GELD

Soll ich trotz tiefer Zinsen noch in die Säule 3a einzahlen?

Ratgeber

Ich (m, 47, verheiratet) habe bisher immer in die Säule 3a einbezahlt. Ich frage mich, ob dies angesichts der tiefen Zinsen noch sinnvoll ist. Soll ich das Guthaben in einen 3a-Fonds mit Aktienanteil investieren? Rentiert das, wenn ich später beim Rückzug auch den Kapitalgewinn versteuern muss, falls sich der Fonds gut entwickelt?
06.04.2018 | 10:51
Stefan Grauwiler

Die Einzahlung in ein Säule-3a-Konto ist bereits aus rein steuerlicher Sicht sehr interessant, wobei diese Ersparnis je nach Kanton unterschiedlich ausfällt. So sparen Sie an Ihrem Wohnort im Kanton Schwyz durch die Einzahlung des Maximalbetrages von 6768 Fr. bei einem steuerbaren Einkommen von 80000 Fr. (Schwyz, katholisch, verheiratet) rund 1250 Fr. pro Jahr bei der Einkommenssteuer. Bei konsequenter Einzahlung bis zur Pensionierung können somit total rund 24000 Fr. Steuern gespart werden.

Unter Berücksichtigung der Kapitalleistungssteuer, welche bei der Auszahlung fällig wird, resultiert eine Rendite aufgrund der Steuerersparnis von rund 1,8%, und dies ohne Verzinsung des Kapitals. Kommt noch ein Zins von durchschnittlich 1% hinzu, steigt das Sparguthaben bis zur Auszahlung bei der ordentlichen Pensionierung auf rund 141 000 Franken an. Die Rendite aus Steuerersparnis sowie Verzinsung der Bank wächst auf rund 2,6% (netto nach der beim Bezug fälligen Kapitalleistungssteuer).

In der Säule 3a besteht auch die Möglichkeit, das vorhandene Kapital und auch die künftigen Einzahlungen in Wertschriftenanlagen zu investieren. Da Vorsorgegelder grundsätzlich einen langen Anlagehorizont aufweisen, eignen sich diese Mittel speziell gut, um von den Renditechancen einer Anlage­lösung mit Aktien zu profitieren. Allerdings ist die Anlagestrategie mit einem grösseren Risiko verbunden und verlangt eine gewisse Risikofähigkeit.

Fonds überwachen

Bei einer angenommenen jährlichen Rendite von 3% beim Fondssparen würde das Endguthaben bei der Pensionierung rund 171000 Fr. betragen. Zwar ist beim Bezug des Guthabens die Kapitalleistungssteuer fällig, doch diese steigt lediglich um rund 2350 Fr. Im Vergleich zur Kontolösung mit 1% Zins resultiert beim Fondssparen ein Nettozuwachs immer noch von 27650 Fr. Vor allem gegen die Pensionierung hin muss man aber ein Auge auf die Entwicklung des Fonds haben, damit man nicht auf dem falschen Fuss erwischt wird und die Investition wegen der Pensionierung während einer Baisse auflösen muss. Einige Anbieter offerieren auch 3a-Fonds, die beim Bezug nicht aufgelöst werden müssen, sondern 1:1 aus der 3a-Lösung in das freie Vermögen überführt werden können. Selbstverständlich ist auch hier die entsprechende Steuer zu bezahlen.

Wer nach der Pensionie-rung noch ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt, kann den Bezug der 3a-Gelder bis zur Erwerbsaufgabe, maximal bis fünf Jahre über das offizielle AHV-Alter, aufschieben und weiterhin Einzahlungen leisten.

Eine weitere Optimierungsmöglichkeit bietet der gestaffelte Bezug der Säule-3a-Guthaben. Um dies zu ermöglichen, muss darauf geachtet werden, das Geld auf verschiedene 3a-Konti einzubezahlen. Der Bezug kann dann vor der Pensionierung in verschiede- nen Kalenderjahren erfol- gen, wodurch die Progression gemildert wird.

Stefan Grauwiler

Leiter Vorsorgezentrum Schwyzer Kantonalbank

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