«TATORT»

Lauwarmer Abschied

07.01.2018 | 05:17

Etwas ratlos lässt einen der letzte Fall aus Ludwigshafen, mit Hauptkommissar Mario Kopper (Andreas Hoppe) an Bord, schon zurück. Was gut gemeint ist, nämlich Kopper zu Ehren eine Geschichte um dessen sizilianische Herkunft und die italienische Mafia zu stricken, mündet in einen wirren und völlig leidenschaftslosen Krimi. Und der wird dem Abschied vom Italo-Ermittler, der in 21 Jahren und 57 Folgen Hauptkommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) zur Seite stand, einfach nicht gerecht.

Mit seiner Präsenz und seinem markanten Auftritt habe Andreas Hoppe den Lena-Odenthal-«Tatort» geprägt, lässt sich SWR-Fernsehfilmchefin Martina Zöllner zitieren. Präsent wirkt in der Folge namens «Kopper» aber höchstens Lena Odenthal – im Sinne von motiviert und routiniert. Alle anderen spielen, als befänden sie sich im Stand-by-Modus. Liegt es am Drehbuch (Patrick Brunken), das kaum erklärt und wenig Spannung aufbaut? An der Regie (Roland Suso Richter), die auch nicht gerade mit Originalität glänzt?

Bereits der Einstieg zu spanischerLandschaft, die irgendwie nicht in Sizilien liegt, bringt ins Grübeln. Genauso beliebig wirkt, wie Kopper im stillen Süden Deutschlands ganz unverhofft über seinen Freund aus Kindertagen stolpert (Michele Cuciuffo). Dieser hat die Mafia am Hals. Freund und Helfer Mario Kopper hält sie ihm vom Hals. In einer Kneipe kommt es zum Schusswechsel – der Ludwigshafener Kommissar tötet einen Angreifer. Und selbst das wirkt sonderbar lau.

Der Fall «Kopper» langweilt. Kleiner Trost: Andreas Hoppe wäre jetzt frei für Scorsese.

Susanne Holz

Hinweis

«Tatort» aus Ludwigshafen: «Kopper». Heute, 20.05 Uhr, auf SRF 1.

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