• TV-Debatte vor den Wahlen in Frankreich: François Fillon, Emmanuel Macron, Jean-Luc Mélenchon, Marine Le Pen und Benoît Hamon diskutierten auf TF1.
    TV-Debatte vor den Wahlen in Frankreich: François Fillon, Emmanuel Macron, Jean-Luc Mélenchon, Marine Le Pen und Benoît Hamon diskutierten auf TF1. (KEYSTONE/AP AFP POOL/PATRICK KOVARIK)
20.03.2017 | 23:24

Le Pen betont bei TV-Duell EU-Ablehnung


FRANKREICH ⋅ Knapp einen Monat vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich sind die wichtigsten Kandidaten in einer ersten TV-Debatte gegeneinander angetreten. Die Bewerberin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, unterstrich dabei ihre Ablehnung der EU.

"Ich will die Präsidentin Frankreichs sein und nicht eine unbestimmte Region der Europäischen Union beaufsichtigen", sagte Le Pen am Montagabend und fügte hinzu: "Ich will nicht die Vizekanzlerin von Angela Merkel sein."

Ihr schärfster Konkurrent, der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron, sagte, den traditionellen Parteien sei es seit Jahrzehnten nicht gelungen, "die Probleme von gestern" zu lösen. "Sie werden das auch nicht morgen schaffen."

Neben Le Pen und Macron nahmen noch drei weitere Kandidaten an dem mit Spannung erwarteten TV-Schlagabtausch teil: der Sozialist Benoît Hamon, Linkspartei-Gründer Jean-Luc Mélenchon und der Konservative François Fillon. Der Republikaner galt lange als Favorit, bis ihn ein Finanzskandal in der Wählergunst abstürzen liess.

Le Pen und Macron vorne

Le Pen und der Ex-Wirtschaftsminister haben laut Umfragen die besten Chancen, nach dem ersten Wahlgang am 23. April in die Stichwahl am 7. Mai einzuziehen. Dieses direkte Duell dürfte dann Macron klar für sich entscheiden - so zumindest sehen es die derzeitigen Umfragen.

Allerdings sind fast 40 Prozent der Wähler noch unentschieden. Und Demoskopen weisen darauf hin, dass viele Befragten nicht offen sagen wollen, für wen sie in der zweiten Runde stimmen würden. An den Finanzmärkten herrscht Nervosität, dass es zu einer ähnlichen Überraschung kommen könnten wie beim britischen Brexit-Referendum im vergangenen Juni. Le Pen hat versprochen, den Euro in Frankreich abzuschaffen und eine Volksabstimmung über die EU-Mitgliedschaft anzusetzen.

Amtsinhaber François Hollande tritt nicht erneut an. Zentrale Wahlkampfthemen sind die schleppende Konjunktur und die hohe Arbeitslosigkeit sowie die Sicherheitslage nach mehreren islamistischen Anschlägen.

Zwei weitere Debatten geplant

Mit der Fernsehdebatte, die es in dieser Form in Frankreich vor einer Präsidentschaftswahl noch nie gegeben hat, beginnt die heisse Phase des Wahlkampfs. Bis zur ersten Wahlrunde am 23. April sind noch zwei weitere Fernsehdebatten geplant. Sie könnten das Präsidentschaftsrennen massgeblich beeinflussen, zumal viele Franzosen noch unentschlossen sind, wem sie ihre Stimme geben sollen.

Nach jetzigem Stand würde es weder der konservative, noch der sozialistische Kandidat in die zweite Wahlrunde schaffen - das wäre ein Novum in Frankreichs jüngerer Geschichte.

Umstrittenes Format

Über das Format der ersten TV-Debatte hatte es einigen Unmut gegeben. Denn bei der Präsidentschaftswahl treten elf Kandidaten an. Eingeladen wurden aber nur die fünf in Umfragen Bestplatzierten.

Der nicht von TF1 eingeladene rechtsgerichtete Kandidat Nicolas Dupont-Aignan kritisiert eine "mediale Manipulation". Am Montag sagte er, eine Vorauswahl der Kandidaten stehe den Fernsehsendern nicht zu. Dupont-Aignan, der in Umfragen auf drei Prozent kommt, war im Streit mit TF1 sogar vor Frankreichs Oberstes Verwaltungsgericht gezogen, unterlag dort aber. (sda/afp/reu)

Kommentare
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geschrieben am 21.03.2017 09:02 | von zombie1969

"sowie die Sicherheitslage nach mehreren islamistischen Anschlägen"
.Anders als z.B. G. Wilders in Holland hegt M. Le Pen keinen Hass gegen den Islam. Was G. Wilders und M. Le Pen aber verbindet, ist die Einschätzung, dass der Islam eine Ideologie unter religiösem Deckmantel ist, um die europäische Kultur zu unterwandern bzw. zu verdrängen. Das deutete ja sogar der türkische Aussenminister M. Cavusoglu am 16. 03. 2017 mit "bald Religionskrieg" an. Warum Kriege, wenn es eine Religion wäre und keine Ideologie?
(diepresse-Tuerkei_Tuerkischer-Aussenminister_Bald-Religionskrieg-in-Europa)

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geschrieben am 21.03.2017 13:27 | von mikko65

Marie Le Pen hegt keinen Hass gegen den Islam. Sie hegt Hass gegen alle, die nicht Ihrer Ideologie folgen, gegen die EU, gegen den freien Handel und gegen unsere Demokratie, die sie wie alle Populisten gerne zerstören würde. Im Gegensatz zu Geert Wilders ist Sie um ein vielfaches gefährlicher.
Protektionismus und die Zerstörung der EU sind nur zwei Ihrer verheerenden Eckpfeiler. Wie aber schon Geert Wilders wird auch Marie Le Pen niemals Präsidentin, da Sie für alle Menschen die für Freiheit und Demokratie stehen absolut unwählbar ist.
Den Rest Ihres Leserbriefes kann man getrost ignorieren, vorallem Ihr Hinweis auf die Ankündigung von M. Cavusoglu über baldige Religionskriege. Erdogan ist auch ein Rechtspopulist und wie alle Rechtspopulisten bertreibt er Wahlkampf mit der Verunglimpfung anderer Kultur- und Religionskreise. Populisten brauchen immer äussere Feinde, denn mehr haben Sie nicht zu bieten und das trifft auch auf Sie zu, Zombie1969.

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geschrieben am 22.03.2017 11:04 | von Tinel

Warum Kriege, wenn es eine Religion wäre und keine Ideologie? Alleine diese Frage zeugt von Unwissenheit lieber Zombie selbst von unserer eignen Eidgenösischen Geschichte. Wie war das nochmals mit den Religionskriegen z.B. Appenzell inner und ausserrhoden? Waren das somit Ideologien? oder wollen sie damit dem Islam absprechen das es eine Religion ist? Bei Kriegen geht es immer um Macht egal ob es die vielen Religionskriege in Europa waren, oder irgenwelche andere Kriege. Das ist jedem Normal denken Menschen klar das Religion auch nur ein Vorwand ist wie die Befreieung eines Landes von einem Diktator etc. Was sie aber machen ist Sippenhaft für eine ganze religionsgemeinschaft. Setzen Ihre Maasstsäbe aber nur für die anderen an und nicht für Sie und "Ihre" europäische Kultur. Im Grunde sind sie nicht besser als jeder Hassprediger

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