• Zwei Vereinigungen von albanischen Muslimen bekennen sich in einer gemeinsamen Charta zum Laizismus.
    Zwei Vereinigungen von albanischen Muslimen bekennen sich in einer gemeinsamen Charta zum Laizismus. (Keystone/PETER KLAUNZER)
20.03.2017 | 18:01

Albanische Muslime unterzeichnen Charta


RELIGION ⋅ Die zwei wichtigsten Vereinigungen von albanischen Muslimen in der Schweiz haben gemeinsam ein Bekenntnis zum Laizismus und zur Trennung von Religion und Staat abgelegt. Gemäss dieser Charta steht die Schweizer Gesetzgebung über allen religiösen Regeln.

Die Charta unterzeichneten zwei Dachorganisationen am Montag in Bern: die Albanische Islamische Gemeinde der Schweiz und die Union der Albanischen Imame der Schweiz. Anwesend waren Delegationen der Schweizer Behörden sowie der Staaten Albanien, Kosovo und Mazedonien, wie Bashkim Iseni von der Agentur albinfo.ch der Nachrichtenagentur sda auf Anfrage bekanntgab.

Den Anstoss für das Treffen und die Erklärung gab Naim Malaj, der frühere Botschafter von Kosovo in der Schweiz. Im Text bestätigen die zwei Verbände ihr Engagement gegen ein Ausnutzen ihrer Religion für politische oder extremistische Zwecke. "Es ist der Anfang eines Prozesses, aber es gibt noch Arbeit zu tun", sagte Iseni.

Interreligiösen Dialog verstärken
In der Schweiz leben rund 300'000 Albanerinnen und Albaner. Die Mehrheit von ihnen sind allerdings keine praktizierenden Muslime, wie Naim Malaj gegenüber mehreren Westschweizer Zeitungen sagte.

Die Charta solle dem Islam, den die Albaner in der Schweiz praktizieren, ein anderes Gesicht geben. "Es ist ein Islam, der die nationale Identität immer über die Religion gestellt hat." Das erkläre auch die Verbundenheit mit einem laizistischen Staat und mit der Gewaltentrennung.

Die Zentren der albanischen Gemeinschaften sollen sich gemäss der Charta, die in einer Übersetzung der Nachrichtenagentur sda vorliegt, dafür einsetzen, dass der interreligiöse Dialog überall in der Schweiz verstärkt wird. Diese Zentren sollen allen offenstehen, ungeachtet von Staatsangehörigkeit, Glaubensrichtung oder Geschlecht.

Rechte der Frauen

In der Charta ist auch der Respekt gegenüber Frauen verankert sowie die Gleichberechtigung von Frau und Mann gemäss der Bundesverfassung. Wolle eine Frau den Schleier tragen, sei sie frei, dies zu tun, sagte Malaj dazu. Keinesfalls aber dürfe der Schleier von religiösen Verantwortlichen aufgezwungen werden.

Mit der Charta habe er auch die Verbundenheit der Diaspora mit der Schweiz und den Schweizer Werten zeigen wollen, führte Malaj aus. Das Papier solle die Dankbarkeit bezeugen für all das, was das Land für die Balkanstaaten getan habe und noch tun werde. (sda)

Kommentare
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geschrieben am 20.03.2017 19:31 | von zombie1969

Volltreffer!
Wie sagte doch der langjährige Premierminister von Singapur, Lee Khan Yen, treffend:
"man könne Menschen aller Hautfarben, Rassen, Sprachen und Religionen in einen Staat integrieren – mit Ausnahme von Moslems”

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geschrieben am 20.03.2017 20:51 | von carlos_zapato

Lee Kuan Yew hiess der Mann.

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geschrieben am 21.03.2017 15:49 | von Tinel

Die Charta zeugt von was anderem Zombie

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geschrieben am 20.03.2017 21:29 | von SanCallcio

Wichtige Aktion. Endlich ein muslimischer Verband, der sich öffentlich, schriftlich zu unseren Werten bekennt. Sehr ermutigend.

Seit meinem Aufenthalt in Albanien verwundert mich das aber nicht mehr, pflegen die Albaner nämlich auch in ihrer Heimat einen sehr zeitgerechten Islam. In Albanien sieht man sogar seltener eine Frau mit Kopftuch als in der Schweiz, würde ich behaupten. Das wäre auch zu schade, sind die Albanerinnen doch ausgesprochen gutaussehende Frauen.

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geschrieben am 21.03.2017 08:04 | von amul

Grundsätzlich ein richtiger und wichtiger Schritt, nur wäre es nicht sinnvoller zuerst eine oberste Dach-Vereinigung/Verband aller Muslime von CH aufzustellen und dieser soll dann eine Charta unterzeichnen. Es ist doch nicht zielführend dass alle die 100 (?) Islamvereinigungen einzeln eine Charta unterzeichnen, und jede ändert diese noch ein wenig ab. Warum werden die "Rechte der Frauen" explizit erwähnt? Diese sind in der CH-Gesetzgebung garantiert, es genügt die Anerkennung von "Trennung Kirche-Staat, Gewaltentrennung, Staat steht über der Religion" und der Anerkennung der CH-Gesetzgebung, vollständig und nicht nur Teile davon. Da ist nichts verhandelbar. Und wer dies nicht anerkennen will, lebt im falschen Land. So wäre die Weltreligion Islam auch anerkannt und geregelt in CH, Gleichberechtigt mit den anderen Religionen. Die könnten dann sogar in den Gemeinden eine Kirchensteuer von ihren Bürgern erheben und sich so finanzieren, und wären unabhängig von ausländischem polit. Geld.

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geschrieben am 21.03.2017 10:00 | von frieda

Wie soll das gehen, mit dem von Ihnen geforderten Dachverband für alle Muslime in der Schweiz? Sowas haben bis heute ja noch nicht mal die christliche Kirchen in der Schweiz geschafft. Da es im Islam etwa so viele unterschiedliche Glaubensrichtungen/Fraktionen gibt, wie in der christlichen Kirche, sollte man da nicht mehr verlangen, als bei anderen Glaubensgemeinschaften. Wäre doch schön, wenn sich noch andere islamische Gemeinschaften dem Beispiel der Albaner in der Schweiz anschlössen.

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geschrieben am 21.03.2017 10:39 | von amul

es gibt die 2 christlichen Grossen, evang und kath, und die dürfen auch Kirchen-Steuern eintreiben. Und all die Freikirchen und Sektenähnlichen Grüppchen sollen und können ihr Dasein fristen, das sind niemals so viele wie es islamische Vereine gibt. Und wenn sie gegen den Staat verstossen bzw ihn nicht akzeptieren wie die Jesuiten vor einiger Zeit, die den Papst über die Verfassung stellen wollten, dann werden sie verboten.

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geschrieben am 21.03.2017 13:05 | von frieda

1. haben Sie die Christkatholiken und die Orthodoxen (girechisch und russisch) vergessen, die zusammen etwa 2,2% der Bevölkerung ausmachen 2. weitere 3,5% gehören zu den diversen Freikirchen (Statistisches Bundesamt, 2015) Insgesamt also 5,7%. 3. Islamische Gläubige machen etwa 5,3% der Bevölkerung aus. 4. Damit hätten wir mehr Angehörige christlicher Glaubensgemeinschaften abseits der Amtskirchen als Muslime. 5. Wenn die Zahl jener Gruppierungen, die sich zu einem "Dachverband" Ihrer Vorstellung zusammenfinden sollen, bei den Christen kleiner wäre als bei den Muslimen, dann müsste es doch einfacher sein, die Christen unter ein solches Dach zu bringen. Bisher aber nicht gelungen. Es werden übrigens längst nicht alle Glaubensgemeinschaften verboten, die "ihre" Regeln über jene des Staates stellen: Zeugen Jehovas leisten keinen Militärdienst, die röm-kath Kirche hält sich nicht ans Diskriminierungsverbot, "Norweger" haben's nicht so mit der Gleichberechtigung etcpp.

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geschrieben am 21.03.2017 17:05 | von amul

Wie so vieles auf dieser Welt liesse sich das schnell und effizient regeln - übers Portemonnaie. Der Zentralverband erhält alle Kirchensteuereinnahmen und verteilt sie Mitgliederanzahl- entsprechend an die Untervereine die sich dem Zentralverband angeschlossen und die Charta übernommen haben. Der Zentralverband überwacht und sanktioniert bei Bedarf die Untervereine. Und lockt der Geldsegen, werden diese sich schnell und unkompliziert anschliessen. Und halten sich einzelne Mitglieder nicht an die Charta, können sie aus dem Unterverein ausgeschlossen werden. Und wenn es zb 3 fundamental unterschiedliche Hauptströmungen im Islam gibt (?), dann gibt es halt für jede einen Zentralverein, analog zu evang - kath. Und ich glaube nicht, dass irgend eine christliche Sekte / Freikirche die irgendwelche Gelder aus Kirchensteuern erhalten, ich hoffe nicht.

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geschrieben am 22.03.2017 08:25 | von frieda

Soll das heissen, Sie wollen den Islam in der Schweiz als öffentlich-rechtliche Körperschaft anerkennen mit dem Recht, Kirchensteuer zu erheben - analog zu den evang. und kath. Landeskirchen? Diese Anerkennung müsste jeweils durch die Kantonsparlamente erfolgen. Ich wage die Prognose, dass das in der Ostschweiz nicht klappen wird - spätestens in der Volksabstimmung würde das scheitern. Damit aber wäre der Weg über die "Kirchensteuereinnahmen" vom Tisch. Abgesehen davon, dass dieses Modell in der CH nicht mal für die christl. Kirchen funktioniert (Kantonalkirchen/kath. und evang. getrennt/keine Kirchensteuer in Westschweizer Kantonen). Ausserdem leben in der CH viele Kurden. Kurden sind oft Aleviten (kein Kopftuch, Gleichberechtigung, keine Moscheen etc). Die werden von manchen anderen Islam-"Richtungen" abgelehnt, sind aber andererseits eh schon "staatskonform". Die kämen also nicht in diesen Verband und bekämen damit kein Geld, obwohl sie "staatskonform" sind?

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