Treffen der Grauen Wölfe in Reinach verboten

  • Der Kanton Basel-Landschaft verbietet einen Anlass der nationalistischen türkischen Grauen Wölfe aus Sicherheitsgründen.
    Der Kanton Basel-Landschaft verbietet einen Anlass der nationalistischen türkischen Grauen Wölfe aus Sicherheitsgründen. (Keystone/EPA DPA/DANIEL REINHARDT)
17.03.2017 | 15:34

SCHWEIZ - TÜRKEI ⋅ Ein als kultureller Event deklarierter Anlass der ultranationalistischen türkischen Grauen Wölfe in Reinach BL darf nicht stattfinden. Die Baselbieter Polizei hat die für (morgen) Samstag geplante Veranstaltung am Freitagnachmittag aus Sicherheitsgründen verboten.

Diesen Entscheid fällte die Polizei gemäss einem Communiqué in Absprache mit der Sicherheitsdirektion Baselland nach den "neusten Entwicklungen": Am Freitagmorgen hatten Linksextreme in den sozialen Medien schweizweit zu einer "Antifa-Demo" in Reinach aufgerufen, um die Veranstaltung der Türken zu verhindern.

Unter den neuen Voraussetzungen seien Sicherheit und öffentliche Ordnung für die Bevölkerung nicht mehr gewährleistet, hielt die Baselbieter Polizei fest. Sie werde das Verbot der Veranstaltung selbst sowie jeglicher ebenfalls untersagter Gegenbewegungen durchsetzen.

Bis zu 500 Personen erwartet

Zur nunmehr verbotenen Veranstaltung in einer oft für türkische Anlässe genutzten Halle in einem Gewerbegebiet waren bis zu 500 Personen aus der Schweiz und dem angrenzenden Ausland erwartet worden. Offiziell wurde auf einem Flyer mit einer Sängerin und einem Sänger für den Event geworben.

Die Veranstalter bestritten in der Sendung "Schweiz aktuell" von Fernsehen SRF, dass an der Veranstaltung für das Referendum über die Reform der türkischen Verfassung geworben werden soll, mit welcher die Macht von Präsident Recep Tayyip Erdogan weiter ausgeweitet werden soll.

Allerdings wurden zum Grossanlass in Reinach auch zwei bekannte Repräsentanten der Grauen Wölfe eingeladen. Diese sollten sich indes nicht zur Volksabstimmung vom 16. April äussern, wie es seitens der Veranstalter hiess.

Organisiert hatten den von der "Basellandschaftlichen Zeitung" publik gemachten Anlass Schweizer Ableger der Grauen Wölfe, darunter der Türkische Kulturverein der Mevlana-Moschee Basel. Als Graue Wölfe werden die Mitglieder der rechsextremen türkischen Partei der Nationalistischen Bewegung bezeichnet.

Noch am Donnerstag hat die Baselbieter Polizei keinen Anlass für ein Verbot der Veranstaltung gesehen. Durchgeführt werde der Event von einer Organisation, die nicht verboten sei, hiess es.

Schon in den vergangenen Tagen hatten Veranstaltungen rund um die türkische Verfassungsabstimmung in der Schweiz und auch im Ausland für Aufregung gesorgt. So untersagte die Polizei im Kanton Aargau den Auftritt eines türkischen Politikers in Spreitenbach AG, worauf dieser nach Opfikon ZH auswich.

Ganz ins Wasser fiel der Auftritt von Aussenminister Mevlüt Cavusoglu. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheit sah für das von der Zürcher Kantonsregierung geforderte Verbot dieses Anlasses keinen Grund, weil es keine erhöhte Bedrohung für die innere Sicherheit gebe. Cavusoglu sagte seinen Besuch in der Schweiz darauf selbst ab. (sda)

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Schreiben Sie bitte Tagblatt rückwärts?
 

Meistgelesen

Die Rodelbahn am Kronberg war schon mehrfach Schauplatz von Unfällen.
Unfälle & Verbrechen: 23.05.2017, 17:12

Zwei Verletzte bei Unfall auf Rodelbahn am Kronberg

Bei einem Zusammenstoss zweier Bobs auf der Rodelbahn am Kronberg sind am Dienstagmittag zwei ...
In Bielefeld hat Jeff Saibene sein Meisterstück abgeliefert. Sein Marktwert steigt.
Fussball: 24.05.2017, 05:18

Der Graf von Bielefeld

In nur acht Wochen hat sich Jeff Saibene in Bielefeld zum gefeierten und besungenen Trainer ...
Präsidentenwechsel bei der CVP-Stadtpartei: Michael Hugentobler (links) übergibt an Raphael Widmer.
St.Gallen Aufschlag: 23.05.2017, 21:42

Hugentobler nimmt sich aus dem Rennen

An der gestrigen Hauptversammlung der CVP Stadt St.
Sinnbild für den Wandel in St.Gallen: Unter Joe Zinnbauer spielte Mario Mutsch keine Rolle mehr - nach dem GC-Match wurde er vom Espenblock gefeiert.
Gegentribüne: 23.05.2017, 14:42

Die Zinnbauer-Verweigerer sind zurück

St.Gallen – Grasshoppers: Das war weit mehr als nur ein Testspiel im Hinblick auf die nächste ...
Bewaffnete Polizisten in Manchester
International: 24.05.2017, 05:18

Drei weitere Festnahmen in Manchester

Die Polizei in Manchester sucht nach dem Anschlag vom Dienstag mit mindestens 22 Toten nach ...
Der Wolf M75 ist nun auch in Appenzell Ausserrhoden nicht mehr sicher. (Symbolbild)
Ausserrhoden: 24.05.2017, 09:39

Appenzell Ausserrhoden gibt Wolf M75 zum Abschuss frei

Wie die Kantone Graubünden, Tessin und St.Gallen hat sich nun auch Appenzell Ausserrhoden dazu ...
Die Feuerwehr musste den Fahrer aus der Führerkabine befreien.
Unfälle & Verbrechen: 23.05.2017, 18:19

Lastwagen fährt in Muldenkipper: Ein Verletzter

Bei einem Auffahrunfall auf der Autobahnausfahrt St.Margrethen ist am Dienstagnachmittag der ...
105 junge Flüchtlinge sind derzeit in der Marienburg in Thal untergebracht.
Ostschweiz: 24.05.2017, 05:18

«Wir sind ihre Familie»

Im Kanton St.Gallen werden Asylsuchende unter 18 Jahren zentral im Internat Marienburg in Thal ...
Roger Moore hat nicht nur in der Schweiz gelebt, sondern sich auch engagiert - wie hier beim Werben für Organspenden in Anzere (Wallis) im Jahr 2002.
Kultur: 24.05.2017, 06:32

007 und seine Liebe zur Schweiz

Wie so viele Prominente aus aller Welt liess sich auch der britische Schauspieler Roger Moore ...
Strittiger Gewässerabstand: In den Schutzzonen links und rechts von Bächen dürfen Landwirte nicht düngen und keine Herbizide, Fungizide oder Insektizide ausbringen.
Ostschweiz: 24.05.2017, 05:18

Ostschweizer Bächen droht Gefahr durch Giftstoffe

Die Ostschweiz ist durchzogen von einem Netz aus Bächen und Flüssen.
Zur klassischen Ansicht wechseln