
 

Meistgelesen

Für die Behandlung von Babys und Kindern ist das Altstätter Spital «weder technisch noch personell ausgestattet».
Ostschweiz: 28.07.2017, 05:57

Baby nach Autounfall abgewiesen

Nach einem Verkehrsunfall brachten Grosseltern ihren fünf Monate alten Enkel ins Spital Altstätten.
Die verkohlte Leiche eines 41-jährigen Serben wurde in einem Wald bei Erlen gefunden. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Tötungsdelikt aus.
Unfälle & Verbrechen: 28.07.2017, 12:04

Verkohlte Leiche: Staatsanwaltschaft geht von Tötungsdelikt aus

Im Zusammenhang mit dem Leichenfund von Mitte Juli im Waldstück "Forsterwisli“ bei Pulvershaus ...
Der betrunkene Autofahrer missachtete ein Rotlicht und rammte dieses Fahrzeug.
Unfälle & Verbrechen: 28.07.2017, 10:11

Betrunkener Autofahrer entwischt Kontrolle und baut Unfall

An der Kreuzung Oberstrasse/Geltenwilenstrasse in St.Gallen ist es am Donnerstagabend zu einer ...
Weinfelden TG - Kohlers aus Weinfelden mit ihrem neuen Husky-Rüden.
Kanton Thurgau: 28.07.2017, 10:55

Max soll bleiben

Ein Weinfelder Paar hat einen aus der Türkei stammenden Husky eingeführt.
Die Trennwand aus Glas zwischen Büro und Empfang vermittelt Onofrio Giuffrè ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit.
Amriswil: 28.07.2017, 06:57

«Er soll auch hier im Wald gewesen sein»

Die örtliche CSS-Agentur blieb nach der Motorsägenattacke in Schaffhausen zu.
Die beiden Unternehmen Abraxas Informatik AG und die Verwaltungsrechenzentrum AG St. Gallen planen die Fusion.
Kanton St.Gallen: 28.07.2017, 06:31

Widerstand gegen IT-Fusion

Die St.Galler Informatikunternehmen Abraxas und VRSG wollen fusionieren.
Die grösste Schweizerfahne wurde schon letztes Jahr zum 1. August am Säntis entrollt. Ein Sturm setzte der Fahne damals arg zu.
Ostschweiz: 28.07.2017, 08:04

Riesen-Schweizerfahne wird wieder am Säntis entrollt

Sie wiegt 700 Kilogramm und misst 80 auf 80 Meter: Die grösste Schweizerfahne der Welt wird über ...
Weshalb sich der Mann auf den Geleisen beim Bahnhof Winkeln aufhielt, ist unklar.
Unfälle & Verbrechen: 28.07.2017, 13:36

Mann auf Gleis von Schnellzug angefahren

Am frühen Donnerstagabend hielt sich ein Mann auf den Geleisen am Bahnhof St.Gallen Winkeln auf.
Einer von zwei Schweizern in Diensten von Atalanta Bergamo: Remo Freuler trifft im Hotel in St. Gallen ein.
Fussball: 27.07.2017, 22:38

Atalanta Bergamo zu Gast in der Ostschweiz

Das Team von Atalanta Bergamo ist für sein Trainingslager in der Ostschweiz eingetroffen.
Die Täterschaft liess eine Tasche mit der Aufschrift "Laura-Star" zurück.
Unfälle & Verbrechen: 27.07.2017, 16:37

Tasche am Tatort zurückgelassen

Zwischen 20:15 Uhr und 23:40 Uhr ist am Dienstagabend eine unbekannte Täterschaft in ein ...
Zur klassischen Ansicht wechseln