"Hinterlassen tödliche Lücke im Mittelmeer"

  • Michael Buschheuer, Initiator der deutschen Flüchtlingsinitiative Sea-Eye, die ihre Rettungsmission im Mittelmeer unterbricht.
    Michael Buschheuer, Initiator der deutschen Flüchtlingsinitiative Sea-Eye, die ihre Rettungsmission im Mittelmeer unterbricht. (Keystone/DPA dpa-Zentralbild/Z5038/_STEFAN SAUER)
13.08.2017 | 10:04

FLÜCHTLINGE ⋅ Nach Ärzte ohne Grenzen setzt auch die Organisation Sea-Eye ihre Rettungsmission im Mittelmeer aus. Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer sagte am Sonntag, die Fortsetzung der Rettungsaktionen vor der libyschen Küste sei unter den aktuellen Umständen nicht möglich.

Sie sei zudem gegenüber den Crews nicht mehr zu verantworten. Die libysche Marine hatte am Donnerstag erklärt, ausländische Schiffe dürften die Küste des Landes ohne eine spezielle Erlaubnis der libyschen Behörden nicht mehr ansteuern.

Die Entscheidung zur Aussetzung der Rettungsmission sei "schweren Herzens" getroffen worden, erklärte die private deutsche Hilfsorganisation. Jedoch habe die libysche Regierung eine "unbestimmte und einseitige Ausdehnung ihrer Hoheitsgewässer angekündigt" und dies mit einer "expliziten Drohung" an private Hilfsorganisationen verknüpft. Nun müsse die Organisation "die veränderte Sicherheitslage sorgfältig analysieren" und über das weitere Vorgehen beraten.

"Hinterlassen tödliche Lücke"

"Wir hinterlassen eine tödliche Lücke im Mittelmeer", erklärte Buschheuer. Er appelliere an die italienische Regierung und die EU-Einsatzkräfte der Mission "Sophia", "jetzt endlich alles zu unternehmen, um das sinnlose Sterben der Flüchtenden zu beenden".

Er wies darauf hin, dass in Libyen hunderttausende Menschen "der Willkür von Banditen, Schleppern und regierungsnahen Milizen ausgesetzt" seien. Mit den Entscheidungen der libyschen Regierung werde den Flüchtlingen "auch die letzte Chance genommen, dieser Zwangslage zu entkommen".

Sea-Eye rettete nach eigenen Angaben seit Beginn ihrer Missionen im April 2016 rund 12'000 Menschen vor dem Ertrinken. Mehrere hundert ehrenamtliche Helfer waren auf den beiden Schiffen "Sea-Eye" und "Seefuchs" im Einsatz.

Umstrittener Kodex

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte am Samstag erklärt, ihr Schiff "Prudence" werde vorläufig nicht mehr im Mittelmeer eingesetzt, um Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten. Auch dies wurde mit dem politischen Druck aus Libyen und Italien begründet.

Italien will erreichen, dass alle Flüchtlingshelfer einen neuen Kodex unterschreiben. Dieser sieht unter anderem bewaffnete Polizisten an Bord vor. Die Mehrheit der im Mittelmeer tätigen Organisationen sperrt sich dagegen und verweist auf das international geltende Seerecht. (sda/afp)

Kommentare
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geschrieben am 13.08.2017 20:43 | von Boris Kerzenmacher

Die NGOs-Mitglieder sollten nun anfangen die von ihnen "Geretteten" mit ihrem eigenen Geld dauerhaft zu versorgen in Europa, anstatt das egoistisch den europäischen Steuerzahlern zu überlassen.

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geschrieben am 13.08.2017 22:17 | von Michele Vellini

Noch ein Hinweis bezüglich Ihrer Wahrnemung.
Nichts dessen was Flüchtlingsretter tun, ist egoistisch. Sie vermindern lediglich ein wenig den Schaden, den unsere neoliberale Politik und die Umweltzerstörung in der ganzen Welt anrichtet. Die Flüchtlingshelfer finanzieren sich durch Spendengelder und an den Kosten der Flüchtlingsbetreung dürfte der steuerliche Anteil von Rechtsnationalisten ohnehin verschwindend gering sein. Daher sollten Sie etwas vorsichtiger formulieren, wie Steuergelder einzusetzen sind. Es ist doch gar egoistisch, wenn Sie gleich für die Gesamtheit aller Steuerzahler reden. Bleiben Sie also mal schön bei sich selbst und überlegen Sie, warum die grosse schweigende Mehrheit nicht aufheult, bezüglich der Verwendung unserer Steuergelder, unter anderem auch für die Flüchtlingsbetreuung.

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geschrieben am 14.08.2017 11:58 | von Heinz Weber-Anderegg

Bald 350 Beiträge mit ungefähr hochgerechnet zwanzig Aussagen haben Sie bisher wieder zuammen gekritzelt.
Ihre Nennungen zu (immer in " und ") Flüchtenden bestätigen nur immer wieder Ihre menschenverachtende Einstellung zu Menschen in Not. Ohne sich um die tatsächlichen Fluchtgründe zu kümmern (die ,gerade Sie, ohnehin nicht ergründen können) hetzen Sie ununterbrochen gegen "angebliche Flüchtlinge" und eigennützige NGO's.
Natürlich hätten Sie auf jedem Rettungsboot pro 10 Flüchtlinge einen bewaffneten Polizisten (am liebesten einen rechtsextremen) der dann vor Ort (auf dem Schiff) bestimmt, wer "angeblicher" oder richtiger Flüchtling ist.
Aber NGO's helfen allen Menschen in Not, ob sie vor kriegerischen Ereignissen oder ganz einfach wirtschaftlicher Not flüchten (müssen).
Sie aber, Herr Kerzenmacher, sind eher Brandstifter. Und in dieser Rolle gefallen Sie sich offenbar.
Wenn Menschen Menschen helfen, ist das für Sie Kulturverlust und wohlstandsgefährdend.
Reisen Sie auch manchmal?

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geschrieben am 13.08.2017 21:32 | von Michele Vellini

Soll ich Sie Schallplatte oder Kerzenmacher nennen? Ihre ewig gleiche Forderung die Sie täglich verbreiten langweilt nur noch. Lernen Sie zuerst mal unser Staatswesen oder sagen Sie gleich, dass Sie unsere Demokratie, unser schweizerisches Staatsmodel und Menschenrechte verabscheuen. Dann weiss es der Rest der Welt und Sie können sich Ihre langweiligen Wiederhohlungen sparen. Sie können auch mit gutem Beispiel vorangehen und zuerst mal selbst Ihre Forderung erfüllen und sich beim Grenzwachkorp zur Arbeit melden, kostenlos natürlich, da Sie den Ausbau von Grenzanlagen wie in Ungarn seit langem fordern und Ihre Devise ja ist, dass Verursacher für die Kosten selbst aufzukommen haben.

Dumm nur im Hinblick auf Flüchtlinge, dass nicht die Flüchtlingsretter die Verursacher von Flüchtlingsströmen sind. Sie würden sich besser mal mit realen Ursachen beschäftigen, anstatt Ihre Zeit für die immer selben Forderungen zu vergeuden, die nichts nutzen und nichts verändern.

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