Milliardenstrafe für Odebrecht

  • Korruption: Odebrecht und seine Petrochemie-Tochter Braskem hatten bereits im Dezember ein Schuldbekenntnis abgegeben.
    Korruption: Odebrecht und seine Petrochemie-Tochter Braskem hatten bereits im Dezember ein Schuldbekenntnis abgegeben. (Keystone/AP/ERALDO PERES)
18.04.2017 | 07:43

KORRUPTION ⋅ Der brasilianische Grosskonzern Odebrecht ist wegen eines Schmiergeldskandals von einem US-Gericht zu einer hohen Strafe verurteilt worden. Insgesamt muss das Unternehmen wegen Bestechung von Regierungsfunktionären rund 2,6 Milliarden Dollar zahlen.

Mit 2,4 Milliarden Dollar geht der Grossteil der im Rahmen eines Vergleichs mit den Justizbehörden mehrerer Länder festgelegten Strafe nach Brasilien. 116 Millionen Dollar fliessen an die Schweiz und 93 Millionen an die US-Behörden. Dies bestätigte der zuständige Richter am Montag in New York.

Odebrecht und seine Petrochemie-Tochter Braskem hatten bereits im Dezember ein Schuldbekenntnis in dem international koordinierten Verfahren abgegeben. Zunächst war eine höhere Strafe angesetzt worden, Odebrecht hatte sich jedoch mit dem Argument gewehrt, nicht mehr als den nun beschlossenen Betrag stemmen zu können.

Bestechungszahlungen ermittelt

Die Bundesanwaltschaft (BA) hatte den brasilianischen Baukonzern Odebrecht und eine seiner Tochtergesellschaften im Dezember verurteilt. Sie forderte eine Zahlung von über 200 Millionen Franken.

Im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre rund um Petrobras führte die BA seit 2014 rund 60 Strafuntersuchungen. Im Juli 2015 hatte die BA ihre Untersuchungen auf die Spitzen des Odebrecht-Konzerns ausgeweitet. Der Baukonzern wurde verdächtigt, Schweizer Konten für Schmiergelder an ehemalige Petrobras-Führungskräfte benutzt zu haben.

Aufgrund von Meldungen der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) betreffend verdächtiger Bankbeziehungen hätten Bestechungszahlungen von verschiedenen Unternehmen im Bausektor für Auftragsvergaben ermittelt werden können, hiess es in einer Erklärung der BA vom Dezember.

Bestechung in zwölf Ländern

Insgesamt soll der Konzern Beamte in zwölf Ländern - vor allem in Lateinamerika - mit insgesamt rund 780 Millionen Dollar geschmiert haben, um Regierungsaufträge zu erhalten. Zum Teil sollen die Mittel über US-Banken geflossen sein.

Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hatte erst vergangene Woche grünes Licht für Ermittlungen wegen Korruptionsverdachts gegen neun Minister des konservativen Präsidenten Michel Temer gegeben.

Zudem wurde die Immunität von mehreren Dutzend Abgeordneten und Senatsmitgliedern sowie drei Gouverneuren aufgehoben, um deren mutmassliche Verstrickung in das Korruptionsnetz von Odebrecht zu untersuchen. (sda/dpa)

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