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Tote in Virginia: Jungfreisinniger tritt ins Fettnäpfchen

Der Tweet eines Jungfreisinnigen zum Blutvergiessen in den USA anlässlich eines Aufmarschs von Rechtsextremisten sorgt für Kritik im Netz. Der junge Mann hatte die Verantwortung für die Geschehnisse linken Gegendemonstranten in die Schuhe geschoben.
13.08.2017 | 14:29
"Jungfreisinniger verteidigt Nazi-Terroranschlag, spricht von "rechten Sozialisten" und gibt den Linken die Schuld. Wow! Unfassbar!" Das schreibt Daniel Hungerbühler, politischer Sekretär der SP St.Gallen, auf Twitter. Er bezieht sich auf einen Tweet des Aargauer Jungfreisinnigen Sandro Wächter, der das Blutvergiessen bei einem Aufmarsch von Extremisten in Virginia thematisiert hatte. Wächter hatte in seinem Tweet linken Kreisen die Schuld für das Blutvergiessen gegeben.

An der Kundgebung rechtsnationalistischer und rassistischer Gruppen hatte sich am Samstag massive Gewalt entzündet. Die Behörden in der Universitätsstadt Charlottesville sprachen von insgesamt drei Toten und mindestens 35 Verletzten. Eine Frau war getötet worden, als ein Fahrzeug offenbar vorsätzlich in eine Gruppe von Gegendemonstranten gerast war. Zwei Beamte kamen beim Absturz eines Polizeihelikopters ums Leben.

Sandro Wächter, laut seiner Homepage selbständiger Unternehmer im Bereich Informatik und Präsident des Libertären Vereins der Schweiz, hatte auf Twitter festgestellt, alles sei friedlich gewesen, "bis die Linken [sic] Sozis auftauchten". Auf heftige Kritik doppelte er schliesslich nach, bei den "Sch. Nazis" habe es nur einen blöden Fackellauf gegeben, ohne irgendwelche Zerstörungen, "bis dann Antifa kam. Gibt einem zu denken."
Kürzlich hatten sich die Jungfreisinnigen des Kantons St.Gallen mit einem Vergleich von Diktatoren in die Nesseln gesetzt. In einer Tabelle stellten sie zwei "rechten" Diktatoren (dem Spanier Franco und dem Chilenen Pinochet) 20 "linke" Diktatoren gegenüber - zu letzteren zählten die St.Galler Jungfreisinnigen unter anderem Adolf Hitler und Benito Mussolini. Der Präsident der St.Galler Jungfreisinnigen entschuldigten sich schliesslich. (red.)





 
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