2500 Europäer für IS auf dem Schlachtfeld

  • Schätzungen zufolge kämpfen rund 2500 Europäer auf der Seite der Terrormiliz IS in Irak und Syrien.
    Schätzungen zufolge kämpfen rund 2500 Europäer auf der Seite der Terrormiliz IS in Irak und Syrien. (KEYSTONE/AP Raqqa Media Center of the Islamic State group)
12.09.2017 | 02:31

TERRORISMUS ⋅ Im Irak und in Syrien kämpfen nach Einschätzung des Anti-Terror-Beauftragten der EU, Gilles de Kerchove, noch etwa 2500 Europäer für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Er macht bei den Terroristen in Europa zudem einen Strategiewechsel aus.

Es müsse eine bessere Zusammenarbeit mit im Kampfgebiet eingesetzten Militärkräften geben, um Informationen wie gesammelte Fingerabdrücke für die europäischen Sicherheitsbehörden zu erhalten, sagte de Kerchove der deutschen Zeitung "Welt" vom Dienstag. Um IS-Rückkehrer rechtzeitig identifizieren zu können, sei ein Austausch biometrischer Daten innerhalb der EU "unbedingt erforderlich".

"Wir hatten 5000 Europäer, die im Irak und in Syrien für den IS gekämpft haben. Davon sind 1500 Personen zurückgekommen und etwa 1000 Kämpfer sind gestorben. Von den rund 2500 europäischen Kämpfern, die heute noch im Irak oder in Syrien verblieben sind, werden viele im Kampf sterben oder vom IS getötet werden, weil die Organisation keine Deserteure duldet", sagte de Kerchove.

Andere Kämpfer würden in Krisengebiete wie Somalia und Jemen weiter ziehen. Er erwarte nicht, dass viele IS-Kämpfer nach Europa zurückkehrten, meinte der Anti-Terror-Beauftragte.

"Wir stellen fest, dass sich die Strategie des IS verändert hat", sagte de Kerchove. Die Terrororganisation rufe die Europäer nicht mehr auf, zum Kampf nach Syrien oder in den Irak zu kommen, sondern in ihrem direkten Lebensumfeld anzugreifen. Dabei gingen die Angreifer zunehmend nach einem neuen Muster vor.

Die Terroristen verfolgten jetzt eher die so genannte Strategie der 1000 Schnitte, erklärte de Kerchove. Statt komplexer und detailliert geplanter Angriffe wie am 11. September würden sich die Terroristen lieber zu kleineren, aber häufigeren Attacken mit weniger logistischem Aufwand entscheiden. (sda/dpa)

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