Schon 23 Tote bei Waldbränden in Kalifornien

  • Rauch von den Waldbränden am Donnerstag über der Metropole San Franciso.
    Rauch von den Waldbränden am Donnerstag über der Metropole San Franciso. (Keystone/AP/ERIC RISBERG)
12.10.2017 | 11:08

BRÄNDE ⋅ Mindestens 23 Menschen tot, fast 300 vermisst - die Waldbrände in Kalifornien zählen schon jetzt zu den schlimmsten in der Geschichte des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats.

Der Kampf gegen die derzeit 22 Grossbrände werde noch viele Tage weiter gehen, erklärte die kalifornischen Wald- und Feuerschutzbehörde am Mittwoch (Ortszeit).

Die Lage in den Gebieten nördlich von San Francisco werde sich "weiter verschlimmern, bevor es besser wird", sagte der Leiter der kalifornischen Wald- und Feuerschutzbehörde (Cal Fire), Ken Pimlott. Der Kampf gegen das Feuer werde noch lange dauern. Auch die Zahl der Todesopfer drohe weiter zu steigen.

Jüngsten Behördenangaben zufolge kamen bereits mindestens 23 Menschen ums Leben. Elf Todesfälle wurden aus dem besonders stark von den Bränden betroffenen Weinbaugebiet Sonoma gemeldet, sechs Menschen starben im Bezirk Mendocino. Damit gehören die derzeitigen Brände zu den tödlichsten in der Geschichte Kaliforniens - der Statistik zufolge waren bislang nur fünf noch schlimmer.

Im ganzen Bezirk Sonoma seien gut die Hälfte der 600 Vermissten gefunden worden, sagte Sheriff Robert Giordano. 285 Menschen würden aber noch vermisst. Das Handynetz war durch die Zerstörung von rund 70 Prozent der Sendemasten stark in Mitleidenschaft gezogen.

Rund 3500 Gebäude zerstört

Durch die 22 Waldbrände wurden nach Schätzungen der Feuerwehr seit Sonntag rund 3500 Gebäude und fast 70'000 Hektar Land zerstört. 25'000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, etwa 5000 von ihnen kamen in Notunterkünften unter. Oft mussten die Bewohner mitten in der Nacht ihre Häuser verlassen. In der 175'000-Einwohner-Stadt Santa Rosa brannten ganze Strassenzüge nieder.

Die Ausweitung der Brände wurde durch starke Winde und eine Luftfeuchtigkeit von gerade einmal acht Prozent begünstigt. "Wir haben immer noch die Auswirkungen von fünf Jahren Dürre", führte Pimlott aus. Die ausgedörrten Pflanzen seien im wahrsten Sinne des Wortes "explosiv". Die Brände breiteten sich daher viel schneller aus, als die Feuerwehr vorwärts komme.

Etwa 8000 Feuerwehrleute sowie 73 Löschhelikopter und 30 Löschflugzeuge waren im Einsatz. Aus den benachbarten Staaten seien zur Unterstützung insgesamt 170 Löschmaschinen angefordert worden und aus dem Rest des Landes 154 weitere, sagte Cal Fire-Chef Pimlott.

Die kalifornische Nationalgarde entsandte 700 Soldaten zur Unterstützung der Einsatzkräfte, bis Donnerstag (Ortszeit) sollten 1800 weitere eintreffen.

Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown hatte wegen der Brände den Notstand für acht Bezirke ausgerufen. US-Präsident Donald Trump erklärte den Katastrophenfall, um Bundesmittel für die betroffene Region freizugeben. (sda/dpa)

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