Herbststurm in Deutschland: Zwei Männer wurden erschlagen

  • Im schleswig-holsteinischen St. Peter-Ording hat eine Sturmflut den Strand überschwemmt.
    Im schleswig-holsteinischen St. Peter-Ording hat eine Sturmflut den Strand überschwemmt. (KEYSTONE/DPA/WOLFGANG RUNGE)
13.09.2017 | 18:10

ORKANARTIGE BÖEN ⋅ Über Teile Deutschland ist am Mittwoch ein Herbststurm hinweggezogen, bei dem mindestens zwei Menschen ums Leben kamen. Bei heftigen Windböen wurde in Hamburg nach Angaben der Polizei ein 38-jähriger Passant von einem herabstürzenden Gerüst erschlagen.

Ein Teil habe sich "vermutlich witterungsbedingt" am siebten Obergeschoss eines Gebäudes gelöst und sei auf den Fussgänger gestürzt, sagte ein Sprecher der Polizei. Laut Feuerwehr fanden Rettungskräfte den Mann leblos auf dem Trottoir. Sie brachten ihn in ein Spital, wo er nach Polizeiangaben seinen Verletzungen erlag.

Im nordrhein-westfälischen Brilon wurde zudem ein 53-Jähriger von einem umstürzenden Baum erschlagen. Der Mann war nach Polizeiangaben mit Vermessungsarbeiten an einem Waldstück beschäftigt, als eine 20 Meter hohe Fichte auf ihn stürzte.

In Wyk auf der Insel Föhr wurde eine 70-jährige Frau von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt. Sie wurde in ein Spital auf das Festland ausgeflogen.

In Hamburg ging die Feuerwehr zunächst davon aus, dass ein Rollstuhlfahrer unfreiwillig vom Sturm in die Elbe geweht und weggerissen wurde. Ein Grossaufgebot suchte mit Tauchern, Booten und einem Helikopter nach dem Mann, konnte ihn aber nur noch tot bergen. Die Polizei teilte nach ersten Ermittlungen mit, dass sie von einem Suizid ausgehe.

Orkanartige Böen

Mit heftigen Windböen und Starkregen zog das Sturmtief "Sebastian" über Teile West- und Norddeutschlands hinweg. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts gab es an der Nordseeküste teils orkanartige Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern.

Bei der Bahn in Deutschland waren viele Strecken blockiert, auch wegen umgestürzten Bäumen. An der Nordsee fielen etliche Fährverbindungen aus. Der Wind beschädigte auch Autos und Gebäude; Dachziegel flogen umher.

Für die Nordseeküsten gab das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie eine Sturmflutwarnung heraus. In Ostfriesland wurde für den Abend und die Nacht ein Pegel von einem Meter über dem mittleren Hochwasser erwartet, für Nordfriesland bis zu zwei Meter mehr.

Auch im Binnenland brachte "Sebastian" Sturm, Gewitter und Regen. Für Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein warnte der Wetterdienst weiter vor orkanartigen Böen. Die Stadt Flensburg in Schleswig-Holstein riet ihren Bürgern, sich in den Nachmittagsstunden nicht im Freien aufzuhalten. Städtische Kindertagesstätten wurden geschlossen, Veranstaltungen mit Beteiligung der Öffentlichkeit wurden abgesagt.

Am Abend und in der Nacht soll sich die stürmische Wetterlage nach Angaben der Meteorologen zunehmend in Richtung Osten verlagern. In Berlin rief die Feuerwehr am frühen Abend bereits den Ausnahmezustand aus. Für Hessen und Baden-Württemberg gab der Wetterdienst eine Warnung vor Starkregen heraus. (sda/afp/dpa)

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