Wie uns der Schnabel gewachsen ist

  • Bänz Friedli, künstlerischer Leiter des Festivals.
    Bänz Friedli, künstlerischer Leiter des Festivals. (Bild: Walter Bieri/Keystone)
08.10.2017 | 13:14

FESTIVAL ⋅ Die Schweizer Dialekte sind farbig und vielfältig. Und werden nun an einem neuen Anlass gefeiert. Das 1. Mundartfestival in Arosa und Lenzerheide bietet Musik, Debatten und viel Lokalkolorit.

Gürbschi, Bitzgi, Bütschgi, Butze, Bützgi – das sind nur ein paar Beispiele, wie man in unseren Dialekten das Kerngehäuse eines Apfels nennt. Einerseits hört man immer wieder, dass dieser reiche Wortschatz gefährdet sei, weil er zu wenig aktiv genutzt wird. Andererseits ist auch erfreulich, wie zahlreiche Kulturschaffende sich in Mundart ausdrücken und die Dialekte als zentrales Element ihrer Kunst nutzen.

Rap, Satire und ein Auftakt in Chur

Diese beiden Entwicklungen unterstreichen die Idee eines Festivals, das sich ganz den helvetischen Idiomen widmet. In Arosa und Lenzerheide wird kommende Woche am 1. Mundartfestival die Mundartkultur mit ihren Facetten zelebriert. Das Programm ist abwechslungsreich: Es werden Forschungsaspekte beleuchtet, und es gibt Aufführungen, die von Spoken Word bis Songwriting, vom Rap bis zum Roman, vom Lied bis zur Satire reichen. Eröffnet wird das Festival am Donnerstag in Chur mit einem Podiumsgespräch, an dem Markus Gasser, bekannt als Dialektexperte von Radio SRF («Schnabelweid»), die Kolumnistin Leonie Barandun-Alig, der Rapper Gimma und Sportreporter Bernard Thurnheer teilnehmen. Das Gespräch führt der Autor und Kabarettist Bänz Friedli.

Friedli ist künstlerischer Leiter der neuen Veranstaltung und konnte sich bei der Programmplanung wohl auf sein gutes Netzwerk abstützen. Schweizer Künstlerinnen und Künstler aus verschiedensten Genres treten nun in den Bündner Bergorten auf. Pedro Lenz und Christian Schmid werden jeweils die Premiere ihrer neuen Bücher feiern – an beiden Orten. Und mit Züri West rockt am Samstagabend in Arosa die bekannteste Schweizer Mundartband. Konzept des Mundartfestivals ist es jedoch, dass die Künstlerinnen und Künstler an beiden Orten auftreten. Also Gülsha Adilji «zeigt ihre Schnägg» ebenso in Arosa und Lenzerheide wie Renato Kaiser oder das Duo Trummer & Nadja Stoller ihre Bühnenprogramme. Und die Bündner Hip-Hop-Band Liricas Analas rappt rätoromanisch an beiden Orten. Die Schauplätze sind verschiedene Hotels, aber auch die Bergstation der Bergbahn Weisshorn mit ihrem prächtigen Panorama. (as)

Do, 12., bis So, 15.10. Infos:

www.mundartfestival.ch

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