• Fahrer der irakischen Bundespolizei im Einsatz in der IS-Hochburg Mossul: Die Strassen in der Altstadt sind dort zu eng für militärische Fahrzeuge.
    Fahrer der irakischen Bundespolizei im Einsatz in der IS-Hochburg Mossul: Die Strassen in der Altstadt sind dort zu eng für militärische Fahrzeuge. (KEYSTONE/AP/FELIPE DANA)
19.03.2017 | 06:56

Vormarsch in der Altstadt von West-Mossul


IRAK ⋅ Einen Monat nach dem Beginn ihrer Offensive zur Rückeroberung des Westteils von Mossul sind die irakischen Truppen am Wochenende weiter in die Altstadt vorgerückt. Sie nahmen nach eigenen Angaben unter anderem eine Moschee und zwei Märkte ein.

Eliteeinheiten befanden sich demnach 800 Meter von der Al-Nuri-Moschee entfernt, in die Terrormiliz Islamischer Staat 2014 ihr "Kalifat" ausgerufen hatte. Die Armee richtet sich auf einen langwierigen Häuserkampf gegen die IS-Kämpfer in der Altstadt ein. Die dortigen Bedingungen gelten wegen der engen Gassen und der dicht beieinander stehenden Häuser als besonders schwierig.

Die Strassen seien zu eng für die Militärfahrzeuge, sagte der Sprecher der Eliteeinheiten des Innenministeriums, Firas al-Suwaidi. Die Altstadt müsse nun "Strasse für Strasse, Haus für Haus" vom IS befreit werden.

Ein symbolisch wichtiges Ziel ist die Al-Nuri-Moschee, in der IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi im Juli 2014 bei einem seiner seltenen Auftritte das "Kalifat" des IS in Teilen des Irak und im benachbarten Syriens proklamiert hatte. Die Elitekämpfer seien nur noch 800 Meter von der Moschee entfernt, sagte al-Suwaidi.

Getreidesilo unter Kontrolle gebracht

Am Freitag hatten die irakischen Truppen einen Markt und eine Moschee in West-Mossul eingenommen. Am Samstag brachten sie nach Angaben eines Polizeikommandanten einen zweiten Markt sowie ein Getreidesilo unter ihre Kontrolle. Die Bundespolizei unterstützt die Einheiten des Innenministeriums im Kampf gegen den IS in Mossul.

Die Offensive zur Rückeroberung der zweitgrössten irakischen Stadt von den Dschihadisten hatte am 17. Oktober mit Unterstützung der von den USA angeführten Militärkoalition begonnen. Nach der Einnahme von Ost-Mossul im Januar begann am 19. Februar der Angriff auf den Westteil der Stadt. Dabei wurden der Sitz der Regionalregierung, das Mossul-Museum und der Bahnhof zurückerobert. Der Fall von Mossul, letzte grosse Bastion des IS im Irak, wäre ein schwerer Rückschlag für die Dschihadisten.

Nach Angaben der irakischen Regierung flohen inzwischen 150'000 Menschen aus West-Mossul. Zwei Drittel von ihnen kamen demnach in Flüchtlingslagern nahe der Grossstadt unter. (sda/afp)

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