• Gemäss der Gewerkschaft Unia bezahlen Frauen den höchsten Preis für die Rentenreform. Die Delegierten fordern daher eine Volksinitiative für Lohngleichheit. (Symbolbild)
    Gemäss der Gewerkschaft Unia bezahlen Frauen den höchsten Preis für die Rentenreform. Die Delegierten fordern daher eine Volksinitiative für Lohngleichheit. (Symbolbild) (Keystone/EPA MTI/BEA KALLOS)
18.03.2017 | 15:27

Unia und VPOD sagen Ja zur Rentenreform


ALTERSVORSORGE ⋅ Rückenwind für die kommende Volksabstimmung zur Altersreform: Die Gewerkschaften Unia und VPOD unterstützen die vom Parlament beschlossene Reform. Die Entscheide waren allerdings umstritten, vor allem wegen der Erhöhung des Frauenrentenalters.

Entsprechend knapp sprachen sich die Delegierten an den Versammlungen vom Samstag für die Ja-Parolen aus. Beim VPOD fiel der Entscheid mit 22 zu 19 Stimmen, bei der Unia mit 55 zu 47 Stimmen. Beide Gewerkschaften beantragen nun der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB) vom kommenden Donnerstag die Unterstützung der Rentenreform.

Zurück in die schwarzen Zahlen

Hauptargument für die Reform ist für Unia und VPOD die Verbesserung der AHV-Renten. "Die zusätzlichen 70 Franken pro Monat machen eine Verbesserung um 3 bis 6 Prozent aus", schreibt die Unia in einer Mitteilung. Zudem würde der Plafond für die Ehepaarrenten angehoben. Zudem werde die AHV in schwarze Zahlen zurückgeführt, schreibt der VPOD, damit sei die Diskussion über Rentenalter 67 beendet.

Verschiedene Elemente der Reform seien gerade für viele Frauen mit bescheidenen Einkommen ganz wichtig, schreibt der VPOD weiter. Die Besitzstandsgarantie bei der Senkung des Umwandlungssatzes komme vor allem Frauen im Tieflohnbereich zu Gute, ebenso die bessere Abdeckung der zweiten Säule bei Teilzeitbeschäftigung und die Einführung des Rechtes, bei Arbeitslosigkeit ab 58 Jahren in der Pensionskasse zu bleiben.

Initiative gefordert

Mit der Unterstützung der beiden Gewerkschaften nimmt die Rentenreform eine weitere Hürde. Insbesondere von der Frauenkommission der Unia war Kritik am Reformpaket des Parlaments laut geworden.

Trotz allem bezahlen die Frauen gemäss der Unia den höchsten Preis für die Reform. Die Unia-Delegierten möchten daher, dass der SGB eine Volksinitiative prüft, die "schnell wirksame Instrumente zur Durchsetzung der Lohngleichheit in der Verfassung verankern soll". (sda)

Kommentare
Kommentar zu: Unia und VPOD sagen Ja zur Rentenreform
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geschrieben am 19.03.2017 10:50 | von Arbeiter

Ein Rätsel warum die UNIA diese "Reform" annehmen will, welche nicht auf die Zukunft mit mehr Automatisierung ausgerichtet ist.
So kann eine Firma mit hoher Automatisierung nicht nur die Löhne, sondern auch die Sozialabgaben einsparen. Statt beim Bruttolohn sollten die Sozialabgaben in einem noch bestimmbaren Prozentsatz vom Ertrag der Firma abgezogen werden. Zudem ist es völlig absurd zu behaupten, die Jungen würden den Alten die Renten bezahlen. Alles Geld sowohl auch Löhne wie sämtliche Abgaben stammen aus dem Produkt welches verkauft wird. Das Geld kommt via Konsumenten in das Produkt welche auch die Rentner selbst sind. Somit findet mit dem Konsum der Rentner auch ein teilweiser Rückfluss der Renten in die AHV statt. Die AHV ist im Gegensatz zum BVG kein Sparkonto, sie funktioniert im Umlageverfahren. Das bedeutet, AHV Beiträge fliessen rein und werden gleich wieder als Renten ausbezahlt. Die neuen Jobs in der Automatik werden die Verluste aus Automatisierung nicht ersetzen.

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