IS-Anführer möglicherweise getötet

  • Ein Bild vom Auftritt Al-Bagdadis in Mossul 2014. Das russische Verteidigungsministerium prüft nach eigenen Angaben Berichte, wonach der Anführer der IS-Terrormiliz bei einem Luftangriff getötet worden sein soll. (Archiv)
    Ein Bild vom Auftritt Al-Bagdadis in Mossul 2014. Das russische Verteidigungsministerium prüft nach eigenen Angaben Berichte, wonach der Anführer der IS-Terrormiliz bei einem Luftangriff getötet worden sein soll. (Archiv) (KEYSTONE/AP Militant video/UNCREDITED)
16.06.2017 | 10:23

IS ⋅ Der Anführer der IS-Terrormiliz Abu Bakr al-Bagdadi könnte nach russischen Angaben getötet worden sein. Das russische Verteidigungsministerium prüft Berichte, wonach er bei einem russischen Luftangriff bei der syrischen Stadt Al-Rakka Ende Mai ums Leben gekommen sei.

Dies teilte das Ministerium am Freitag in Moskau mit. Allerdings gab es schon häufiger Berichte, nach denen der IS-Chef verletzt oder sogar getötet worden sein sollte.

Der Angriff soll in der Nacht auf den 28. Mai stattgefunden haben. Al-Bagdadi habe an dem Abend den Informationen zufolge an einem Treffen mit anderen Anführern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) teilgenommen. Sie sollen Routen geplant haben, um die Stadt zu verlassen.

Auch andere ranghohe Mitglieder des IS sollen bei dem Angriff getötet worden sein. Das russische Verteidigungsministerium hatte nach eigenen Angaben die USA vorab über den geplanten Luftangriff informiert.

Gebiete verloren

Al-Bagdadi sah sich in der Nachfolge des Propheten Mohammed und beanspruchte als "Kalif", Führer der gesamten islamischen Gemeinschaft zu sein. Das Kalifat bezeichnet das Herrschaftsgebiet des Kalifen.

Al-Rakka im Osten Syriens gilt als die inoffizielle Hauptstadt des Islamischen Staates. Die Terroristen hatten im Januar 2014 die Kontrolle über die Stadt gewonnen.

Dreieinhalb Jahre später, Anfang Juni, haben kurdisch geführte Truppen die Stadt mit Unterstützung einer von den USA geführten Militärkoalition eingekreist und damit begonnen, in das Stadtgebiet vorzurücken.

Der IS hat zuletzt grosse Teile seines einstigen Herrschaftsgebietes verloren. Auch in Mossul, seiner letzten verbliebenen Hochburg im Irak, stehen die Terroristen kurz vor einer Niederlage. Sie beherrschen nur noch wenige Stadtviertel. In ihrer erfolgreichsten Zeit stand die IS-Terrormiliz praktisch vor den Toren der irakischen Hauptstadt Bagdad.

Nur selten aufgetreten

Der Aufenthaltsort von IS-Anführer Al-Bagdadi war immer wieder unklar. Nur selten trat der selbst ernannte "Kalif Ibrahim" in der Öffentlichkeit auf. Am bekanntesten ist sein Auftritt Ende Juni 2014, wenige Tage nach Ausrufung des Kalifats.

Völlig überraschend tauchte er in einer Moschee in der nordirakischen Stadt Mossul auf, wo er die Freitagspredigt hielt. Danach aber zeigte er sich nicht mehr und wandte sich auch nur selten in Botschaften an seine Anhänger - zumeist, wenn es Gerüchte über seinen Tod gab.

Im November 2014 veröffentlichte die IS-Miliz eine Audiobotschaft - wenige Tage nach Spekulationen über Al-Bagdadis Tod oder Verletzung. Im April 2015 wurde spekuliert, Al-Bagdadi sei bei einem Luftangriff der US-geführten Koalition schwer verletzt worden. Im Oktober 2015 hat die irakische Luftwaffe nach eigenen Angaben einen Konvoi von Al-Bagdadi beschossen, sein Schicksal galt als unklar.

Eine letzte Audiobotschaft wurde im Dezember 2015 veröffentlicht. Das danach folgende Schweigen führte zu Spekulationen, dass er entweder schwer verletzt oder sogar getötet worden sei. (sda/dpa)

Kommentare
Kommentar zu: IS-Anführer möglicherweise getötet
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geschrieben am 16.06.2017 12:20 | von Boris Kerzenmacher

Der Tod von Abu Bakr al-Bagdadi könnte sehr praktische Konsequenzen haben, denn wenn bisher islamistische Extremisten in Afrika, auf den Philippinen, in Afghanistan oder anderswo sich dem Daesh (IS) unterwarfen, um an dessen Geld heranzukommen, haben sie sich, genau genommen, weltweit dem "Kalifen" Abu Bakr al-Bagdadi unterworfen.
Da ergibt sich die Frage: Was nun?

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Kommentar zu: IS-Anführer möglicherweise getötet
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geschrieben am 16.06.2017 20:33 | von Zbigniew Frank

keine Banne.. Die Saudis schaffen bald neuen Prophet..

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