Motiv des Messerangriffs noch unklar

  • Am Hotelstrand in Hurghada (im Bild) stach der Angreifer auf mehrere Menschen ein.
    Am Hotelstrand in Hurghada (im Bild) stach der Angreifer auf mehrere Menschen ein. (KEYSTONE/EPA/STR)
14.07.2017 | 16:24

ÄGYPTEN ⋅ Das Motiv einer Messerattacke im ägyptischen Badeort Hurghada mit zwei toten Deutschen ist noch nicht geklärt. Bislang hat sich noch niemand zu der Tat bekannt.

Der festgenommene Angreifer ist ein 28 Jahre alter Uni-Absolvent aus dem Norden Ägyptens. Der Täter habe mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) über das Internet in Kontakt gestanden und von ihnen den Auftrag erhalten, Ausländer anzugreifen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Samstag.

Die ägyptische Anwaltschaft für Staatssicherheit erklärte hingegen, es sei noch unklar, ob es sich um einen Terrorakt oder eine kriminelle Tat gehandelt habe. Sie rief die Medien dazu auf, Spekulationen und voreilige Schlussfolgerungen zu der Bluttat zu unterlassen.

Dem ägyptischen Innenministerium zufolge war der Angreifer am Freitag von einem öffentlich zugänglichen Küstenstreifen aus an den Hotelstrand geschwommen und mit dem Messer auf Touristen losgegangen. Zwei Frauen starben, vier weitere Ausländer seien verletzt worden, teilte der staatliche ägyptische Informationsdienst (SIS) mit.

Das Berliner Aussenministerium bestätigte den Tod zweier deutscher Frauen. Sie stammen aus Niedersachsen, wie das Innenministerium in Hannover bestätigte. Laut einem Bekannten der Toten lebten die Frauen dauerhaft in Hurghada.

Das Aussenministerium geht von einem gezielten Angriff auf Touristen aus: "Nach allem, was wir wissen, sollte die Tat ausländische Touristen treffen – ein besonders hinterhältiger und verbrecherischer Akt, der uns traurig, bestürzt und wütend zurücklässt."

Aussenminister Sigmar Gabriel erklärte über Twitter: "Ich bin sehr bestürzt über dieses feige Verbrechen. Mein tiefes Beileid den Familien der Ermordeten."

Tatmesser kurz vorher gekauft

Nach der Flucht von dem Strand habe der Mann auch im benachbarten Hotel El Palacio nach Gästen gestochen, sagte der Manager des Gästehauses, Khaled Taha. "Wir haben den Typen mit seinem Messer gestoppt." Vier weitere Personen wurden verletzt.

Der Mann sei bewusstlos gewesen und vom Personal gefesselt worden, erklärte Taha weiter. Fotos im Internet zeigten, wie der ausser Gefecht gesetzte Angreifer auf einem Karren liegend durch den Garten einer Hotelanlage gezogen wurde. Taha äusserte die Vermutung, dass er geistig verwirrt gewesen sei.

Die staatliche Nachrichtenseite Al-Ahram meldete, der Festgenommene habe vor einiger Zeit für sieben Monate in Saudi-Arabien gearbeitet. Er sei Nachbarn zufolge nach Hurghada gefahren, um Arbeit zu finden. Einer politischen oder terroristischen Gruppe habe er nicht angehört.

Für Ägyptens Tourismus bedeutet der Angriff einen neuen Rückschlag. Wegen der Unruhe im Land nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Husni Mubarak im Februar 2011 und Terrorangriffen war die Zahl der Touristen in den vergangenen Jahren bereits deutlich zurückgegangen. (sda/dpa)

Kommentare
Kommentar zu: Motiv des Messerangriffs noch unklar
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geschrieben am 16.07.2017 08:58 | von Peter Kobel

Motiv: Ist ganz einfach im Koran nachzulesen (Bsp. Sure 2, 191 ff. und viele andere; ein bisschen googeln)

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Kommentar zu: Motiv des Messerangriffs noch unklar
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geschrieben am 16.07.2017 11:30 | von christine weiss

Ginge auch die Bibel und 3. Moses? Darin stehen auch Vorschriften, dass Menschen, die Gott/Jahwe lästern/leugnen gesteinigt werden sollen und all jene, die die Leugnung zulassen, grad auch noch. (Was z.B. die LRA auch durchaus tat/tut). Mal im Ernst: Der Täter scheint Islamist gewesen zu sein. Vielleicht (weiss man bisher ja noch nicht) hatte er einen Auftrag vom IS, vielleicht ist er auch durchgeknallt und hat seinen eigenen Heiligen Krieg ausgerufen oder er hasst ganz privat, ohne religiösen Hintergrund, Frauen - soll's auch schon unter Christen und Nicht-Gläubigen gegeben haben. Oder er hat etwas gegen die Tourismuspolitik. Wieso warten wir nicht ab, was die Untersuchung ergibt?

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