Italiener protestieren gegen neue Hotspots

  • Italienische Politiker wehren sich gegen die Einrichtung von sogenannten Flüchtlings-Hotspot, in welchem Ankommende registriert werden sollen. (Archiv)
    Italienische Politiker wehren sich gegen die Einrichtung von sogenannten Flüchtlings-Hotspot, in welchem Ankommende registriert werden sollen. (Archiv) (KEYSTONE/AP/MSTYSLAV CHERNOV)
15.07.2017 | 10:16

FLÜCHTLINGE - ITALIEN ⋅ Nach der Ankunft von mehreren tausend Flüchtlingen in süditalienischen Häfen am Freitag und Samstag wächst in Italien der Protest gegen Pläne für neue Hotspots. Italien will sechs zusätzliche Hotspots einrichten, um die bestehenden fünf Aufnahmezentren zu entlasten.

In den Hotspots werden die ankommenden Flüchtlinge identifiziert und registriert. Ein neues solches Zentrum soll in der Hafenstadt Civitavecchia nördlich von Rom entstehen. Dagegen wehrt sich der Bürgermeister Antonio Cozzolino.

Der Hafen der Stadt, der wichtigste Knotenpunkt für Italiens Kreuzfahrttourismus, sei nicht geeignet, Flüchtlinge aufzunehmen, sagte der Bürgermeister von der europakritischen Fünf-Sterne-Bewegung.

Weitere "provisorische Hotspots" sollen laut Regierungsangaben im kampanischen Salerno, in Kalabrien und Sardinien entstehen. In Kalabrien hat die rechtskonservative Oppositionspartei Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi eine Unterschriftensammlung gegen die neuen Hotspots gestartet.

Hinzu sind zusätzliche 18 sogenannte "Zentren für Identifikation und Ausweisung", abgekürzt CIE vorgesehen. Ein CIE soll in jeder italienischen Region eingerichtet werden. Dort sollen Menschen, die kein Recht auf Verbleib in Italien haben, bis zu ihrer Abschiebung festgehalten werden.

Dieses Jahr kamen fast 89'000 Flüchtlinge über das Mittelmeer in Italien an - rund ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. Rund 90 Prozent starteten im Krisenland Libyen.

Italien sieht sich inzwischen an seiner Aufnahmegrenze und verlangt unter anderem die Öffnung von Häfen anderer EU-Staaten für Flüchtlingsboote. Dies lehnen die anderen EU-Regierungen bisher aber ab. (sda/apa)

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