Altstadt von Hebron wird Weltkulturerbe

  • Palästinensischer Verkäufer in der Altstadt von Hebron. (Archivbild)
    Palästinensischer Verkäufer in der Altstadt von Hebron. (Archivbild) (KEYSTONE/EPA/ABED AL HASHLAMOUN)
07.07.2017 | 14:24

NAHOST ⋅ Die UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur UNESCO hat am Freitag die Altstadt von Hebron zum Weltkulturerbe erklärt. Zudem wurde die Stadt im von Israel besetzten Westjordanland zu einer "gefährdeten" und "geschützten Zone" erklärt.

Die Entscheidung des Welterbekomitees in Krakau fiel in geheimer Abstimmung mit zwölf Ja-Stimmen bei drei Gegenstimmen und sechs Enthaltungen.

In Hebron leben mehr als 200'000 Palästinenser und einige hundert israelische Siedler. Dort befindet sich auch das Grabmal der Patriarchen, in dem nach biblischer Überlieferung unter anderem Abraham und Isaak begraben sind.

In der von der UNESCO getroffenen Entscheidung wird Hebron als "islamische" Stadt bezeichnet. In einer ersten Reaktion auf den Beschluss sprach das israelische Aussenministerium von einem "moralischen Schandfleck". Er warf der UNESCO vor, die jüdische Geschichte der Stadt zu ignorieren.

"Die UNESCO-Entscheidung zu Hebron und dem Grab der Patriarchen ist ein moralischer Schandfleck", erklärte Ministeriumssprecher Emmanuel Nahschon via Twitter. Er warf der UNESCO "Fake History" (Geschichtsfälschung) vor und erklärte, sie sollte sich "schämen".

Die palästinensische Seite hingegen feierte die Entscheidung als einen Sieg ihrer Diplomatie. Das Abstimmungsergebnis sei ein "Erfolg in der diplomatischen Schlacht", die von den Palästinensern "an allen Fronten" geschlagen werde, um dem "israelischen und amerikanischen Druck" zu widerstehen, erklärte das palästinensische Aussenamt.

Abraham wird sowohl im Judentum als auch im Christentum und im Islam als Stammvater verehrt. Die Palästinenser setzten sich dafür ein, von der UNESCO einen besonderen Schutzstatus für Hebron zugesprochen zu bekommen, weil sie zunehmende Zerstörungen in der Altstadt beklagen, die sie den israelischen Siedlern zur Last legen. (sda/afp)

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