Salzkorn

Geld, ein bewährtes Schmiermittel. Deshalb staunt der Laie, dass jetzt Banknoten selbst zusätzlich Schmierstoff enthalten. Doch der Fachmann wundert sich nicht; denn schliesslich wird in der Praxis eine solche Substanz speziell als gutes Gleit- und Schmiermittel benützt.
12.12.2016 | 02:35

Geld, ein bewährtes Schmiermittel. Deshalb staunt der Laie, dass jetzt Banknoten selbst zusätzlich Schmierstoff enthalten. Doch der Fachmann wundert sich nicht; denn schliesslich wird in der Praxis eine solche Substanz speziell als gutes Gleit- und Schmiermittel benützt. Schmiergeld freilich wird zwar auch für derartige Zwecke eingesetzt, allerdings eben nicht im technischen als vielmehr im bestechlichen Sinne. Denn wie Brecht argwöhnt: «Man will nicht das Gute, sondern Geld.» Beides indes, nämlich gutes Geld, wollte die Bank von England mit ihrer neuen Fünf-Pfund-Note erreichen. Fälschungssicher, umweltfreundlich, strapazierfähig sollte sie sein. Dafür wurde bei der Herstellung ein Zusatzstoff in geringer Menge verwendet: Talg. Die Nachricht von der Beimischung dieses Körperfetts geschlachteter Wiederkäuer löste einen pfundigen Proteststurm aus. Veganer waren schockiert: Geld aus toten Tieren. Boykottiert dieses Zahlungsmittel! Protegiert so alle Rindviecher. W. W.

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