Salzkorn

09.04.2018 | 05:17

Immer mehr Schweizer verreisen mehrmals im Jahr mit dem Flugzeug. Auch jetzt, in den Frühlingsferien, zieht es wieder viele fort. Dabei fliegen auch jene gerne weit weg, die sich im Alltag besonders grün, bio und politisch korrekt geben. Das sagen nicht wir, sondern Zahlen des Bundes.

Da fällt einem dieses junge Paar am Nachbartisch in Kreta ein. Vor katalogreifer Kulisse – weisser Sand, blaues Meer, türkiser Himmel – diskutieren die zwei ein Frühstück lang über die Anschaffung eines neuen Mixers. Freude kommt keine auf – die Mixer-Frage belastet offensichtlich beide schwer. Kaum ist das durch, beginnt ein passiv-aggressiver Streit über das Ausflugsziel des Tages («Immer bestimmst du»).

Weder griechisches Meer noch ihr Mahl würdigen sie eines Blickes. Die erdrückende Schönheit scheint sie vielmehr zu stressen. Vielleicht erklärt sich hier die Ruhelosigkeit moderner Freizeitglobetrotter: Ihr grösstes Problem wird immer sein, dass sie sich selber im Gepäck haben. O. H.

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