UNO-Sicherheitsrat mahnt Myanmars Regierung

  • Erschöpfte Rohingya ruhen sich nach ihrer Ankunft in Bangladesch aus.
    Erschöpfte Rohingya ruhen sich nach ihrer Ankunft in Bangladesch aus. (KEYSTONE/EPA/ABIR ABDULLAH)
13.09.2017 | 09:06

MYANMAR ⋅ Der UNO-Sicherheitsrat hat an die Regierung von Myanmar appelliert, "sofortige Schritte" zur Beendigung der Gewalt im Bundesstaat Rakhine zu ergreifen. Er verlangt freien Zugang für humanitäre Hilfsorganisationen zu Notleidenden dort.

In einer am Mittwoch in New York veröffentlichten Erklärung zeigte sich das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen besorgt über den Einsatz von "übermässiger Gewalt" bei der Militäroperation gegen die muslimische Rohingya-Minderheit in dieser Region. Alle 15 Mitgliedstaaten des UNO-Sicherheitsrats unterstützten die Erklärung.

Kurz zuvor hatte bereits UNO-Generalsekretär Antonio Guterres die Regierung in Myanmar aufgerufen, die Gewalt gegen die Rohingya zu beenden. Die Regierung müsse ihre Militärkampagne stoppen und die Prinzipien des Rechtsstaats aufrecht erhalten.

Er bekräftigte zudem den jüngsten Vorwurf von UNO-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein, dass die Angriffe der Armee ein "Paradebeispiel für ethnische Säuberungen" seien. "Gibt es eine bessere Umschreibung, wenn ein Drittel der Bevölkerung der Rohingya aus dem Land fliehen muss?", sagte er auf die Nachfrage eines Reporters.

Hunderttausende geflohen

Der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen Rohingya-Rebellen und Regierungsarmee im Bundesstaat Rakhine war Ende August wieder voll entbrannt. Bei den Kämpfen wurden seitdem hunderte Menschen getötet, nach jüngsten UNO-Angaben flohen bereits geschätzt rund 379'000 Rohingya ins Nachbarland Bangladesch.

Die Kritik an Myanmars führender Politikerin Aung San Suu Kyi in dem Konflikt nimmt seit Wochen zu. Die Demokratieaktivistin hatte 1991 den Friedensnobelpreis erhalten. Zum Leiden der Rohingya schwieg sie zuletzt beharrlich. Vorwürfe gegen die Streitkräfte, diese begingen Gräueltaten, wiegelte sie ab und sprach stattdessen von einem "riesigen Eisberg an Fehlinfomationen", welche die Lage nur komplizierter machten.

Suu Kyi kündigte für kommenden Dienstag eine Fernsehansprache an, in der sie sich für "nationale Versöhnung und Frieden" aussprechen werde. Sie sagte dafür ihre Teilnahme an der Generaldebatte der UNO-Vollversammlung ab.

Hilfe aus Indonesien

Die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge könnte noch höher liegen. Bangladesch errichtet derzeit ein grosses neues Flüchtlingslager an der Grenze, um der grossen Zahl an Flüchtlingen Herr zu werden.

Indonesien schickte am Mittwoch einen ersten Transport von Hilfsgütern nach Bangladesch, um die Hunderttausenden Flüchtlinge zu unterstützen. Die vier Transport-Flugzeuge brachten insgesamt 34 Tonnen - vor allem Lebensmittel, Zelte und Kleidung.

Präsident Joko Widodo kündigte an, dass kommende Woche ein weiterer Transport folgen werde. Zudem soll Bangladesch, einer der ärmsten Staaten der Region, auch Geld zur Verfügung gestellt werden. Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt.

Al-Kaida droht

Die Extremistenorganisation Al-Kaida hat Myanmar wegen der Gewalt gegen die muslimische Rohingya-Minderheit mit "Bestrafung" gedroht. "Die Regierung von Myanmar soll das zu spüren bekommen, was unsere muslimischen Brüder gespürt haben", erklärten die Islamisten der Beobachtergruppe SITE zufolge. Die Anhänger in Bangladesch, Indien, Pakistan und den Philippinen seien aufgerufen, den Rohingya zu helfen. (sda/afp/dpa/reu)

Kommentare
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geschrieben am 14.09.2017 10:49 | von Boris Kerzenmacher

Die seit einigen Jahren anhaltenden Massaker der muslimischen Rohingya an den Buddhisten in Myanmar sind unvorstellbar. Massenmorde, Massenvergewaltigungen, Babies und Kinder werden geköpft, lebendig begraben oder verbrannt. Im Internet finden sich viele Bilder dazu. Die Welt soll nur sehen, wie diese kleine muslimische Minderheit die Buddhisten alleine wegen ihres Glaubens terrorisiert und mordet.

Auf jeden Fall haben sich die europäischen Medien schon "positioniert"; es sind Rebellen.
Ob diese "Rebellen" demnächst wie in Syrien in "moderate Islamisten" umbenannt werden bleibt abzuwarten.
Wie man so hört gibt es Verbindungen der "Rebellen" nach KSA, Pakistan und Afghanistan. Derartige Verbindungen lassen nichts Gutes vermuten und kratzen enorm am Lack der Unschuld.

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geschrieben am 14.09.2017 11:36 | von christine weiss

Und wenn Sie noch 1000 Mal Ihre Fake News verbreiten, die werden dadurch nicht wahrer. Wenn sogar der Dalei Lama die "armen" Buddhisten in Burma massregelt und findet, sie sollten ihre Aggression gegenüber der Minderheit der Rohingya sofort stoppen, dann kann man wohl mit Fug und Recht annehmen, dass er weiss, wovon er redet. Im gegensatz zu Ihnen. Aber wenn Burma/Myanmar unbedingt den IS im Land haben will, dann kann es so weitermachen wie bisher - dann werden die Extremisten nämlich Zulauf erhalten. Denn wenn eine Gruppe jahrzehnteland drangsaliert, enteignet, vertrieben, getötet wird, dann wird sie jede Hilfe gegen den Unterdrücker annahmen. Auch jene vom IS. Aber Boris Kerzenmachers pathologischer Hass auf Muslime wird dann fröhliche Urständ feiern.

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geschrieben am 14.09.2017 16:18 | von Michele Vellini

Abgesehen von Fake-News Seiten die schon alleine an der Anzahl an Schreibfehlern und miserabler journalistischer Retorik erkennbar sind, finden sich Ihre grossangekündigten Meldungen im ganzen Netz und in der ganzen Medienwelt von links bis rechts nirgendwo.
Seiten die Ihre Sichtweise teilen nennen sich:
fucktheeublog, brd-schwindel, blogbiester usw.
Sind diese und ähnliche Seiten Ihre sogenannt seriösen Quellen?
Falls nicht, liefern Sie Links, Verweise und Beweise nach, damit man sich auch ein Bild über die Quellen Ihrer ständigen Behauptungen machen kann. Ich möchte wissen aus was für Kreisen Sie Ihre allwissenden Informationen her haben, die bekanntlich über allem stehen, was der Rest der Welt weiss. Das sollte für Sie kein Problem darstellen, so überzeugt wie Sie sich ständig geben.
Sollten Sie wieder nur schweigen, sagt das eigentlich alles über den Wahrheitsgehalt Ihrer ständig wiederkehrenden Fake-Meldungen aus.

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