Waadtländer Firmenchef unter Unfallopfern

  • Nach dem Absturz des Kleinflugzeugs steigt in der Nähe eines Lidl-Supermarkts in Tires schwarzer Rauch auf.
    Nach dem Absturz des Kleinflugzeugs steigt in der Nähe eines Lidl-Supermarkts in Tires schwarzer Rauch auf. (Keystone/AP/FABIO MIGUEL POCARICO)
18.04.2017 | 15:57

FLUGUNFALL ⋅ Zu den fünf Personen, die am Montag beim Absturz eines Schweizer Kleinflugzeugs in Portugal ums Leben kamen, zählt auch der Chef der Westschweizer Firma Symbios. Das Unternehmen aus Yverdon stellt Hüftprothesen her.

Das Universitätsspital CHUV in Lausanne und die Regierung des Kantons Waadt zeigten sich am Dienstag in einer Medienmitteilung sehr betroffen über den Tod des Symbios-Gründer Jean Plé und seiner Lebensgefährtin. Das CHUV arbeitete seit einigen Jahren eng mit dem Waadtländer Prothesenhersteller zusammen.

Plé war zudem seit mehr als 30 Jahren mit Pierre-François Leyvraz, dem Generaldirektor des CHUV, befreundet. Leyvraz zeigte sich am Dienstag entsprechend bewegt. Plé sei ein warmherziger Mensch gewesen, sagte er zur Nachrichtenagentur sda. "Er war stets auf der Suche nach guten Ideen, und das brachte ihn vorwärts." Und er sei ein gewissenhafter Pilot gewesen.

Auch über den Tod des französischen Chirurgen Jean-Pierre Franceschi und dessen Frau zeigte sich das Spital bestürzt. Das Paar befand sich ebenfalls an Bord der Unglücksmaschine. Der Kniespezialist aus Marseille hatte sich besonders in der Sportwelt einen Namen gemacht und war auch mit Plé befreundet. Die Behörden der Waadt drückten den betroffenen Familien ihr tiefes Beileid aus.

"Plé war ein grossartiger Mensch", sagte der Personalchef von Symbios, Pascal Thévenaz, am Dienstag gegenüber der sda. Der 69-Jährige habe "mehr als 100 Prozent" seiner Zeit der Firma gewidmet.

Das Unternehmen Symbios Orthopédie SA ist auf Hüft- und Knieprothesen spezialisiert und in Yverdon-les-Bains (VD) angesiedelt. Es wurde 1989 gegründet und beschäftigt rund 170 Personen, 130 davon in Yverdon. Die Firma verfügt über Niederlassungen in Frankreich, Deutschland und England.

In der Luft explodiert

Beim Absturz des Schweizer Kleinflugzeugs rund 20 Kilometer westlich der portugiesischen Hauptstadt Lissabon waren am Ostermontag insgesamt fünf Personen ums Leben gekommen, wie der Katastrophenschutz der Region Lissabon mitteilte.

Das in der Schweiz registrierte Flugzeug sollte ursprünglich nach Marseille fliegen. Es stürzte jedoch kurz nach dem Start vom Flugplatz Tires in der Nähe eines Supermarkts ab, nachdem die Maschine offenbar in der Luft explodiert war.

Bei den fünf Todesopfern handelte es sich um die vier Insassen der Maschine, die aus der Schweiz und Frankreich stammten, sowie einen portugiesischen Lastwagenfahrer. Dieser war von Wrackteilen getroffen worden. Zudem wurden drei weitere Menschen von den Flammen leicht verletzt.

Kurz nach dem Unfall gab der Flugplatz von Tires in einer Medienmitteilung bekannt, dass das Kleinflugzeug im Besitz der Waadtländer Firma Symbios war.

Laut dem Unternehmen ist es sehr wahrscheinlich, dass Jean Plé am Steuer des Kleinflugzeugs sass. Die Identifizierung der Opfer war am Dienstag jedoch noch nicht abgeschlossen. (sda)

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