GUILLOTINE

"... ein Gefühl erfrischender Kühle"

Am 20. März vor 225 Jahren ist die Guillotine von der Französischen Nationalversammlung als Hinrichtungsinstrument eingeführt worden. Die letzte Hinrichtung mit der Guillotine liegt nicht lange zurück: Noch 1977 wurde in Marseille ein Todesurteil mittels Fallbeil vollstreckt.
20.03.2017 | 16:10
Patrick Baumann
Dass die Guillotine gerade während der Französischen Revolution eingeführt worden ist, ist kein Zufall. Die Köpfmaschine war ein Versuch, das Töten zu rationalisieren. Man erhoffte sich eine möglichst effiziente und schmerzfreie Vollstreckung der Todesurteile. Weiter wollte man dem Gleichheitsanspruch der Französischen Revolution auch bei Hinrichtungen Geltung verschaffen. Der Tod durch Enthauptung war vor Einführung der Guillotine den Adeligen vorbehalten. Mit der Guillotine wurden alle Hinrichtungen vereinheitlicht. Namensgeber Joseph-Ignace Guillotin führte humanitäre Gründe für den Gebrauch des Fallbeils an. "Die Guillotine ist eine Maschine, die den Kopf im Handumdrehen entfernt und das Opfer nichts anderes spüren lässt ausser ein Gefühl erfrischender Kühle", so Guillotin über die Konstruktion.

Der Fall Hans Vollenweider
Nicht nur in Frankreich, sondern auch in vielen anderen westlichen Ländern kam die Guillotine zum Einsatz. In der Schweiz gar bis ins Jahr 1940. Damals wurde der in Zürich geborene Hans Vollenweider in Sarnen hingerichtet. Es war das letzte vollstreckte Todesurteil nach einem zivilen Strafprozess in der Schweiz. Die Hinrichtung war damals sehr umstritten, weil die Abschaffung der Todesstrafe bereits per Volksabstimmung beschlossen worden war. Hans Vollenweider wurde verurteilt, weil er im Juni 1939 innerhalb von zehn Tagen den Chauffeur Hermann Zwyssig, den Postboten Emil Stoll sowie bei seiner Verhaftung den 23-jährigen Polizisten Alois von Moos erschossen hat.

In der Schweiz war seit der frühen Neuzeit die Enthauptung durch das Schwert die übliche Hinrichtungsmethode. Die Guillotine kam erst 1835 hinzu. Schweizweit wurden 15 Männer mit dem Fallbeil hingerichtet. Ab 1879 wurden die Guillotine von Luzern für alle zivilen Hinrichtungen verwendet.

Einsatz während der Französischen Revolution
Besonders oft zum Einsatz kam die Guillotine während der Terrorherrschaft von Juni 1793 bis Ende Juli 1794 in Frankreich. Diese Periode der Französischen Revolution war durch die brutale Unterdrückung aller Personen gekennzeichnet, die verdächtigt wurden, nicht mit der Revolution einverstanden zu sein. Federführend war der Wohlfahrtsausschuss unter Georges Danton und später unter Maximilien de Robespierre. Alleine in diesen Abschnitt der französischen Geschichte fallen über 16'000 Todesurteile, die mittels Guillotine vollstreckt wurden. Die berühmtetsten Opfer waren Louis XVI und seine Frau Marie Antoinette. Beide wurden auf der heutigen Place de la Concorde in Paris hingerichtet. Weil er sich gegen die Fortsetzung der von ihm selbst mitinstallierten Terrorherrschaft aussprach, wurde 1794 auch Georges Danton als angeblicher Verschwörer gegen die Revolution enthauptet. Kurze Zeit später ereilte Maximilien de Robespierre und 21 seiner Anhänger das gleiche Schicksal. Sie wurden ohne vorherigen Prozess hingerichtet.
Der franzoesische König Louis XVI. wurde am 21. Januar 1793 auf dem Place de la Revolution, dem heutigen Place de la Concorde, enthauptet.
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