Pierre Imhasly ist in Visp gestorben

  • Der Walliser Schriftsteller Pierre Imhasly ist am 17. Juni 2017 in Visp gestorben. Das Bild zeigt ihn 2015 am 20. Internationalen Literaturfestival Leukerbad (Archiv)
    Der Walliser Schriftsteller Pierre Imhasly ist am 17. Juni 2017 in Visp gestorben. Das Bild zeigt ihn 2015 am 20. Internationalen Literaturfestival Leukerbad (Archiv) (Keystone/DOMINIC STEINMANN)
19.06.2017 | 09:58

TODESFALL ⋅ Der Walliser Schriftsteller und Übersetzer Pierre Imhasly ist tot. Er starb am letzten Samstag im Alter von 77 Jahren in Visp. Dies teilte seine Familie am Montag in einer Todesanzeige mit.

Die 1996 veröffentlichte Liebesgeschichte "Rhone Saga" ist Pierre Imhaslys wichtigstes Buch geblieben. Zwölf Jahre lang hat er daran geschrieben. Die Rhone bildet darin eine Lebensader zwischen dem alpinen Gletsch und dem provenzalischen Nîmes. Das Epos zeichnet sich nicht nur durch narrative Geschlossenheit aus, sondern ufert poetologisch und atmosphärisch in alle Richtungen aus.

Die "Rhone Saga" dokumentiert auch Imhaslys schriftstellerische Vielfalt. Sie setzt sich zusammen aus Gedicht, Dialog und Prosa, aus lyrischer Eindringlichkeit und sachlicher Beschreibung, aus Bildern und Klängen. Mit Brüchen und Neuanfängen will sie eher Lesebuch denn geschlossene Erzählung sein. Imhasly beleuchtet darin alpine und mediterrane Kultur als elementare Landschaft, deren Geheimnis sich in den archaischen Bräuchen und der ungebändigten Natur offenbart.

Inhaltlich klingt die "Rhone Saga" auch in Imhaslys nachfolgenden Büchern fort, insbesondere im langen Gedicht "Paraíso sí" (2000) und im letzten Buch "Maithuna/Matterhorn" (2005).

Übersetzer von Maurice Chappaz

Geboren wurde Pierre Imhasly am 14. November 1939 in Visp. Dem Wallis ist er sein ganzes Leben treu geblieben. Imhasly studierte deutsche und französische Literatur in Freiburg und Zürich. 1970 veröffentlichte er sein erstes Buch: "Sellerie, Ketch up & Megatonnen", gefolgt von "Hérémence Beton" (1974).

Für sein literarisches Schaffen wurde er mit dem Kulturpreis der Gemeinde Visp, dem Staatspreis des Kantons Wallis und mit dem Rilke Preis ausgezeichnet.

Imhasly war aber nicht nur Schriftsteller, einen Namen machte er sich auch als Übersetzer. So übertrug er Bücher von Maurice Chappaz, Anne Cunéo, Michel Goedlin, Daniel Odier, Marie Métrailler und André Imer vom Französischen ins Deutsche. Für diese Tätigkeit wurde er 1977 mit dem Übersetzer-Preis der Oertli-Stiftung ausgezeichnet. (sda)

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Was ist jedes Jahr am 24.12.: Weihnachten oder Ostern??
 

Meistgelesen

Abfall im Bus: Hier ist es ein Papierfötzel, auf Kurs 158 war es kürzlich gar Hundekot.
Appenzellerland: 20.10.2017, 15:10

Herisauer Buschauffeur putzt Hundekot weg - und wird zum Dank beschimpft

Ein Hundehaufen im Bus, ein putzender Chauffeur, ein ungeduldiger Passagier: Das sind die ...
Die Oma und ihr Werk: Anneliese Adolph und die Fussballverbots-Tafel, welche sie besprayt hatte.
Region St.Gallen: 20.10.2017, 11:10

Nach Schwächeanfall: Die Sprayer-Oma von Wittenbach muss aufgeben

Mit voller Kraft setzt sich Anneliese Adolph gegen das Fussballverbot im Obstgarten-Quartier in ...
Immer mehr Objekte auf dem Ausserrhoder Immobilienmarkt finden keinen Käufer oder Mieter.
Appenzellerland: 20.10.2017, 13:18

Bauboom mit Folgen: 500 Wohnungen stehen leer

Der Bauboom hat Folgen: Die Leerstände ziehen auch in der Region an.
Ein 75-jähriger Rentner wurde in Gähwil von diesem Dumper begraben. Die Rettungskräfte konnten nur noch seinen Tod feststellen.
Unfälle & Verbrechen: 20.10.2017, 17:55

Tödlicher Unfall: Rentner von Baumaschine erdrückt

Ein 75-Jähriger benutzte beim Umbau seines Ferienhauses einen Vorderkipper.
Nur wenige Frauen erstatten nach sexueller Gewalt Anzeige bei der Polizei.
St.Gallen: 20.10.2017, 20:35

Sexismus an der Olma - viele melden Übergriffe nicht

In den Olma-Hallen tummeln sich viele Leute. Deshalb kommt es immer wieder zu sexueller Gewalt.
Charles Frey im Jahr 2013. Damals erschien sein letztes Buch "Die sieben Pforten des Geistes".
St.Gallen: 20.10.2017, 20:53

Akron ist tot - der St.Galler Okkultist stirbt 69-jährig

Der St.Galler Schriftsteller, Verleger und Okkultist Charles Frey, alias Akron, ist gestorben.
Die "Moschee des Lichts" nimmt Formen an. Der Rohbau steht, aktuell werden die Fenster montiert und im Innern die Böden verlegt.
Stadt Frauenfeld: 20.10.2017, 18:06

Frauenfelder Moschee - Ostschweizer Muslime wehren sich gegen Vorwürfe

Im nächsten Sommer will die Islamische Gemeinschaft in ihre neue Moschee in Frauenfeld umziehen.
Von 248 Proben von Fleischprodukten im Kanton st.Gallen, die zwischen 2013 und 2016 unter die Mikroskope genommen wurden, enthielten 15 nicht nur die angegebenen Fleischarten.
Kanton St.Gallen: 20.10.2017, 14:57

Fleischprodukte – Nicht immer ist drin, was drauf steht

Bratwurst, Cervelat, Hackfleisch oder Wild enthalten nicht immer nur Fleisch der deklarierten ...
Als der Lastwagen abbog, konnte die Junge Frau auf dem Motorrad nicht mehr reagieren. (kapo sg)
Unfälle & Verbrechen: 20.10.2017, 17:39

Junge Frau fährt mit Motorrad in Lastwagen

Am Freitagmittag prallte eine 19-jährige Motorradfahrerin auf der Rorschacher Strasse in ...
Der Thurgauer Schreiner Sven Bürki ist einer von drei Goldmedaillengewinnern an den WorldSkills, die aus der Ostschweiz kommen. (pd)
Ostschweiz: 20.10.2017, 06:25

WorldSkills: Drei Mal Gold für die Ostschweiz

Die Schweiz holt an den WorldSkills in Abu Dhabi so viele Medaillen wie noch nie.
Zur klassischen Ansicht wechseln