Mysteriöser Untergang von dänischem U-Boot

  • Dänische Ermittler auf dem geborgenen Privat-U-Boot.
    Dänische Ermittler auf dem geborgenen Privat-U-Boot. (KEYSTONE/EPA SCANPIX DENMARK/JENS NOERGAARD LARSEN)
13.08.2017 | 15:17

DÄNEMARK ⋅ Dänen-Krimi um ein versunkenes Privat-U-Boot: Kapitän und Designer Peter Madsen, genannt Raketen-Madsen, soll dort eine schwedische Journalistin getötet haben. Er streitet das ab, eine Leiche wurde bis Sonntag nicht gefunden.

Der in Dänemark als privater U-Boot- und Raketenbauer bekannte Ingenieur und Tüftler Peter Madsen ist nach dem Verschwinden einer schwedischen Journalistin festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft in Kopenhagen wirft dem 46-Jährigen vor, die 30-jährige Reporterin Kim Wall am Donnerstagabend getötet zu haben.

Von der jungen Frau fehlte bis zum Sonntag jede Spur. Am Samstagabend verhängte ein Gericht gegen Madsen wegen Vorwurfs der fahrlässigen Tötung 24 Tage Untersuchungshaft, wie die dänische Nachrichtenagentur Ritzau meldete. Madsen selbst weist alle Anschuldigungen zurück.

Madsen ist Besitzer der "UC3 Nautilus", eines von ihm selbst entworfenen fast 18 Meter langen U-Bootes. Wall wurde zuletzt gesehen, als sie mit Madsen am Donnerstag in Kopenhagen an Bord ging. Sie wollte anscheinend eine Geschichte über den Self-Made-Bootsbauer schreiben. Madsen sagte, er habe die Frau auf einer Insel im Kopenhagener Hafengebiet abgesetzt.

Absichtlich versenkt?

Die "UC3 Nautilus" sank dann, Madsen wurde nach Angaben der Polizei von einem privaten Schiff gerettet und an Land gebracht. Es war bis Sonntag unklar, weshalb das U-Boot in der Nacht zum Freitag havarierte. "Ich war auf einer Probefahrt und habe ein paar Dinge an dem U-Boot getestet. Dann ist etwas mit einem Ballasttank schiefgegangen", wurde Madsen zitiert.

Am Samstag wurde das U-Boot aus sieben Metern Wassertiefe in der Køge Bugt südlich der Hauptstadt gehoben und in den Hafen gebracht. Am Sonntagfrüh wurde zunächst das Wasser abgelassen. Dann gingen Techniker mit Schutzkleidung und Gasmasken an Bord und durchsuchten es.

Gefunden wurde niemand. Es gebe aber Anzeichen, dass die Nautilus absichtlich versenkt wurde, sagte Polizeisprecher Jens Moller Jensen, ohne ins Detail zu gehen.

Madsen gilt in der dänischen Technik- und Gründerszene als schillernde Figur. Vor der Nautilus hatte er schon zwei kleinere U-Boote mitgebaut. Er entwirft ausserdem Raketen, weshalb ihn dänische Medien auch "Raketen-Madsen" nennen. (sda/dpa)

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