Frankreich-Wahl: Zehn Fragen - zehn Antworten

  • Die Präsidentschaftswahl 2017 wird von zahlreichen Experten als Richtungswahl für Frankreich bezeichnet.
    Die Präsidentschaftswahl 2017 wird von zahlreichen Experten als Richtungswahl für Frankreich bezeichnet. (Keystone)
21.04.2017 | 13:25

WAHL IN FRANKREICH ⋅ Am Sonntag wählt Frankreich ein neues Staatsoberhaupt. Wer kandidiert für dieses Amt? Wie heissen die Favoriten? Und wie viel verdient der Präsident überhaupt? Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Christof Krapf
1) Wer darf wählen?
Wer über 18 Jahre alt ist und die französische Staatsbürgerschaft besitzt, darf an der Präsidentschaftswahl seine Stimme abgeben. Zudem müssen sich die Bürger in Wahllisten eintragen - bis jetzt haben das 45 Millionen Franzosen getan. Seit 1965 wird der Staatspräsident Frankreichs direkt vom Volk gewählt.

2) Wer darf kandidieren?
Wählbar sind alle französischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, welche das 18. Lebensjahr vollendet haben. Um zugelassen zu werden, brauchen die Kandidaten Unterschriften von 500 Mandatsträgern. Diese sogenannten "Paten" sind meist Parlamentarier auf Europa-, Staats, Regions- oder Departementsebene sowie Bürgermeister. Die Unterschriften müssen aus 30 verschiedenen Départements stammen. Aus keinem Département dürfen mehr als 50 Unterschriften vorgewiesen werden.

3) Wer kandidiert?
Elf Kandidatinnen und Kandidaten verschiedener Partien treten zur Präsidentschaftswahl an. Diese sind:
  • Nathalie Arthaud (Lutte ouvrière)
  • François Asselineau (Union populaire républicaine)
  • Jacques Cheminade (Solidarité et progrès)
  • Nicolas Dupont-Aignan (Debout la France)
  • François Fillion (Les Républicans)
  • Benoît Hamon (Parti socialiste)
  • Jean Lassalle (Résistons)
  • Marine Le Pen (Front National)
  • Emmanuel Macron (En Marche!)
  • Jean-Luc Mélenchon (La France insoumise)
  • Philippe Poutou (Noveau Parti anticapitaliste)

4) Wer sind die Favoriten?
Die letzten Meinungsumfragen des Meinungsforschungsinstitutes Harris Interactive sehen Emmanuel Macron als Favoriten vor Marine Le Pen.
 
Umfragen französische Präsidentschaftswahl
Create column charts

5) Immer wieder fällt der Begriff "Stichwahl". Gibt es auf jeden Fall einen zweiten Wahlgang?
Nein. Erreicht ein Kandidat schon im ersten Wahlgang das Absolute Mehr, gewinnt er die Wahl. Das hat bisher aber noch niemand geschafft. Das beste Resultat im ersten Wahlgang erreichte Charles de Gaulle 1965 mit 44,6 Prozent. In die Stichwahl vom 7.Mai schaffen es die beiden besten Kandidaten des ersten Wahlgangs.

6) Wie viele Franzosen werden wählen gehen?
Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Wahlbeteiligung bei den französischen Präsidentschaftswahlen höher. Bei der letzten Wahl 2012 betrug diese etwa 80 Prozent.

7) Wie lange bleibt der Präsident im Amt?
Der Präsident wird für fünf Jahre gewählt - in Frankreich nennt man das quinquennat.

8) Gibt es eine Amtszeitbeschränkung für den Staatspräsidenten?
Eine Wiederwahl ist beliebig oft möglich. Allerdings dürfen höchstens zwei Amtszeiten aufeinander folgen.

9) Wie viel verdient der Staatspräsident?
Seit 2007 liegt das Jahressalär bei 240'000 Euro. Darüber hinaus verfügt das Staatsoberhaupt aber über ein Budget in Millionenhöhe, über das keine Rechenschaft abgegeben werden muss.

10) In Frankreich gibt es einen Staatspräsidenten und einen Premierminister. Wie unterscheiden sich diese Ämter?
Frankreich verfügt über einen "doppelköpfige Exekutive". Die Macht wird zwischen dem Präsidenten und der Regierung aufgeteilt. Der Präsident ernennt den Premierminister und auf dessen Vorschlag der Regierung. Der Premierminister ist der Kopf der Regierung. Frankreichs Staatspräsident ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und bestimmt über den Einsatz der Nuklearwaffen. Zudem hat er das Recht das Parlament (Nationalversammlung/Assemblée national) aufzulösen.
Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Was ist das Gegenteil von Weiss??
 

Meistgelesen

Beim Kaffeehaus des zweithöchsten Stadtsanktgallers fand die Kontrolle statt.
St.Gallen: 24.06.2017, 18:49

Eistee, Wasser und zwei Polizisten

Wer in der Stadt wirtet, ist auch mit Vorschriften konfrontiert, die kurios erscheinen.
Am Freitagabend feierte die Oper «Loreley» von Alfredo Catalani an den St. Galler Festspielen ihre Schweizer Erstaufführung.
Ostschweizer Kultur: 24.06.2017, 14:12

Tabledance vor der St.Galler Kathedrale

Mit Alfredo Catalanis «Loreley» ging am Freitag bei den St.
Fussball der anderen Art - ein Schnappschuss vom Calcio Storico.
Sport: 24.06.2017, 14:41

Im Vorhof der Hölle

Wie jedes Jahr duellieren sich heute am Johannistag auf der Piazza Santa Croce in Florenz zwei ...
Der Segler Fabian Trüb erreichte mit seinem Team diese Woche den dritten Platz im Youth America’s Cup in Bermuda.
Kanton Thurgau: 24.06.2017, 05:19

In der Königsklasse der Segler

Florian Trüb segelte diese Woche als einziger Deutschschweizer beim Youth America's Cup in Bermuda.
Am Freitagabend ist ein pensionierter Fahrlehrer an seinem ersten Tag als Taxifahrer mit seinem Fahrzeug auf der Martkplatztreppe verunfallt.
Unfälle & Verbrechen: 23.06.2017, 19:40

Ex-Fahrlehrer verursacht spektakulären Taxi-Unfall

Am Freitagnachmittag ist ein pensionierter Ex-Fahrlehrer auf der Rorschacher Marktplatztreppe ...
"Nein, ich könnte mir niemals vorstellen, bei diesem Konstrukt Sportchef des FC St.Gallen zu werden", sagt Fredy Bickel, Sportchef Rapid Wien.
FC St.Gallen: 24.06.2017, 12:02

«Der Sportchef muss der CEO sein»

Fredy Bickel ist einer der profiliertesten Sportchefs der Schweiz. Dass im FC St.
Sollte beim FC St.Gallen der starke Mann sein: Präsident Stefan Hernandez.
FC St.Gallen: 24.06.2017, 07:30

Haben Sie die Situation im Griff, Herr Präsident?

Christian Stübi hat den Bettel hingeworfen. Doch wie ist es dazu gekommen?
Das jüngst in Obwalden ausgewilderte Bartgeierweibchen, ist tot. Kurz nach seinem Erstflug wurde der Jungvogel in der Nacht auf Samstag von einer Böe erfasst. Daraufhin stürzte er vermutlich in die Tiefe.
Schweiz: 24.06.2017, 10:37

Bartgeier stirbt kurz nach erstem Flug

Das jüngst im Kanton Obwalden ausgewilderte Bartgeierweibchen BG960 ist tot.
Die Autofahrer freut’s: In Rorschach sind seit vergangenem Mai 744 Bussenzettel weniger verteilt worden als im Jahr zuvor.
Rorschach: 24.06.2017, 08:00

Wilder Westen in Rorschach?

Raser, Rowdys, Falschparkierer hätten derzeit ein leichtes Spiel, mutmasst ein Leser.
Das Bewässern von Gemüse ist bei dieser Hitze wichtig.
Schauplatz Ostschweiz: 24.06.2017, 13:33

Jetzt wird das Wasser knapp

Die Wasservorräte der Gemeinden schrumpfen. Vor allem für Gemüsebauern ist das ein Problem.
Zur klassischen Ansicht wechseln